Altes Rathaus am Alten Markt in Magdeburg
Seit Dienstag stehen auch die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Thüringen und Sachsen-Anhalt fest. Hier das Magdeburger Rathaus. Bildrechte: imago/mm images/Kajo

Kommunalwahlen in Mitteldeutschland CDU trotz Verlusten stärkste Kraft

Bei den Kommunalwahlen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat sich die CDU nach Auszählung der meisten Stimmen als stärkste Kraft behauptet, wenn auch mit Verlusten. Die AfD gewann stark hinzu. In Ostsachsen lag sie in zwei Kreisen an der Spitze. In Mitteldeutschlands größter Stadt Leipzig gibt es eine links-grün-rote Mehrheit im Stadtrat.

Altes Rathaus am Alten Markt in Magdeburg
Seit Dienstag stehen auch die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Thüringen und Sachsen-Anhalt fest. Hier das Magdeburger Rathaus. Bildrechte: imago/mm images/Kajo

Sachsen: CDU gewinnt meiste Kreise - AfD in Ostsachen vorn

Bei den Kreistagswahlen in Sachsen hat sich die CDU laut Statistischem Landesamt in acht der zehn Landkreise als stärkste Kraft durchgesetzt. Allerdings musste die CDU teils deutliche Verluste hinnehmen, während die AfD kräftig dazu gewann. In den ostsächsischen Kreisen Bautzen und Görlitz lag die AfD vorn.

Das neue Rathaus im Stadtzentrum von Chemnitz.
In Chemnitz konnte die CDU die Stadtratswahl knapp gewinnen. Bildrechte: dpa

Differenzierter sieht es in den drei kreisfreien Städten des Freistaates aus: In Leipzig gewannen nach dem vorläufigen Endergebnis die Linken trotz Verlusten mit 21,4 Prozent knapp vor den Grünen mit 20,7 Prozent. In der Messestadt gibt es eine links-grün-rote Mehrheit im Stadtrat. In Chemnitz konnte die CDU die Stadtratswahl laut vorläufigem Endergebnis mit 19,9 Prozent knapp vor der AfD (17,9 Prozent) entscheiden.

In Dresden wurden laut dem am Dienstag von der Stadt veröffentlichten vorläufigen Endergebnis die Grünen mit 20,5 Prozent die stärkste Kraft vor der CDU mit 18,3 Prozent. Die Stadtverwaltung hatte am Montag erklärt, wegen nicht vollständig ausgezählter Wahlzettel liege des Ergebnis voraussichtlich erst am 11. Juni vor, wenn der Wahlausschuss wieder zusammenkomme. Aus sechs Wahllokalen hatten die Ergebnisse gefehlt.

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz liegt der AfD-Politiker Sebastian Wippel nach dem ersten Wahlgang mit 36,4 Prozent vor dem CDU-Kandidaten Octavian Ursu (30,3 Prozent) und der von Grünen und Bürgerbündnis unterstützen Bewerberin Franziska Schubert (27,9 Prozent). Damit kommt es am 16. Juni zu einem zweiten Wahlgang, bei dem alle bisherigen und auch neue Kandidaten antreten können. Es reicht dann die einfache Mehrheit. Görlitz wäre bei einem Sieg Wippels die erste Stadt in Deutschland, in der die AfD einen Oberbürgermeister stellt.

Sachsen-Anhalt: CDU in Städten und Kreistagen Sieger

Für Sachsen-Anhalt liegen erst Teilergebnisse vor. Demnach wurde die CDU in den Kreistagen und Stadträten trotz heftiger Verluste stärkste Kraft. Die Christdemokraten erreichten 24,6 Prozent, wie die Landeswahlleitung am Dienstagmorgen mitteilte. Mit Abstand folgte die AfD mit 16,4 Prozent, knapp vor Linken (15,0 Prozent) und SPD (13,7 Prozent). Beide Parteien ließen Federn. Dagegen konnten Grüne und FDP kommunal leicht zulegen, die Grünen auf 8,4 und die FDP auf 5,9 Prozent. Für parteiunabhängige Wählergruppen stimmten 11,3 Prozent der Wähler. Die Wahlbeteiligung stieg um zehn Punkte auf knapp 54 Prozent. Dabei handelt es sich um vorläufige Ergebnisse. Einige Bezirke im Landkreis-Anhalt Bitterfeld wählen erst bei einer Nachwahl im September.

