Thüringens CDU-Vorsitzender Mike Mohring
Der Thüringer CDU-Chef und Fraktionsvorsitzende Mike Mohring hat den Krebs nach eigenen Angaben besiegt. Bildrechte: dpa

Thüringen Nach Krebserkrankung: Mohring führt CDU in Wahlkampf

Die Thüringer CDU hat am Samstag in Erfurt ihre Liste für die Landtagswahl im Oktober aufgestellt. 94,2 Prozent der Delegierten stimmten für ihn. Mohring hat gerade erst eine Krebserkrankung überwunden. Mit neuer Energie will er die Partei in den Wahlkampf führen, auch wenn er trotz er Erkrankung nie ganz weg war.

von Lily Meyer, Landeskorrespondentin Thüringen MDR AKTUELL

Thüringens CDU-Vorsitzender Mike Mohring
Der Thüringer CDU-Chef und Fraktionsvorsitzende Mike Mohring hat den Krebs nach eigenen Angaben besiegt. Bildrechte: dpa

Als Mike Mohring vergangenen Herbst per Akklamation zum Spitzenkandidaten seiner Partei bestimmt wird, steht er mit einem unguten Gefühl auf der Bühne. An diesem 20. Oktober in Leinefelde ahnt er, dass irgendetwas nicht stimmt.

Einige Tage später fährt er in die Uniklinik Jena und wird noch am selben Tag operiert. Kurz darauf bekommt er die Diagnose Krebs.

Bekanntgabe via Facebook

Im Januar beschließt der 47-Jährige, seine Krankheit öffentlich zu machen mit einem Video auf seiner Facebook-Seite. In diesem beschreibt Mohring seinen bisherigen Krankheitsverlauf.

Die OP im Oktober sei gut verlaufen, aber die Ärzte hätten nicht nur Gutartiges gefunden. Im Februar müsste dann die Behandlung abgeschlossen sein, erklärt Mohring im Video. "Es läuft alles gut und ich vertrage alles gut. Aber man sieht eben die äußerlichen Auswirkungen. Mein Arzt ist sozusagen mein Friseur."

Bundesweite Anteilnahme

Die ersten Anzeichen der Chemotherapie werden sichtbar: Mohring fallen die Haare aus. Deswegen trägt der Thüringer CDU-Chef eine schwarze Fischermütze aus Wolle. Dem Video folgt eine deutschlandweite Welle der Anteilnahme. Auch parteiübergreifend.

All das habe ihm Kraft gegeben, sagt Mohring MDR AKTUELL. "Vor allem auch, dass ich teilhaben durfte an dem Schicksal anderer, die mir von ihrem Kampf gegen diese Krankheit berichtet haben."

Mehr öffentliche Aufmerksamkeit

Die Auswirkungen der Chemotherapie werden von Woche zu Woche sichtbarer: Mohring verliert Wimpern und Augenbrauen, wird dünner, sein Gesicht ist fahl. Er tritt zwar etwas kürzer, verschwindet aber nie ganz aus der Öffentlichkeit.

Im Gegenteil: Mohring ist ein gefragter Interviewpartner. Eine Art Kollateralnutzen sei diese Aufmerksamkeit aber nicht, sagt Mohring der Wochenzeitung Die Zeit. Er komme in den Medien jetzt häufiger vor, weil er neuerdings im Präsidium der CDU sitze und zu einem Erklärer des Ostens geworden sei, wo demnächst Landtagswahlen anstehen.   

Dankbar für die Unterstützung

Ende April nimmt sich Mohring eine Auszeit und postet danach erneut ein Video bei Facebook. Das erste Mal nach Monaten sieht man ihn ohne Mütze.

Er bedankt sich für die Empathie und Unterstützung in den letzten Monaten. Es gehe ihm wieder besser und Mohring berichtet: "Ihr seht ja, sogar meine Haare wachsen wieder und mein Bart. Es ist ein total tolles Gefühl."

Zuversichtlich in den Wahlkampf

Mit einem tollen Gefühl wird Mohring am Samstag vermutlich auch auf der Bühne in Erfurt stehen. Ganz anders als noch vor gut sechs Monaten in Leinefelde. Er wirkt erholt, hat wieder Farbe bekommen: "Ich fühl mich sehr gut und fühl mich sehr fit. Und bereit für diese Aufgabe, die ich am Wochenende anstrebe."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Mai 2019 | 07:08 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Mai 2019, 12:04 Uhr

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10 Kommentare

05.05.2019 09:44 jochen 10

Alte - Lahme - Kranke.
Das sind die Politiker, die uns als politische Elite verkauft werden sollen.
Das kann es nicht sein.

04.05.2019 17:39 GRUEN UNSERE ZUKUNFT 9

Alles Gute Herrn Mohring, Oppositionsführung wird sehr gut bezahlt und ist sicheres Geld wenn die Wirtschaft keine Angebote abgibt, würden die Neider hier genau so annehmen. Schonen Sie sich und vertrauen Sie Bodo als Kapitän wie den Europa-Abgeordneten, das uns stabiler Euro und Frieden erhalten bleibt

04.05.2019 13:18 Bernd 8

@ Erfurter Bürger : Das sehe ich auch so.

Meines Erachtens ist er auch der falsche Spitzenkandidat der CDU. Am Ende wird die LInkspartei noch vor der cDU liegen.

04.05.2019 12:13 Sachse43 7

Nie wieder CDU, und ehrlich, ob er da ist oder nicht fällt kaum auf. Man hat sich eingerichtet, als Opposition und der rote Westimport wird geduldet.

04.05.2019 11:36 Sabine Sonntag 6

Per Akklamation zu Spitzenkandidaten? Wo leben wir denn? Ihm als Person alles Gute und weiterhin beste Genesung.

04.05.2019 11:08 Erfurter Bürger 5

Privat wünsche ich alles gute vor allem das der Krebs wirklich besiegt ist. Politisch hätte er schon lange die Reissleine ziehen müssen. Aber da beisst er sich fest. Und die Thüringer Opposition findet nicht statt.

04.05.2019 11:04 REXt 4

Hr. Mohring kann sich ja Hrn. Maaßen als Wahlkämpfer bestellen, mal sehen ob’s da besser klappt, verschiedene Schnittstellen gibt es zwischen Ihnen, aber ob das seiner CDU Chefin gefällt? Meine Stimme bekommt die CDU trotzdem nicht o. besser gesagt nie wieder!

04.05.2019 11:03 Ureinwohner 3

Die Thüringer CDU stellt am Samstag in Erfurt ihre Liste für die Landtagswahl im Oktober auf. An erster Stelle steht ihr Fraktionsvorsitzender, der im Januar öffentlich gemacht hatte, dass er an Krebs erkrankt ist. Jetzt hat er die Krankheit besiegt und tritt mit neuer Energie zur Wahl an. Bei allem Verständnis, das Bild spricht Bände. Wahl aus Mitleid ?

04.05.2019 10:18 REXt 2

Mohring ist wieder da, so unscheinbar wie zuvor, keine Ausstrahlung, er will die Wahl gewinnen, es fragt sich nur wodurch? Die aktuelle Bundespolitik wird ihn im Wahlkampf begleiten u. immer das Zünglein an Waage sein, keine guten Voraussetzungen für eine Wahl. Dann noch die vorgegebene Koalitionssperre mit der AFD. Aber na ja, bis dahin kann sich bundesweit noch viel ändern.

04.05.2019 09:40 winfried 1

Ich freue mich für den Menschen Mohring.