Verkehrsministerium Fluglärm in Leipzig/Halle: Ministerium verspricht Besserung

Eine Petition von Anwohnern gegen den Fluglärm in Leipzig ist zwar gescheitert, trotzdem könnte sich ihre Situation verbessern: Das sächsische Verkehrsministerium hat angekündigt, den Lärm mit einem neuen Flugverfahren reduzieren zu wollen.

Flugzeug im Landeanflug hinter den Positionslichtern auf dem Flughafen Leipzig/Halle
Ein neues Verfahren soll dafür sorgen, dass es rund um den Leipziger Flughafen weniger Lärm gibt. Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Beim Ausbau des Leipziger Flughafens könnte der Fluglärm durch ein neues Flugverfahren reduziert werden. Das teilte das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr nach einem Bericht des MDR-Magazins "Umschau" über den Streit um die Flugroute "Leipziger Südabkurvung" mit. Man sei zuversichtlich, dass in dem bevorstehenden Planergänzungsverfahren eine positive Regelung für die vom Flughafenausbau betroffenen Bürger gefunden werden kann.

Neue Lärmprognose

Darüber hinaus teilte das Ministerium mit, dass eine neue Lärmprognose mit Blick auf den Ausbau des Flughafens erstellt werden soll. Deshalb erscheine es gegenwärtig nicht ausgeschlossen, dass künftig "das Flugverfahren der kurzen Südabkurvung abgeschafft oder zumindest abgeändert wird." Dies würde den Fluglärm reduzieren.

Flughafensprecher Uwe Schuhart bestätigte, dass zeitnah zwei Planergänzungen bei der Landesdirektion Sachsen eingereicht werden sollen. Ob und inwiefern die Inhalte Änderungen der Flugroute "kurze Südabkurvung" beinhalten werden, konnte er allerdings nicht sagen.

DHL, Flughafen und Bürger im Dialog

Darüber hinaus finden Gespräche zwischen Bürgern, dem Flughafen und DHL statt. Die Gespräche wurden bisher vom Leipziger Bundestagsabgeordneten Jens Lehmann (CDU) moderiert. Sowohl Lehmann als auch DHL berichten von "sehr positiven" Gesprächen, bei denen es um eine Kompromissfindung ginge. "Wir sind auf einem guten Weg, bitten aber um Verständnis, dass wir uns zum Inhalt der Gespräche zum jetzigen Zeitpunkt nicht öffentlich äußern können und möchten", teile ein DHL-Sprecher in einer E-Mail mit. Weitere Gespräche sollen stattfinden.

Langjähriger Streit um "kurze Südabkurvung"

Die Flugroute "kurze Südabkurvung" ist Gegenstand eines langjährigen Streits zwischen Bürgern und den zuständigen Behörden. Derzeit ist die Route für Flugzeuge mit einem maximalen Abfluggewicht von 136 Tonnen zulässig. Anwohner und Leipziger Bundestagsabgeordnete fordern eine Begrenzung auf maximal 30 Tonnen, um den Fluglärm zu mindern. Auch eine komplette Abschaffung der Flugroute über den Westen Leipzigs steht zur Debatte.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 07. Juni 2019 | 20:15 Uhr