Zwei Kampfpanzer der Bundeswehr vom Typ Leopard 2 fahren 2018 auf dem Truppenübungsplatz Altmark an einer Stellung der niederländischen Heeres vorbei.
Mit dem Truppenübungsplatz Altmark sind hunderte Arbeitsplätze verbunden, auch zivile. Bildrechte: dpa

Verteidigungsausschuss Gefechtsübungszentrum Altmark: Betrieb gesichert

Der Betrieb des Truppenübungsplatzes in der Colbitz-Letzlinger Heide muss alle fünf Jahre europaweit ausgeschrieben werden. Den Zuschlag erhielt zuletzt ein schwedisches Unternehmen - was für Probleme sorgte.

von Angela Tesch, ARD-Hauptstadtstudio für MDR AKTUELL

Zwei Kampfpanzer der Bundeswehr vom Typ Leopard 2 fahren 2018 auf dem Truppenübungsplatz Altmark an einer Stellung der niederländischen Heeres vorbei.
Mit dem Truppenübungsplatz Altmark sind hunderte Arbeitsplätze verbunden, auch zivile. Bildrechte: dpa

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Marcus Faber aus der Altmark hatte fast nicht mehr daran geglaubt. Er sitzt im Verteidigungsausschuss, wo die Summe für den jährlichen Betrieb des Gefechtsübungszentrums im Haushalt angemeldet werden muss. Immerhin 25 Millionen Euro.

Doch immer wieder war dieser Punkt verschoben worden. Faber intervenierte daraufhin im Bundesverteidigungsministerium und machte auch im Ausschuss Druck. Er sagt, er habe die Befürchtung, dass man einfach mit dem Ergebnis der Ausschreibung nicht zufrieden sei - nämlich, dass ein schwedisches Unternehmen den Zuschlag bekomme. "Nur wenn man kein nichtdeutsches Unternehmen haben will, dann darf man nicht europäisch ausschreiben", meint Faber.

Alle fünf Jahre Beitreiberwechsel vorgeschrieben

Der Betrieb des Zentrums muss alle fünf Jahre neu und europaweit ausgeschrieben werden. Rheinmetall hatte in den letzten 10 Jahren die Nase vorn, beim letzten Mal bekam der Rüstungshersteller "Saab Deutschland", ein Ableger der schwedischen Saab-Gruppe, den Zuschlag. Weil sich die deutsche Waffenschmiede vor Gericht gegen die knappe Entscheidung beim Vergabeverfahren wehrte, hatte sich die Übergabe des militärischen Trainingszentrums der Bundeswehr fast ein Jahr lang hingezogen.

Der Liberale Marcus Faber sah wegen der Verzögerung Schadenersatzzahlungen an Saab auf die Steuerzahler zukommen und Konsequenzen für das Übungszentrum in seiner Heimat:

Marcus Faber
Bildrechte: MDR SPUTNIK

Da hängen in der Summe 600 bis 800 Arbeitsplätze dran, je nachdem ob man die Bundeswehrangestellten dazu zählt. Indirekt einige Tausend.

Marcus Faber, FDP-Bundestagsabgeordneter

Das sei in einer wirtschaftlich schwachen Region wie der Altmark ein wichtiger Faktor, sagt Faber. Deshalb sei es ihm auch so wichtig gewesen, einen reibungslosen Übergang und Weiterbetrieb sicherzustellen.

Gefechtssituationen mit Panzerverbänden üben

In dem Gebiet zwischen Haldensleben, Gardelegen und Stendal kann die Bundeswehr heute Interventionen von Luft-und Bodentrupps simulieren, sie kann Kämpfe in Städten üben, aber auch Gefechtssituationen mit Panzerverbänden.

Bundeswehr-Übungsstadt Schnöggersburg in der Altmark
In der Übungsstadt Schnöggersburg können Soldaten den Häuserkampf üben. Bildrechte: MDR/Andreas Müller

Die Bürgermeisterin von Gardelegen, Mandy Schumacher, beschreibt die Dimension: "Das ist ein riesiger Gebäudekomplex. Wir sprechen hier nicht nur von einer Kaserne, sondern von einem riesigen Gebiet, das ja auch 'be-übt' wird und wo auch gerade jetzt noch Sachen gebaut werden. Es wird ja erweitert, in der Nähe dazu wird ja auch Schnöggersburg gebaut", führt sie aus. Das Gefechtsübungszentrum sei nicht nur einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region, sondern auch gesellschaftlich aktiv und wichtiger Ansprechpartner. Vor Ort habe man das Gerangel um den Betreiberwechsel aber nicht gemerkt.

