Seniorenpaar und Euros
Bildrechte: imago/Steinach

Nur noch zwei Formulare Sachsen erleichtert Steuererklärung für Rentner

Auch Senioren müssen auf ihre Einkünfte Steuern zahlen. Für Rentner in Sachsen gilt ab dem 1. Mai eine vereinfachte Regelung für die Steuererklärung. Einfacher soll sie sein, verspricht das sächsische Finanzministerium.

von Birgit Raddatz, MDR AKTUELL

Seniorenpaar und Euros
Bildrechte: imago/Steinach

Zwei Seiten – die sollen Rentner, die keine weiteren Ausgaben oder Nebeneinkünfte haben, bei der Steuererklärung nur noch einreichen müssen. Die Angaben, die ohnehin beim Finanzamt vorlägen, müssten nicht mehr gesondert gemacht werden, sagt Sandra Jäschke vom sächsischen Finanzministerium. Das betreffe etwa die Höhe der Alterseinkünfte oder auch die Krankenversicherung. "Es wird damit deutlich einfacher werden".

Der Bund der Steuerzahler hatte jüngst kritisiert, die Steuererklärung sei für viele Rentner zu komplex. Man sei gespannt, wie viele Senioren die neue Regelung annehmen, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Es bleibe abzuwarten, ob es viele Einsprüche geben werde - etwa, weil Rentner noch Ausgaben gehabt hätten, die sich nicht in die vereinfachten Formulare eintragen ließen.

Es sei zwar ein erster guter Schritt, aber jeder Rentner müsse sich genau überlegen, ob er mitmachen wolle, rät Klocke. "Dafür muss ich mir anschauen: Was habe ich? Auch vielleicht mal in die Vorjahre zurückschauen, falls ich alte Steuerbescheide habe, was hatte ich da angegeben? Und passt das dann alles in die vereinfachte Steuererklärung mit hinein?"

Vier Bundesländer führen neue Regelung ein

Sachsen führt die neue Regelung zusammen mit Brandenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern ein. Hier war es zuvor als Pilotprojekt getestet worden. Nicht ausgeschlossen also, dass auch andere Bundesländer nachziehen könnten.

Thüringen gibt sich vorerst noch verhalten. Man wolle erst schauen, ob es vielleicht zu einem Mehraufwand für die Steuer- und Finanzverwaltungen komme und ob beide Seiten – also auch diejenigen, die die Steuererklärung abgeben – damit zufrieden seien. "Sobald da erste Erfahrungen vorliegen, werden wir unsere Schlussfolgerungen ziehen und uns gegebenenfalls auch daran beteiligen", sagt Uwe Büchner vom Landesfinanzministerium Thüringen. Er glaubt, dass diese interne Auswertung mindestens zwei Jahre dauern könnte.

In Sachsen ist man hingegen schon jetzt überzeugt, dass ab sofort die Steuererklärung für viele Rentner einfacher wird – die Formulare soll es bei den dortigen Finanzämtern oder im Internet geben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Mai 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Mai 2019, 05:00 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

24 Kommentare

02.05.2019 11:12 karstde 24

@ Barbara 12: Zudem sind Beamte noch nicht einmal in der Wertschöpfung tätig. Was Ihr schreibt ist Schwachsinn. Eine Arbeitskraft in der Wirtschaft kann davon nur träumen. Von der Pension will ich gar nicht erst reden. Also schreibt nicht so ein Mist.

02.05.2019 11:08 karstde 23

@ Barbara 21: Bei den 78% bleibt es ja nicht. Der wird stetig hoch gesetzt. Vorteile einer Verbeamtung: 1. Sicherheit des Arbeitsplatzes. 2. Versorgung im hohen Alter, nach Eintritt in den Ruhestand, ebenso wie bei Krankheit 3. Attraktive Aufstiegsmöglichkeiten 4. Anfallende Überstunden übernimmt der Staat 5. Günstige private Krankenversicherung 6. Sonderkonditionen bei Banken 7. Sonderkonditionen bei der sozialen Absicherung 8. geringere Kosten für Berufsunfähigkeitsversicherungen 9. Im Krankheitsfall haben Beamte Anspruch auf eine unbegrenzte Entgeltfortzahlung und müssen zudem keine Kündigung fürchten 10. Urlaubstage und Sonderurlaube 11. Zahlen keine Rentenversicherung, damit zu 100 Prozent steuerfrei 12. Beiträge zur Arbeitslosenversicherung müssen die unkündbaren Staatsdiener ohnehin nicht zahlen 13. Arbeitnehmer zahlen also mehr Steuern als Beamte, weil sie statt 100 nur 64 Prozent ihres eigenen Beitrags zur Rentenversicherung absetzen können.

01.05.2019 23:28 Reiner Wahnsinn 22

01.05.2019 18:12 Jürgen @15
Zitat: "Was regen Sie sich auf? Renten werden 2019 nur zu 78% besteuert, der Prozentsatz für Rentenfreibetrag beträgt 22%.Pensionen hingegen werden seit ewigen Zeiten zu 100%!!! besteuert, obwohl viele Pensionäre, die in den unteren und mittleren Gehaltsklassen tätig waren, auch nicht mehr Geld bekommen wie Rentner."
Hallo Jürgen, Ihr Beitrag Rentenbesteuerung stimmt nur zum Teil. Während AN und Rentner ihre Rentenbeiträge aus versteuertem Einkommen schonmal besteuert eingezahlt haben und nun als Rentner ihre Rente nochmals besteuert wird, ein Pensionär aber nie für seine Pension vorsorgen mußte, geht Ihre Argumentation ins Leere. Und die Sache mit den unteren und mittleren Gehaltsklassen: Schon gewußt, es gibt AN mit drei, vier oder fünf Jobs, die hätten gern Einkommen i.H. der unteren und mittleren Gehaltsklassen, aber oh Freude, die brauchen sich über Rentenbesteuerung mal nie zu sorgen.

