Mobbing in der Schule
Auch Mobbing ist eine Form von Gewalt an Schulen. Bildrechte: imago/emil umdorf

Bildungswesen in Sachsen Politiker und Lehrer: Gewalt an Schulen strenger ahnden

Ein Lehrer wird zusammengeschlagen, Schüler verschiedener Klassen schlagen aufeinander ein, der Banknachbar wird gemobbt – wenn solche Meldungen die Runde machen, egal ob in den Medien oder im Schulumfeld, dann machen sich nicht nur Eltern Sorgen. Politiker und Lehrer in Sachsen fordern, sich genauer mit Gewalt an Schulen zu befassen. Doch gibt es auch Zahlen, ob die Gewalt in Schulen zugenommen hat? Und was muss sich ändern?

von Astrid Wulff, Landeskorrespondentin Sachsen MDR AKTUELL

Mobbing in der Schule
Auch Mobbing ist eine Form von Gewalt an Schulen. Bildrechte: imago/emil umdorf

Dass die Gewalt an Schulen zugenommen hat, kann Jens Weichelt aus Erfahrung sagen. Immer wieder spricht er als Vorsitzender des sächsischen Lehrerverbands mit seinen Kollegen und häufiger als früher ist dabei Gewalt an Lehrern und Schülern ein Thema. Er sieht definitiv Handlungsbedarf:

Jens Weichelt
Jens Weichelt ist Gymnasiallehrer in
Limbach-Oberfrohna.
Bildrechte: dpa

"In erster Linie sollen solche Vorkommnisse nicht unter den Teppich gekehrt werden. Sie müssen in Statistiken erfasst werden, wenn sie tatsächlich zu einer Bedrohung führen, wenn Schüler sich nicht mehr sicher fühlen, wenn sie nicht mehr gern zur Schule gehen, wenn Lehrkräfte gemobbt oder sogar angegriffen werden. Das ist nicht tolerierbar."

Was die Statistiken aussagen

Petra Zais, die bildungspolitische Sprecherin der Grünen im sächsischen Landtag, fragt seit Jahren die Zahlen der Straftaten an sächsischen Schulen pro Schuljahr ab. Seit dem Schuljahr 2013/14 bewegen sie sich zwischen rund 3.200 und 3.800 Straftaten.

Der größte Teil sind mit Abstand Diebstähle, dann folgen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Besonders oft kommen die Straftaten an Oberschulen vor. Zais findet, es brauche in der Politik mehr Sensibilität für dieses Thema.

Man darf es nicht kleinreden, aber auch nicht skandalisieren. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass das Niveau bleibt.

Petra Zais, Bündnis 90/Die Grünen

Das beobachtet auch das Landeskriminalamt: Die Zahl der reinen Gewaltdelikte an Schulen ist demnach von 2016 auf 2017 leicht - um vier Prozent - gestiegen. Aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor.

Kritik von der AfD

Auch die AfD-Fraktion hat beim Innenministerium Zahlen zu Straftaten an Schulen in Dresden, Leipzig und Chemnitz erfragt und findet diese erschreckend hoch. Die bildungspolitische Sprecherin Karin Wilke kommt zu dem Schluss:

Die Lehrer sind relativ hilflos. Und man hat das Gefühl, dass den Schulen schon auch ein Maulkorb verpasst wird. Das heißt, dass über diese Vorfälle nicht so berichtet wird, wie man es gern hätte. Das führt natürlich zu einer verstärkten Verunsicherung bei Schülern und Eltern, weil die merken ja, was los ist, und haben aber das Gefühl, dass ihnen niemand wirklich hilft.

Karin Wilke bildungspolitische Sprecherin der AfD-Fraktion

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz von der CDU will das so nicht stehen lassen: "Das ist Bullshit, uns hier einen Vorwurf zu machen, dass man nicht drüber reden soll. Ganz im Gegenteil, ich habe Schulleiterinnen und Schulleiter ausdrücklich dazu ermutigt. Denn nur, wenn man weiß, was an den Schulen tatsächlich los ist, kann man da handeln. Maulkörbe oder irgendetwas vertuschen, das ist kompletter Unsinn."

Wie es weitergeht

Der Freistaat unternehme eine Menge, auch um Gewalt vorzubeugen und Opfer zu schützen. Trotz der Unstimmigkeiten klingt der Grundtenor bei Kultusminister, AfD, Grünen und Lehrerverbandschef ähnlich: Um der Gewalt an Schulen – und dazugehört auch Mobbing – Herr zu werden, müssen die Taten genau erfasst und streng geahndet werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. April 2019 | 08:09 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2019, 05:00 Uhr

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19 Kommentare

17.04.2019 09:13 Hossa 19

@ 4 MDR Redaktion
Abdul hat recht.
Sagt ihnen der Name Buschkowski etwas?
Bei diesem Herrn können Sie sich kundig machen.

16.04.2019 20:59 Max W. - Stichwort: Beutegesellschaft 18

@16.04.2019 19:30 Querdenker (siehe „bmfsfj Jugendliche Migranten muslimische Jugendliche Gewalttätigkeit und geschlechter spezifische Einstellungsmuster“ (Seite 22 - Abbildung 8 „Zustimmung zu gewalt legitimierenden Männlichkeitsnormen“).