In der Landeshauptstadt Magdeburg gewann die CDU mit 18,6 Prozent, gefolgt von der AfD mit 14,4 Prozent. In Sachsen-Anhalts größter Stadt Halle lag - trotz Verlusten - die Linke mit 17,8 Prozent vorn, dicht gefolgt von der CDU mit 17,4 Prozent. In der dritten kreisfreien Stadt des Landes, Dessau-Roßlau, gewann die CDU - trotz Verlusten - mit 22,8 Prozent der Stimmen. Zweitstärkste Kraft wurde hier die AfD mit 16,8 Prozent.

Thüringen: CDU trotz Verlusten stärkste Kraft

Auch in Thüringen hat die CDU die Kommunalwahlen trotz erheblicher Verluste gewonnen. In den Kreistagen und Stadträten der kreisfreien Städte erreichten die Christdemokraten nach Abschluss der Auszählung aller Stimmbezirke am Dienstag 27,3 Prozent (2014: 35 Prozent). Zweitstärkste Kraft in den Kommunen wurde mit 17,7 Prozent die AfD, die erstmals in Thüringen flächendeckend angetreten war (2014: 0,6 Prozent). Die Linke kam auf 14 Prozent (2014: 21,9 Prozent). Die SPD erhielt 13,4 Prozent (2014: 18,3 Prozent). Die Grünen holten 7,5 Prozent der Stimmen, ein Zuwachs von 2,5 Punkten gegenüber 2014. Die FDP verbesserte sich um 1,4 Punkte auf 4,8 Prozent.

In der Landeshauptstadt Erfurt wurde die CDU laut vorläufigem Endergebnis mit 19,6 Prozent stärkste Kraft vor der SPD mit 17,1 Prozent. In Jena setzte sich die Linke mit 20,4 Prozent knapp vor den Grünen (19,4 Prozent) durch. Im ostthüringischen Gera wurde die AfD nach Auszählung aller Stimmbezirke mit 28,8 Prozent deutlich stärkste Kraft vor der Linken mit 18,3 Prozent.

Die Ergebnisse der Kommunalwahl im Freistaat gelten als Stimmungstest für die Landtagswahl am 27. Oktober.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. Mai 2019 | 00:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Mai 2019, 11:30 Uhr

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123 Kommentare

30.05.2019 10:44 Frührentner 123

im SLK freuen sich alle auf die konstruktive Zusammenarbeit mit den 16% AfD Mädels die allen "noch" unbekannt, vllt. nicht nur fischen "Wind" ergo Luft[nummern], sondern konkretes Handeln, den Jahrzehnten dort hockenden zeigen, wie Kommunale Politik funktioniert und nah dran am Bürger, deren Interessen vertreten

30.05.2019 08:50 der_Silvio 122

@115 Eulenspiegel; "Ich bezweifle nur das sie in Zukunft noch zweistellig sein wird"
Sie können natürlich versuchen, den Verlust der GroKo schönzureden - Verlust bleibt Verlust.
Bei ihnen und ihren Genossen wird durch ihr AfD-Bashing die Frustration richtig deutlich. Finden Sie sich damit ab.

Richtig beängstigend finde ich allerdings den Erfolg der Melonenpartei, sind die doch für die Steigerung der Energiekosten hauptverantwortlich!

29.05.2019 21:00 Ralf112 121

@110 aus Dresden: "Mit Gauland und mir sind es dann schon zwei, die das bestätigen."

Und weil Sie und Herr Gauland und natürlich unser Geheimagent das sagen, muss es stimmen? Wo Herr Gauland mit seinen Aussagen zu verorten ist, das hat doch die Auswertung des VS gezeigt. Und dass Rechte und Rechtsextremisten tagtäglich versuchen, Lügen und dümmliche Behauptungen immer und immer zu wiederholen, damit Leute wie Sie und 007 irgendwann denken, da ist was dran, das liest man auch jeden Tag. Dadurch wird es aber nicht wahr.