01.05.2019 20:22 Barbara 21

01.05.2019 19:19 karstde
Beamte zahlen auch Steuern, so wie jeder er in diesem Land Geld bekommt. Beamten-Pensionen werden allerdings schon immer zu 100 % besteuert und nicht wie bei Rentnern mit nur 78 %. Das ist einer der großen Vorteile des Beamten. Ein weiterer ist, dass der Beamte seine Frau, sollte sie einmal arbeitslos werden, als freiwilliges Mitglied in der Gesetzlichen Krankenkasse versichern kann. Der Haken an der Sache, der Beamte zahlt diesen Beirag aus seiner eigenen Tasche, denn er wird i.d.R. in die Private Krankenversicherung gezwungen, wo es keine Familienversicherung gibt.
Sie brauchen sich nicht aufregen, dass jemand Schwachsinn schreibt, Ihre Beiträge sind nichts anderes.

01.05.2019 20:18 Peter 20

Den Leser meines letzten Beitrags bitte ich, das "nicht" im 4. Satz zu streichen, dann hat er mich richtig verstanden.

01.05.2019 20:15 Peter 19

@18 karstde: Ich bin durchaus bei Ihnen, die Zeit des Studiums bei der Rente anzurechnen.
Ich verstehe allerdings nicht, was das mit meinem Diskussionsbeitrag zu tun hat.
Fest steht: Von den insgesamt 20 Mio Rentnern in Deutschland zahlen nur 600.000 (3%) Steuern auf die eigentlichen Renten. Es sind nicht die, die durchaus auskömmliche Renten haben. 20% der Rentner zahlen allerdings Steuern, da sie "Nebeneinkünfte" haben. Zum Beispiel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder angelegtem Kapital. Und ich liege bestimmt nicht daneben, wenn ich meine, diese 20% der Rentner sind durchaus vermögend. Immerhin gibt es einen Sparerfreibetrag von 800 €.
Und wenn die 10%, die solche Rentner zum deutschen Steueraufkommen beitragen, wegfallen (Viele Kommentatoren fordern es vehement), wer muss dann zwangsläufig zur Kasse gebeten werden. Lesen Sie´s nach. Ich hab´s geschrieben.

01.05.2019 19:29 karstde 18

@ Peter 10: Sie schreiben eine ausgemachten Schwachsinn. Das so ein Mist im MDR überhaupt veröffentlicht wird, ist ein Skandal. Jeder arbeitnehmer, der gutes Geld verdient, hat etwas dafür gemacht. Der hat vor den Büchern gesessen und hat Geschwitzt, wenn die anderen Feiern waren. Ich weiß. Sie haben auch studiert. ??? Dann wird das Studium noch nicht einmal mit dem Abitur an die Rente angerechnet. Ihre Argumente kenne wir. Der Staat bezahlt ja mit. Sind Sie sich eigentlich im klaren, was Sie hier dem Publikum bieten? Sie sind nicht der Einzige. Sie sind aber Beispielhaft für diesen Mist. Und das die Welt sich anders dreht, als wie Sie hier versuchen zu Propagieren, Argumentieren können Sie ja nicht, liegt ja wohl klar auf der Hand. Sie sind von Grund auf ein Reaktionärer.
Tut mir leid, das musste mal gesagt werden.

01.05.2019 19:19 karstde 17

Erleichterung? Ist das e Witz? Es wird dem Bürger leichter gemacht, damit diese Gauner schneller n unser Geld kommen. Bezahlen müssen wir trotzdem und der Beamte lacht sich kaputt. Der Beamte hat ja nicht so viele Vorteile. Nein, überhaupt nicht.
Leute? Was ist ist in diesem Staat noch normal?

P.S. Und manche Redakteure scheißen sich ins Hemd. Nicht alle, aber einige.

01.05.2019 18:28 Maria A. 16

Peter, wo kommt nur diese Missgunst gegenüber alten Menschen her? Glücklicherweise ist es umgekehrt anders - wir Ollen können gönnen... Wer gestern Abend die Umschau gesehen hat beim MDR dürfte jetzt weniger Fragen haben. Es war ein tatsächlich sehr informativer und sachbezogener Bericht, der sogar mit einem realen Beispiel punkten konnte. Dafür meine Anerkennung, MDR. Wer sich also mal nicht aufs Hörensagen verlassen, sondern von Zahlen und Fakten überzeugen möchte, sogar in die Steuererklärung einen Blick werfen eines langjährigen Rentners wegen der Steuererhöhung der letzten Jahre - umgehend in die Mediathek reinschauen. Es lohnt sich wirklich, wenn man Rentner ist, es bald wird, oder sich für das Thema Rente interessiert. Schöne Restwoche noch.

01.05.2019 18:12 Jürgen 15

01.05.2019 07:29 Wikreuz
Was regen Sie sich auf? Renten werden 2019 nur zu 78% besteuert, der Prozentsatz für Rentenfreibetrag beträgt 22%.
Pensionen hingegen werden seit ewigen Zeiten zu 100%!!! besteuert, obwohl viele Pensionäre, die in den unteren und mittleren Gehaltsklassen tätig waren, auch nicht mehr Geld bekommen wie Rentner.