Symbolbild Einbruch, Einbrecher will in ein Haus eindringen, schleicht sich auf der Terrasse an.
In Sachsen-Anhalt gibt es mehr Wohnungseinbrüche. Bildrechte: IMAGO

Kriminalstatistik Zahl der Einbrüche in Sachsen-Anhalt gestiegen

Die neue Kriminalstatistik hält eine erfreuliche Nachricht bereit: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Doch nicht alle können sich darüber freuen, denn in Sachsen-Anhalt sind die Zahlen gestiegen statt gesunken. Woran liegt das?

von Lydia Jakobi, MDR AKTUELL

Symbolbild Einbruch, Einbrecher will in ein Haus eindringen, schleicht sich auf der Terrasse an.
In Sachsen-Anhalt gibt es mehr Wohnungseinbrüche. Bildrechte: IMAGO

Erst am Wochenende vermeldete die Polizei in Sachsen-Anhalt wieder mehrere Einbrüche: In Haldensleben zum Beispiel hatten Unbekannte die Terrassentüren zweier Einfamilienhäuser aufgehebelt und Schmuck gestohlen.

Entwicklung entgegen bundesweitem Trend

Ähnliche Fälle gab es vergangenes Jahr zuhauf. Mehr als 2.800 angezeigte Wohnungseinbrüche zählten die Behörden – fast vier Prozent mehr als im Vorjahr. Und das, obwohl der Trend deutschlandweit eindeutig in die andere Richtung geht.

Personallage mit Schuld am Anstieg?

Peter Alexander Meißner, Landesvorsitzender des Bundes der Kriminalbeamten, sieht im Anstieg der Einbruchszahlen erst einmal eine normale statistische Schwankung – schließlich lagen sie auch schon mal viel höher. Allerdings, betont Meißner, "ist das in Sachsen-Anhalt sicherlich auch dem geschuldet, dass wir hier den geringsten Personalbestand der Polizei seit Bestehen des Bundeslandes haben und das hat natürlich Auswirkungen. Weniger Streifenbeamte, die unterwegs sind und weniger Verfolgungsdruck auf Straftäter."

Neue Kampagne soll Aufmerksamkeit stärken

In etwa 21 Prozent der Fälle konnte die Polizei im vergangenen Jahr die Täter ermitteln. Damit liegt Sachsen-Anhalt über dem Bundesschnitt. Generell seien die Einbruchszahlen aber zu hoch, meint das Innenministerium – und startet deshalb im Herbst eine Aufklärungskampagne.

Wohnungsbesitzer sollten damit zum Einbau moderner Sicherheitstechnik bewegt werden und ihre Nachbarschaft aufmerksamer beobachten.

Kein Personal zur Prävention

Im polizeilichen Alltag komme die Prävention hingegen viel zu kurz, sagt Kriminalpolizist Meißner. "Direkte Beratungsleistungen gibt es zwar auch noch – das ist aber zurückgefahren worden, denn wenn ich wenig Personal habe, ist das auch ein Bereich, wo ich Personal einsparen muss."

Rückgang in Sachsen

Dabei könnten viele Einbrüche durch sicher abgeschlossene Türen und Fenster verhindert werden, glaubt auch Cathleen Martin, die Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft in Sachsen. Hier ging die Zahl der Wohnungseinbrüche 2018 leicht zurück.

Zum einen, weil die Menschen für das Thema sensibilisiert seien, erklärt Martin. Zum anderen, weil die Polizei etwa in Leipzig effektiver ermittle als früher. Denn statt die Delikte nach Stadtteilen zu sortieren, werde täterorientiert gearbeitet.

Martin erklärt die Vorgehensweise: "Dass man tatsächlich sagt, diese Begehungsweise sieht nach diesem Täter aus und alles, was in dieser Begehungsweise ist, fassen wir zusammen und ist auf ein Täterprofil zugeschnitten."

Härtere Strafen für Täter

Aber auch eine weitere Änderung hatte sicher einen großen Einfluss auf die bundesweit rückläufigen Fallzahlen, denn seit Juli 2017 drohen den Tätern härtere Strafen: Mindestens ein Jahr Gefängnis steht auf den Einbruch in eine Privatwohnung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. April 2019 | 08:08 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. April 2019, 05:00 Uhr

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11 Kommentare

03.04.2019 05:18 Auf zum letzten Gefecht! 11

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02.04.2019 21:32 nilux 10

Nach eigenem Erleben macht die Poliziei in Sachsen-Anhalt inzwischen eine gute Präventionsarbeit. Ich denke dass die Bemühungen zur Aufklärung von Einbrüchen auch sehr hoch sind.
Über unseren Grundstücken kreisende Hubschrauber mit Flutlicht waren in letzter Zeit schon deutliche Anzeichen, dass die Polizei das wirklich ernst meint.
Mich wundert, dass die besonders hohen Zahlen an Einbrüchen in Nähe der Autobahnen A2 und A9 nicht thematisiert werden, obwohl nun gerade dort auch vom MDR über Bürgerwehren und den Einsatz privater Wachdienste berichetet wurde.
Soll wohl nicht sein, warum auch immer.

