Corona-Notfall-Lager Sachsen-Anhalt und Thüringen stocken Masken-Bestände auf

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt, die Fallzahlen übersteigen sogar die Höchstwerte der ersten Welle im Frühjahr. Während der ersten Infektionswelle gab es irgendwann nicht mehr genügend Schutzmasken und Desinfektionsmittel. Damit sich das nicht wiederholt, haben Länder, Landkreise und Städte vorgesorgt und Vorräte angelegt. Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es solche Notfall-Lager.

Mundnasenschutzproduktion
Werden die Masken wieder knapp? Sachsen-Anhalt und Thüringen haben vorgesorgt. Bildrechte: imago images/BildFunkMV

Krankenhäuser, Pflegeheime, Arztpraxen – sie alle hatten zur Hochzeit der ersten Welle der Pandemie Alarm geschlagen. Die Vorräte an Schutzmasken, Schutzbekleidung und Desinfektionsmittel waren aufgebraucht, der Markt leer gefegt und für die Restposten wurden Mondpreise aufgerufen. In Sachsen-Anhalt hat man daraus seine Lehren gezogen.

Über zehn Millionen Masken auf Vorrat

Man habe mittlerweile sehr große Bestände, sagt die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Ute Albersmann: "Wir haben sehr intensiv beschafft. Nachdem es im Frühjahr große Lieferengpässe gab, können wir jetzt sagen: Wir sind gut ausgestattet – auch für den Fall, dass es am Markt wieder schwierig werden sollte."

Knapp zehn Millionen Einfach-Mundschutzmasken habe das Land in den vergangenen Monaten an verschiedenste Einrichtungen verteilt, sagt Albersmann, etwa die gleiche Menge habe man noch auf Lager. Auch die sogenannten FFP2 Masken – mehr als dreieinhalb Millionen – habe man im Land verteilen können, auch davon gebe es nochmal genauso viele auf Lager.

Das sieht aber nicht bei allen Artikeln so aus, wirft Albersmann ein: "Es gab große Engpässe in den vergangenen Monaten zum Beispiel bei Schutzanzügen, die nicht zu bekommen waren. Da sind auch wir nicht besonders gut aufgestellt. Aber was das Desinfektionsmittel angeht, was auch zum Beispiel Visiere angeht, da ist man jetzt doch jetzt sehr viel weiter als im Frühjahr und da haben wir entsprechende Bestände."

Notfall-Lager auch in Thüringen

Auch Thüringen hat vorgesorgt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Erfurt betreibt der Freistaat ein Zentrallager, das derzeit unter anderem rund 700.000 Schutzmasken, 150.000 Einweghandschuhe und tausende Liter Desinfektionsmittel vorrätig hat.

Dazu teilte das Ministerium MDR AKTUELL schriftlich mit: "Im Falle einer Unter- bzw. Notfallversorgung können öffentliche oder medizinische Einrichtungen mit Schutzausrüstung, Desinfektionsmittel, etc. versorgt werden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass dieses System der Versorgung gut funktionierte."

Dazu kommen in beiden Ländern die Vorräte der Landkreise und Städte, die nicht zentral erfasst werden. Erfurt zum Beispiel hat unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle zwei Vorratslager eingerichtet. Nach Angaben der Stadt stehen unter anderem 35.000 Mundschutzmasken für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Pflegeeinrichtungen zur Verfügung.

Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser müssen auch selber vorsorgen

Im Rahmen des nationalen Pandemieplans sind die Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser aber angehalten, eigene Reserven vorzuhalten. "Grundsätzlich ist immer der Arbeitgeber zuständig dafür, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeitsschutztechnisch auszustatten, sodass nicht nur wir bevorraten, sondern zum Beispiel auch Krankenhäuser", erklärt die Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Sachsen-Anhalt, Ute Albersmann.

Und am Ende gelte das auch für jede Arztpraxis, so Albersmann. Ihr Ministerium gehe aber davon aus, dass heute alle besser aufgestellt sind, als es noch im Frühjahr der Fall war.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Oktober 2020 | 07:08 Uhr

10 Kommentare

Anni22 vor 12 Wochen

Tja entweder haben die Leute angst, das sie 2 Wochen oder länger wegen Quarantäne nicht zuhause raus dürfen oder es sind Ersatzhandlungen, nach dem Motto, irgendwas muss man ja tun. Oder die hoffen auf einen Gewinn und verscherbeln das später an Bedürftige ;-). Egal, Leute sammelt bitte irgend was anderes !

Copper vor 13 Wochen

Das hab ich noch nie verstanden. Wieso Klopapier, ist in der Pandemie eine der wichtigsten Sorgen der Deutschen etwa wie man sich den Hintern abwischt? Genauso hat der erste Lockdown auch gezeigt, dass der Einzelhandel mit Waren des täglichen Bedarfs nicht geschlossen wurde.

ElBuffo vor 13 Wochen

Ich gehe gant stark davon aus, dass die auch in Österreich nicht vom Himmel fallen, sondern ebenfalls käuflich erworben werden müssen. Vom Handelsunternehmen eben, welches diese Kosten dann auf seine Kunden umlegt.