örg Urban (M), Vorsitzender der AfD in Sachsen, spricht auf dem Landesparteitag seiner Partei zu den Delegierten
Der Landesparteitag der AfD in Lommatzsch. Bildrechte: dpa

Wahlprogramm AfD will Sachsen künftig regieren

Im September wird in Sachsen ein neuer Landtag gewählt. Die AfD holte bei der EU- und der Bundestagswahl die meisten Stimmen. Entsprechend selbstbewusst gab sich die Partei am Samstag bei ihrem Landesparteitag und verabschiedete ein "Regierungsprogramm".

örg Urban (M), Vorsitzender der AfD in Sachsen, spricht auf dem Landesparteitag seiner Partei zu den Delegierten
Der Landesparteitag der AfD in Lommatzsch. Bildrechte: dpa

Die AfD will Sachsen in der neuen Legislaturperiode regieren. Diesen Anspruch untermauerte die Partei am Samstag auf ihrem Landesparteitag in Lommatzsch im Landkreis Meißen: Ihr Wahlprogramm ist ein Regierungsprogramm. Das solle helfen, den Vorsprung auf die CDU auszubauen, sagte Vorsitzender Jörg Urban.

Die AfD liegt in Sachsen sowohl in den Umfragen als auch beim Wahlergebnis der Europawahl vorn. Am 26. Mai holte die Partei im Freistaat 25,3 Prozent der Stimmen, mehr als die regierende CDU, die nur 23 Prozent erreichte.

Wahlprogramm heißt "Regierungsprogramm"

Entsprechend selbstbewusst blickte die AfD am Samstag auf die Landtagswahl am 1. September 2019. Das Wahlprogramm steht unter dem Motto "Trau dich Sachsen" und setzt vor allem auf konservative Themen und Werte wie Familie. Auch Ressentiments gegen den Islam nehmen einen prominenten Platz ein.

  • Begrüßungsgeld für Neugeborene: 5.000€
  • Erhöhung des Landeserziehungsgeldes, um Kinder bis zum 3. Lebensjahr zu Hause zu betreuen
  • Konservativer Sexualkundeunterricht: Heterosexuelle Partnerschaften (inkl. Kinder) sollen als erstrebenswert vermittelt werden, Homosexualität nicht "beworben" werden
  • Islamunterricht an Schulen lehnt die AfD ab
  • Keine Moscheebauten, insbesondere mit Minaretten
  • Kopftuchverbot an Schulen und in Kindergärten
  • Mehr Abschiebungen bei abgelehnten Asylanträgen
  • Migranten sollen nur noch Sachleistungen erhalten
  • Bei Volksgesetzgebung will die AfD die Zahl der erforderlichen Unterstützerunterschriften von 40.000 auf 10.000 herabsenken

150 Delegierte beschlossen das 70 Seiten starke Papier am frühen Samstagabend. Es gab eine Gegenstimme.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 01. Juni 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Juni 2019, 20:59 Uhr