Digitalisierung Geld aus Digitalpakt kommt nur langsam bei Schulen an

Die Mittel aus dem Digitalpakt des Bundes kommen nur langsam in den Schulen in Mitteldeutschland an. Bisher hat nur Sachsen die Bundesmittel weitergereicht. In Thüringen und Sachsen-Anhalt ist noch kein Geld aus dem Digitalpakt geflossen. Wie geht es also weiter mit der Digitalisierung an den Schulen?

Schüler einer 5. Klasse lernen mit iPads im Englischunterricht
Bisher hat nur Sachsen die Mittel aus dem Digitalpakt an Schulen verteilt. In Sachsen-Anhalt und Thüringen geht es nur langsam voran. Bildrechte: dpa

Rico Stodolka schließt einen Metallschrank im Klassenzimmer auf. Ein Großteil der neuen, digitalen Technik der SPI Thalheim, einer Fach- und Berufsschule für soziale Berufe im Erzgebirge, stapelt sich hier: "Es sind jetzt aktuell 24 Laptops angeschafft worden sowie vier weitere Tablets. Geplant ist, dass noch weitere Tablets kommen sowie sechs Arbeitsplatzcomputer."

Sachsen investiert Geld schnell

Schulleiter Stodolka hat für seine kleine Schule in freier Trägerschaft als eine der ersten Schulen überhaupt Geld aus dem Digitalpakt bekommen: 63.000 Euro. Neben Laptops und Computern, gibt es jetzt ein WLAN-Netz, fest installierte Beamer und Lautsprecher in jedem Klassenzimmer.

Am 15. Juli 2019 hatte Stodolka die Beantragung an das sächsische Bildungsministerium geschickt, knapp vier Wochen später war die Bewilligung da. Er lobt die Arbeit der Landesregierung, die sich sehr an der Praxis orientiert habe. Dadurch wurde es möglich gemacht, "dass jede Schule jeder Größenordnung gut an die Fördermittel kommen und dort ohne großen Personalaufwand diese beantragen konnte, die gerade aktuell benötigt werden."

Tatsächlich ist es nur ein dünner Ordner in Rico Stodolkas Büro, der die Antragsunterlagen und Bewilligung umfasst. Das Land Sachsen hat bisher 17 von 21 gestellten Anträgen bewilligt.

Thüringen und Sachsen-Anhalt brauchen etwas länger

In Thüringen und Sachsen-Anhalt ist dagegen noch kein Geld geflossen, aber Anträge können schon gestellt werden. Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner findet, dass sein Bundesland dennoch gut in der Zeit liege.

"Als die Verwaltungsvereinbarung dann unterschrieben war, hatten wir sozusagen über den Sommer hinweg bis zum neuen Schuljahr die vorbereitenden Maßnahmen so weit ergriffen, dass zum ersten Oktober die Richtlinie in Kraft getreten ist. Das ist aus meiner Sicht ein relativ zügiges Verfahren."

Tullner glaubt, dass die ersten Anträge im Januar auf dem Tisch liegen. Und dann soll alles ganz schnell gehen, denn alles sei soweit vorbereitet – die Bundesmittel sollen ja auch fließen und nicht gebunkert werden im Bildungsministerium. Denn Tullner geht davon aus, dass der Bedarf der Schulen die Mittel aus dem Digitalpakt noch übersteigen wird.

Langfristige Finanzierung nötig

Der Schulleiter Rico Stodolka, der übrigens studierter Informatiker ist, hofft, dass über den Digitalpakt hinaus regelmäßig Geld fließt. Damit die neue, digitale Technik auch künftig aktuell gehalten werden kann.

Man müsse permanent dranbleiben und immer wieder in einen kleinen Topf einzahlen, findet Stodolka, nur so könne man entsprechende Updates machen. "Aber das lassen wir einfach mal auf uns zukommen, das soll jetzt die Freude gar nicht trüben, dass man da jetzt was hat." Ob das Geld dann vom Bund oder aus den Kassen des Landes kommt, ist dem Schulleiter egal.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Dezember 2019 | 05:00 Uhr