02.04.2019 21:14 Dada 9

In den Radionachrichten wurde gesagt das die Wohnungseinbrüche zugenommen haben. Was stimmt denn da nun?

02.04.2019 17:51 Mikro 8

@3 Mediator Artikel lesen hilft auch Ihnen.Es geht um Sachsen Anhalt.Was interessiert mich Unsinn über Bayern.Zu behaupten das jemand Knasterfahrung hat finde ich schon beleidigend.Mit ein bisschen Allgemeinbildung wüßten Sie,das 2Halligalli natürlich recht hat.Was hat der Beitrag oben mit Hetze gegen Ausländer zu tun?Sie interpretieren hier wieder Sachen hinein,mit der Sie mal wieder eindeutig,wie so oft,das Thema verfehlen.Wieder einmal setzen 6.

02.04.2019 17:18 Fragender Rentner 7

Was heißt eigendlich Dunkelfeld wie es auf der vorderen Seite steht und das es nicht erfaßt wird?

Ist es da zu dunkel dass wir es nicht wissen sollen? :-)

02.04.2019 16:29 Aktivator 6

Bin da irgendwie garnicht überrascht.
Zuwenig Polizei weil kein Geld da ist.
Und zuviele Gäste wo Geld für da ist.
Irgendwie logisch.

02.04.2019 16:05 Nummer 99 5

„In Haldensleben zum Beispiel hatten Unbekannte die Terrassentüren zweier Einfamilienhäuser aufgehebelt und Schmuck gestohlen.“
Also ich denke wer ein Einfamilienhäuser besitzt bei dem man immer noch die Terrassentüren so einfach aushebeln kann der ist es ja wohl selbst in Schuld. Ich habe selber vor ein paar Monaten ein Einbruchsversuch erlebt. Das einzige was diese Leute erreichen konnten ist das ich mir ein neuen Schließzielinder kaufen musste sonst nichts. Ein paar Euro mehr anlegen für die Sicherheit lohnen sich echt.

02.04.2019 14:49 C.T. 4

Lösung: Den Eigentümern das Recht einräumen ihren Besitz selbst aktiv schützen zu dürfen. Mit Waffen oder Fallen lassen sich Einbrecher abschrecken, nicht mit Kameras. Ein toter Einbrecher wird nicht rückfällig und generiert außerdem weit weniger Kosten für die Allgemeinheit als ein inhaftierter.

02.04.2019 14:43 Mediator 3

Schaut man sich die Straftaten in verschiedenen Bundeländern an, dann erkennt man deutlich, dass in Ländern die bereits vor längerer Zeit die Trendwende Personal bei der Polizei eingeleitet haben die Zahlen besser sind.

Statt populistisch nach angeblich Schuldigen und Sündenböcken zu suchen sollte man nach Ursachen von Problemen suchen und die richtigen Maßnahmen ergreifen. Gegen Ausländer zu hetzen, wenn das Problem zu wenige Polizisten sind ist schlicht und ergreifend dumm und fremdenfeindlich. In Bayern ist z.B. trotz 3 mal so hohem Ausländeranteil die Zahl der Straftaten um ca. 60% niedriger als in Sachsen-Anhalt.

@1: Jeder sichert sein Fahrrad mit einem zum Wert adequaten Schloss und erwartet nicht, dass ein Polizist daneben steht. Analog ist beim Haus zu verfahren.

@2: Sie scheinen ja reichlich Knasterfahrung zu haben, wenn sie 1 Jahr eingesperrt sein und Fremdbestimmung in Deutschland als Kur bezeichnen. Einfach mal nachdenken bevor man so einen Unsinn schreibt!

02.04.2019 13:22 Halligalli 2

Eigentlich eine in sich, widersprüchliche Nachricht.
Mindestens 1 Jahr als harte Bestrafung zu bezeichnen, ist absurd, Anrechnung U Haft, plus gute Führung, Knast eher Kur, statt Strafe, keinem Ganoven ging es je besser, als im Bundesdeutschen Gefängnis.und das Hauptproblem bleibt, niedrige Aufklärung, somit schließt sicher Kreis.