29.05.2019 18:55 Ralf112 120

@ 007: "In der AfD hingegen werden sie nicht ein ehemaliges NSDAP Mitglied finden. DIE AfD IST REIN. Unu sind sie dran ..."

Eine vermutlich nicht angreifbarer Fakt!

Dazu passend können Sie auch behaupten, dass die Friday for Future Bewegung REIN ist, weil kein NSDAP-Mitglied dort mitläuft. Und die Kindergartengruppe meiner Tochter wird auch REIN sein.

Ist die AfD auch REIN, wenn es um Rassisten, Antisemiten und Rechtsextremisten geht? Unu sind Sie dran!

29.05.2019 18:41 Ralf112 119

@108 SZ Rentner: "Da empfehle ich ihnen einfach mal googl'n : "Helmut Kohl über Migration " glauben sie mir ist wirklich ganz einfach . Vielleicht wird dann eine ihrer Bildungslücken beseitigt , ich helfe doch gerne."
Vielen Dank für den Hinweis. Können Sie mir vielleicht noch den Link schicken, in dem Herr Kohl sich dafür ausgesprochen hat, Flüchtlinge an der Grenze zu erschießen. Den finde ich derzeit nur unter AfD. Und dann suche ich noch den Link, in dem Helmut Kohl sich für ein Europa der Nationalstaaten ausgesprochen hat und weniger Europa gefordert hat. Auch das finde ich nur unter AfD...
Wissen Sie Herr Rentner, nur weil die AfD Spendenbetrüger sind wie Herr Kohl, stehen sie noch lange nicht in der Mitte der Gesellschaft. Aber trotzdem nochmals Danke für Ihre interessante Argumentation!

29.05.2019 17:23 der_Silvio 118

@116 Eulenspiegel; "Die AfD ist eine bedenklich rechts stehende kleine Randgruppe."
Aha, die AfD (12,6% bei der Btw 2017) ist eine kleine Randgruppe...
Was sind da bitteschön die FDP (10,7%), die LINKE (9,2%) und die GRÜNEN (8,9%).

29.05.2019 14:26 007 / Mut zur Wahrheit! 117

@ SZ Rentner 114 ... Das kommt davon wenn man die Post gelegentlich nur überfliegt. Sorry Kollege sie haben recht, aber ich kann"s leider nicht mehr löschen ...

29.05.2019 14:13 Eulenspiegel 116

Also nur weil man bei Adenauer einen Satz gefunden hat, der natürlich aus einer ganz anderen Zeit stammt und in einen ganz anderen Zusammenhang gehört, den die heutige AfD unterschreiben kann steht die AfD noch lange nicht in der gesellschaftlichen Mitte. Die AfD ist eine bedenklich rechts stehende kleine Randgruppe.

29.05.2019 13:15 Eulenspiegel 115

Hallo REXt 109
Also ich finde das sehr interessant wie sie darauf reagieren wenn jemand einfach seine Sicht der Dinge darlegt. Dabei behaupte ich gar nicht das die AfD sich selbst zerlegen wird. Ich bezweifle nur das sie in Zukunft noch zweistellig sein wird ganz einfach weil andere Dinge in der Politik wichtiger werden. Ich frage mich sowieso was soll diese Forderung nach einem Europa der Vaterländer. Also ich sehe nicht das die EU irgendjemand sein Vaterland wegnehmen will. Weiter denke ich nicht das man Probleme durch ignorieren oder leugnen löst. Darum werden die 18 – 25 Jährigen in Zukunft garantiert nicht AfD wählen nur weil sie ihre Energiekosten selber bezahlen müssen.

29.05.2019 11:30 SZ Rentner 114

@ 007 / Mut zur Wahrheit 113

Noch mal in RUHE lesen und überlegen wen ich angesprochen habe steht hinterm ersten @ ;-) .