Reparatur und Modernisierung gefährdet?

Marcus Faber, der auch Partei-Vize der FDP in Sachsen-Anhalt ist, kann sich über die Einstellung der Millionen in den neuen Bundeshaushalt dennoch nicht so recht freuen.

So wie ich das sehe, ist das ein Deal, den die Koalition mit sich selbst gemacht hat.

Marcus Faber, FDP-Bundestagsabgeordneter

Einerseitz akzeptiere die Bundesregierung die Vergabe-Entscheidung, sagt Faber, andererseits beschließe sie, "dass letztmalig der Betrieb vergeben werden soll." Zukünftig soll das Zentrum nämlich ein Eigenbetrieb der Bundeswehr werden. Damit wäre das Übungszentrum in der Altmark europaweit einmalig, sagt Faber und erinnert daran, wie viel länger es dauere, wenn der Staat versuche einen Flughafen zu bauen. Das könne dann auch bei Reparatur- und Modernisierungsmaßnahmen in der Altmark passieren und im schlimmsten Fall die hohe Einsatzbereitschaft des Gefechtsübungszentrums gefährden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. November 2019 | 07:07 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. November 2019, 11:12 Uhr

13 Kommentare

Mediator vor 3 Wochen

Lieber Heimatloser, mehr als Antiamerikanismus und eine dazu passende unkritische Haltung gegenüber der russischen Außenpolitik ist in ihrem Beitrag kaum enthalten, oder was meinen sie mit Phrasen wie "Feind im eigenen Land" und der Leugnung, dass Russland gegenüber seinem Nachbarn der Ukraine in einen Krieg verwickelt ist und einen Teil des ukrainischen Staatsgebietes annektiert hat?

Können sie auch begründen, warum sie der Meinung sind, dass deutsche Soldaten generell nicht an Auslandseinsätzen teilnehmen sollten? Dafür haben sie doch sicher bessere Argumente als "Mir schwillt der Kamm"! Was stört sie denn konkret daran, dass die Bw sich in Mali engagiert? Also ich habe Lieber die Bw und die UN in Mali, statt dass dieses Land zu einer neuen Hochburg des IS wird.

Was stört sie denn bitte an meinem Kanonenfutter Vergleich? Was stört sie daran, dass die Bw ihre Soldaten adäquat ausrüstet um sie möglichst gut zu schützen?

Heimatloser vor 3 Wochen

@Mediator,
meinen Sie die Russen wollen Krieg?
Und wenn, ja warum?
Hat dieses Land nicht genug unter Krieg gelitten?
Gerade unter deutsche Angriffskriege?
Ist es wieder so weit,Russland der große Feind ?
Ach,nicht vergessen,Angriff ist die beste Verteidigung.Nur gegen wen?
Am besten gegen seine eigende Unvernunft.

Heimatloser vor 3 Wochen

@Mediator,
wenn ich ihre Kommentare lese,schwillt mir der Kamm.Gelinde ausge-
drückt."....durch miese Ausrüstung als Kanonenfutter zu verheizen."
Nein und nochmal nein,deutsche Soldaten haben im Ausland nichts zu
suchen!! Aber,Sie können ja noch besser argumentieren.
"das konnte man am deutschen Volkssturm sehen."Was für eine Ideolo-
gie !"Nun ist der deutsche Volkssturm Schuld,das die Rote Armee Berlin
eingenommen hat.Den Golfkrieg lasse ich mal Außen vor.Der ist ja ein
besonderes Schmäckerle.Noch einmal Kanonenfutter....was für ein Wort!Für mich,meine Familie und millionen Deutsche brauchen kein deutscher Soldat als Kanonfutter verheizt werden!
"Russland bedroht seine Nachbarn..."Ja klar,die alte Leier.Und Sie kur-
beln fleißig mit,kurbeln die Russlandfeindlichkeit in Deutschland mit an.
Für mich steht aber fest,der Feind steht wie eh und je im eigenden Land!
Amerika hat an Deutschlands Sicherheit nicht das geringste Interesse.
Hier ende ich.Aus Eigenschutz.