Nach Wahl in Thüringen Landrat: CDU sollte keine Minderheitsregierung anführen

Der CDU-Landrat Werner Henning rät seinem Thüringer Parteichef Mike Mohring dringend davon ab, nun selbst eine Minderheitsregierung bilden zu wollen. Das wäre ein Raub am Sieg von Linken-Parteichef Ramelow. Der Thüringer Bundestagsabgeordneter Christian Hirte ist da ganz anderer Meinung. Er bestärkt Mohring, sich zur Wahl des Ministerpräsidenten im Landtag zu stellen.

Der Eichsfelder Landrat und CDU Politiker, Werner Hennig, warnt seine Partei davor, nun selbst eine Minderheitsregierung in Thüringen anführen zu wollen.

Hennig sagte MDR AKTUELL, er würde Parteichef Mike Mohring dringend raten, das zu lassen. Mohring müsse zur Kenntnis nehmen, dass Bodo Ramelow die Wahl gewonnen habe. Wenn Mohring sich jetzt über irgendwelche Spielchen in die Position des Ministerpräsidenten bringe, wäre das ein Raub am Sieg Ramelows. Das würde ihm der Wähler nicht durchgehen lassen.

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Mohring: Minderheit der bürgerlichen Mitte ausloten

Thüringens CDU-Chef Mohring hatte in einem ZDF-Interview am Mittwochabend gesagt, da es in Thüringen offensichtlich jetzt nur noch mit einer Minderheitsregierung gehe, wolle er gern eine Minderheit der bürgerlichen Mitte ausloten. Konkret sprach er von CDU, FDP, SPD und Grünen.

Mike Mohring (l), CDU-Spitzenkandidat, steht neben Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen und Spitzenkandidat der Partei für die Landtagswahl, in einem Wahlstudio im Landtag.
Der Thüringer CDU-Chef Mohring (links) am Wahlsonntag im Interview mit Thüringer Linken-Parteichef Ramelow. Bildrechte: dpa

Bundestagsabgeordneter Hirte stärkt Parteichef den Rücken

Ost-Beauftragter  Christian Hirte CDU bei Debatte im Bundestag zum Stand der Deutschen Einheit
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Der Thüringer CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Hirte empfiehlt dagegen seinem Landes-Parteichef, bei der Wahl des Ministerpräsidenten im Landtag anzutreten. Hirte sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, Mike Mohring sei als Kandidat dafür in den Wahlkampf gegangen und sollte dieses Angebot im Parlament aufrecht erhalten. Es sei notwendig, offen für ungewöhnliche Konstellationen zu sein. Eine Koalition oder Duldung von Linkspartei oder AfD schloss Hirte dagegen aus.

Wahlergebnisse in Thüringen

Die Thüringer Linke war bei der Landtagswahl am Sonntag stärkste Kraft geworden - mit 31 Prozent. Die CDU kam nach der AfD (23,4 Prozent) auf Platz drei mit 21,8 Prozent. Es war das schlechteste Ergebnis für die Thüringer Christdemokraten seit 1990.

Der CDU-Politiker Werner Henning ist seit 1990 Landrat im Eichsfeld. Bei der Kommunalwahl war er im vorigen Jahr mit 82,2 Prozent wieder ins Amt gewählt worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. November 2019 | 12:00 Uhr

18 Kommentare

Sachse vor 29 Wochen

Der Bronzemedaillengewinner will also nach dem Diebstahl der Silbermedaille auch noch die Goldmedaille stehlen. Aber vielleicht kann er den beiden Besserplatzierten Doping nachweisen und sie somit nachträglich disqualifizieren lassen? Sind die B-Proben schon geöffnet?

Guter Schwabe vor 29 Wochen

… der Westen denkt da, so konservativ anders, …

Das ist Sozen- Sprech aus den Norden, nach dem Motto: Die Gedanken sind frei.
Und wie immer Diskriminierend gegen den Osten.

Wessi vor 29 Wochen

Wenn die CDU in einem einzigen Bundesland irgendwie mit der AfD zusammenarbeiten würde, verlöre sie massiv im Westen.Ich verweise auf die Wahlresultate in Folge des Rechtsschwenk von Seehofer in 2018.Folge: Verluste für CDU/CSU, Gewinne für die Grünen.Sie sehen: ganz ohne Berlin, resp. die westlichen Bundesländer wirds nicht gehen, ganz gleich was man im Osten denkt...mit den Linken ists, als schmerzhafte Abwehr, der Rechten doch leichter, immerhin wurde merkel NACH 2015 wieder stärkste Kraft.