Reiserückkehrer Corona-Testzentren: Sachsen beinahe pannenfrei

Ein Corona-Testverfahren besteht in der Regel aus einem Abstrich, der Laboruntersuchung und dem Testergebnis. Doch in Bayern ist dieses Verfahren bei einem Testzentrum für Reiserückkehrer offenbar misslungen. Tausende Menschen warten dort noch auf ihre Ergebnisse. Auch in Sachsen werden Reiserückkehrer getestet. Könnte so eine Panne auch hier passieren?

Reiserückkehrer gehen zum Corona-Testzentrum im Flughafen Düsseldorf.
Für einen reibungslos ablaufenden Corona-Test sind richtig ausgefüllte Formulare wichtig. Bildrechte: dpa

Auf den Fluren vor dem Corona-Testcenter am Flughafen Leipzig/Halle stehen die Reiserückkehrer. Auf Koffern und an Stehtischen füllen sie Formulare aus, die für den Test nötig sind. Die Reisenden kommen aus Warna in Bulgarien, der "Goldstrand-Gegend". Die Gegend gilt seit Kurzem als Risikogebiet. Die meisten hier wurden im Urlaub mit dieser Tatsache konfrontiert.

Test ist nach drei Tagen fällig

Auf den Test lassen sich die meisten Reisenden ein, wie eine kleine Umfrage am Flughafen zeigt. Eine Reisende erzählt: "Wir müssen jetzt laut Aussage von dieser Dame da vorne nur die Flugnummer hinschreiben, Telefonnummer und die E-Mail-Adresse. Und wir sollen die Chipkarten bereithalten. Und was anderes müssen wir nicht machen." Weitere Rückkehrer berichten, dass sie sich nach der Reise ohnehin auf das Coronavirus hätten testen lassen.

Vor Ort wird allerdings nicht kontrolliert, ob auch wirklich alle, die aus einem Risikogebiet kommen, zum Test gehen. Denn nach der Einreise hat man drei Tage Zeit, um einen Abstrich machen zu lassen. In Sachsen geht das an den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden, genauso wie beim Hausarzt oder in einer seit Montag eingerichteten Abstrich-Praxis in Chemnitz. Außerdem gibt es Testzentren an den Autobahngrenzübergängen der A4 und der A17.

Gesundheitsbehörde informiert über Ergebnis

Am Flughafen Leipzig/Halle werde das Angebot auch freiwillig sehr gut angenommen, erzählt Yannick Winkler, Honorararzt am Testzentrum des Flughafens Leipzig/Halle. Vom Abstrich bis zum Ergebnis dauere es derzeit 24 bis 36 Stunden: "Wir machen ja hier nicht den direkten Nachweis, wir erheben hier im Prinzip nur die Probenmaterialien." Das Labor weise dann nach.

Wenn das Labor einen positiven Befund habe, gebe es diese Information weiter an die Gesundheitsbehörde. Die Behörde ermittele dann die Person, die positiv getestet worden sei und setze sich mit dieser in Kontakt. Dann erfolge die weitere Abklärung, erklärt Winkler.

Zwei Mal am Tag werden die genommenen Proben von einem Kurierdienst in verschiedene Labore gebracht. Damit bei der Zuordnung nichts schiefgehe, sei es vor allem wichtig, in die Formulare nur die Mailadresse und die Telefonnummer einzutragen, sagt Winkler. Am Flughafen sei zusätzlich noch die Flugnummer wichtig. Den Namen und die  Anschrift könne man weglassen. Denn diese Daten würden über die Krankenkassenkarte direkt auf das Formular gedruckt. "Und wenn da dann schon was drinsteht, sieht das aus wie Kraut und Rüben", sagt der Honorararzt.

In Sachsen bisher kaum Pannen

Auf die Frage, ob es eine Zuordnungs-Panne wie in Bayern auch in Sachsen geben könne, antwortet Klaus Heckemann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen: "Erstmal können Pannen überall passieren. Ich denke mal, das kann niemand sagen, dass solche Pannen nicht passieren können. Aber eine, ich sage mal mit Bayern vergleichbare, Panne ist bei uns zumindest nicht passiert."

Allerdings habe das Personal an den Flughäfen bis vor zwei Tagen zum Beispiel geglaubt, nur deutsche Staatsbürger könnten sich testen lassen, sagt Heckemann. Eine kleine Panne, die inzwischen aber behoben sei.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. August 2020 | 06:10 Uhr

1 Kommentar

Goldloeckchen vor 23 Wochen

Da haben die Landeskriminalämter ganz schön zu tun das alles auszuwerten