Ein Mann zeigt im Darknet auf eine Internetseite eines Online-Shops, der Maschinenpistolen verkauft.
Das sogenannte Darknet gilt als Handelsplatz für Drogen, Waffen und illegale Inhalte. Bildrechte: dpa

Neue Erkenntnisse Halle-Attentäter besorgte sich 2015 Waffe im Darknet

Der Attentäter von Halle soll sich bereits 2015 im Internet eine Schusswaffe besorgt haben. Das berichteten Teilnehmer einer Sitzung des Innenausschusses des Bundestages unter Berufung auf den Generalbundesanwalt. Außerdem werden zwei Männer aus Mönchengladbach verdächtigt, das sogenannte Manifest des Rechtsterroristen veröffentlicht zu haben.

Ein Mann zeigt im Darknet auf eine Internetseite eines Online-Shops, der Maschinenpistolen verkauft.
Das sogenannte Darknet gilt als Handelsplatz für Drogen, Waffen und illegale Inhalte. Bildrechte: dpa

Der Attentäter von Halle hat sich offenbar bereits 2015 im "Darknet" eine Schusswaffe besorgt. Das berichteten Teilnehmer einer nicht-öffentlichen Sitzung des Innenausschusses des Bundestages unter Berufung auf Generalbundesanwalt Peter Frank. Im nicht regulär zugänglichen Teil des Internets soll der Täter auch Bauteile für selbstgebaute Waffen bestellt haben.

Kontakte nach Mönchengladbach 

Zudem wurde bekannt, dass zwei Männer aus Mönchengladbach das sogenannte Manifest des Attentäters im Internet veröffentlicht haben sollen. Nach Angaben der Mönchengladbacher Staatsanwaltschaft wurde die Wohnung der 26 und 28 Jahren alten Männer durchsucht. Sie sollen die Dokumente mit volksverhetzendem Inhalt zeitnah zum Attentat von Halle verbreitet haben.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor von einem Verdächtigen aus Mönchengladbach berichtet. Er soll mit dem Attentäter in Verbindung gestanden haben und über die geplante Tat informiert gewesen sein. Dazu äußerten sich die Ermittler nicht.

Waffenteile im 3D-Drucker hergestellt

Der Attentäter von Halle hatte sein "Manifest" voller antisemitischer Begriffe und mit detaillierter Beschreibung seines Waffenarsenals vor der Tat im Internet veröffentlicht. Einige Teile für die Waffen hatte er demnach in einem 3D-Drucker selbst hergestellt. Der Täter hatte bei der Bundeswehr 2010 Wehrdienst geleistet. Ein Chemie-Studium brach er ab.

Stephan B. hatte am 9. Oktober versucht, in die Synagoge in Halle an der Saale einzudringen. Als der Plan misslang, erschoss der 27-Jährige auf der Straße eine Frau und wenig später einen jungen Mann in einem Döner-Imbiss. Es gab mehrere Verletzte. B. ist in Untersuchungshaft, er hat die Tat gestanden und antisemitische und rechtsextreme Motive eingeräumt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Oktober 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2019, 14:07 Uhr

37 Kommentare

der_Silvio vor 7 Wochen

Es geht aber nicht ausschließlich um den Flügel, sondern um die AfD insgesamt.
Man kann nicht davon schreiben, die AfD solle einen Gegenbeweis liefern aber gleichzeitig die Partei überall ausschließen und ein Koalituonsverbot gegen die AfD aussprechen. Und dort, wo Politiker auf INHALTE schauen und mit der AfD zusammenarbeiten (der MDR berichtete), müssen diese sich Kritik von allen Seiten gefallen lassen. Und DAS geht NICHT!

Janes vor 7 Wochen

@der_Silvio: Ganz ehrlich, Leute vom Flügel der afd will ich auch nirgendwo mitmachen lassen, ginge es nach mir.

Niemand verbietet es den Mitgliedern dieser Partei, sich wie normale Demokraten für das Wohler aller im Land einzusetzen.

Zumal-sofern ich recht gehört habe- in dirversen Stadträten auch afd Mitglieder mitbestimmen und entscheiden können. Daher haben auch Afd "Politiker" eine Teilhabe. (In Anführungszeichen, weil Stadtratmitglieder aus meiner Sicht keine klassischen Politiker sind)

der_Silvio vor 7 Wochen

Weil die AfD kategorisch ÜBERALL ausgeschlossen wird. Also ist ihr gerede vom 'Gegenbeweis' nur eine Worthülse, weil auch Sie selbst offenbar diese Vorgehensweise gegen die AfD befürworten.