Immer mehr Bürger sehen sich nach einer Schule für ihr Kind um, wo der Migrantenanteil gering ist. Privatschulen für wohlhabendere Bürger nehmen immer mehr zu)

In Berlin geht das soweit, dass, wer immer kann, seine Kinder in anderen Bezirken bei Verwandten und Freunden zu melden versucht, um der Zuweisung nach Schulbezirk zu entgehen. Das wissen auch die Grünen - deren Mitglieder (ich kenne einige persönlich) BTW dasselbe praktizieren - und versuchen es mit dem Bußgeldknüppel.
Es ist ein bildungspolitisches und demokratisches DESASTER, das hier abläuft im Staate Merkel.

16.04.2019 20:22 Auf der Sonnenseite des Lebens 17

Man muss auch nicht immer mit dem Finger auf Geflüchtete zeigen und gleich gar nicht auf Kinder.

Auch Kinder von Geflüchteten sind Schutzbedürftige.

Die der besonderen Fürsorge bedürfen.

16.04.2019 20:18 Auf der Sonnenseite des Lebens 16

ich gehe mal davon aus, das sich das zwischen Deutschen und Flüchtlingen die Waage hält.

Kinder sind Kinder und gerauft wurde schon immer.

Als Gewalt sollte man das nicht darstellen.

16.04.2019 19:30 Querdenker 15

Es gibt eine Kurzexpertise vom „Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“. Diese bezieht sich auf Studien und demnach ist die „Zustimmung zu gewalt legitimierenden Männlichkeitsnormen“ bei Deutschen *ohne* Migrationshintergrund gering im großen Gegensatz zu Menschen mit Migrationshintergrund Nordafrika, Arabien, Türkei, Albanien. Im *Durchschnitt* sind demnach Männer mit einem entsprechendem Migrationshintergrund eher dazu geneigt, eine Auseinandersetzung ggf. gewaltsam zu lösen. An Schulen spiegelt sich das natürlich wieder.

siehe „bmfsfj Jugendliche Migranten muslimische Jugendliche Gewalttätigkeit und geschlechter spezifische Einstellungsmuster“ (Seite 22 - Abbildung 8 „Zustimmung zu gewalt legitimierenden Männlichkeitsnormen“).

Immer mehr Bürger sehen sich nach einer Schule für ihr Kind um, wo der Migrantenanteil gering ist. Privatschulen für wohlhabendere Bürger nehmen immer mehr zu (siehe „zeit Privatschulen: Glänzende Aussichten).

16.04.2019 19:22 Max W. 14

[Lieber Willy, für eine konstruktive und sachliche Diskussion wünschen wir uns, dass Behauptungen nicht einfach in den Raum gestellt werden. Deshalb die Nachfrage nach der Quelle.]

Soll der Mann mit Diktiergerät durch den Alltag daddeln?!
Machen sie eine anonyme, statistisch hinreichende Umfrage an deutschen, französischen, niederländischen usw. Schulen und sie brauchen fünf Jahre für die Auswertung der "Belege".

Schon Lehramts-Praktikanten und -Referendare lernen: Finger weg von Problemschulen mit hohem Migrantenanteil - und wir reden dabei natürlich nicht über Mitteleueropäer.

Jeder Berliner, jeder Gelsenkirchener, Bremer, Frankfurter usf. Bürger weiss das und wenn er Kinder hat sogar aus eigener Erfahrung.

Unglaublich, was hier wieder an Konditionierung veranstaltet wird.

16.04.2019 19:11 Max W. 13

@16.04.2019 10:49 Abdul (Beteiligt in hoher Anzahl werden mit Sicherheit die Kinder unserer Neubürger sein, wie in Berlin und Hamburg. Aber das kann man ja mit der Nazikeule totschweigen.)

So sieht es aus: Ein paar Unterhaltungen mit Berliner Lehrern in den einschlägig bekannten Bezirken und das Problem hat einen Namen: Islam.

16.04.2019 19:08 Wo ist das Lobbyregister? 12

@16.04.2019 08:32 Querdenker

(„Bullshit“ reden vor allem Regierungsparteien im „Superwahljahr“, die jahrelang schlecht gearbeitet haben. Schon alleine, dass es keine ordentliche Statistik deutschlandweit gibt, sagt eigentlich alles.

siehe „sueddeutsche Gewalt an Schulen: Aufschrei der Lehrer“

Zitat: „… Diese Angst könnte damit zusammenhängen, dass ein einheitlicher Umgang mit Gewalt gegen Lehrer in Deutschland fehlt. Nach Auskunft des VBE wurde das Thema lange bagatellisiert oder verschwiegen. Eine bundesweite Erfassung oder gar Meldepflicht existiert nicht, solange keine Gewaltkriminalität vorliegt. ...“)

Eine Gesamterfassung liegt nicht vor, weil die KLAR auf die Ursachen und Verursacher verweisen würde. M. a. W.: Auf die Handlungs-Zusammenhänge und Motive der Herrschenden Verhältnisse. Das ist ja nicht der einzige Fall absichtlich unterlassener Aufklärung bzw. Verschleierung.

16.04.2019 16:58 Fragender Rentner 11

Ist schon super wie schnell man dies merkt?

Früher hatten wir auch keine sogenannten Sozialarbeiter und sind auch klar gekommen.

Hat zwar manchmal auch etwas gedauert, man hat ssich aber gefunden.

16.04.2019 15:40 Willy 10

Lieber MDR also nun s. bitte mal sachlich ich kann doch nur das wieder geben was wir selber erlebt haben denken sie ich lüge dazu, mit welchem grunde solle ich das erfinden were doch von mir schwachsinn was zu schreiben was nicht stimmt, finde ich nicht in ordnung von ihnen dann kann man diese gesamten S. zumachen wenn man nichts glaubt und Tatsachen schreiben darf.