Abgeordnete und Landesregierung sitzen im Thüringer Landtag in Erfurt (Thüringen).
Der Thüringer Landtag wird Ende Oktober neu gewählt. Dann gibt es neue und alte Gesichter im Plenum – doch wer mit wem koaliert, steht in den Sternen. Bildrechte: dpa

Nach Umfrage Thüringer CDU und Linke hoffen vor Wahlen auf Trendwende

Nach aktuellen Umfragen würde es bei der Landtagswahl in Thüringen für Rot-Rot-Grün nicht reichen. Bei den diskutierten Optionen unter CDU-Führung sieht es genauso aus. Selbst "Kenia" hätte keine Mehrheit. Mit der AfD will sowieso keine Partei koalieren. Was nun?

von Lily Meyer, Landeskorrespondentin Thüringen MDR AKTUELL

Abgeordnete und Landesregierung sitzen im Thüringer Landtag in Erfurt (Thüringen).
Der Thüringer Landtag wird Ende Oktober neu gewählt. Dann gibt es neue und alte Gesichter im Plenum – doch wer mit wem koaliert, steht in den Sternen. Bildrechte: dpa

Auf die Frage, ob die Linke über eine Zusammenarbeit mit der CDU nachdenken müsse, hat deren Landesvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow eine klare Antwort: "Nein!" Sie sei guter Dinge, dass die Linke noch mal zulegen werde und dabei die aktuellen Koalitionspartner vielleicht noch etwas mitziehen könne.

Linke zeigt sich kämpferisch

"Wir wollen Rot-Rot-Grün", sagt die Parteichefin. Und dafür werde man sich die nächsten sechs Wochen stark machen.

Wir brauchen keine instabilen Verhältnisse in Thüringen. Es kann ganz einfach sein, wenn Bodo Ramelow mit rot-rot-grün die Mehrheit bekommt.

Susanne Hennig-Wellsow Parteichefin Die Linke in Thüringen

Ob es so einfach wird, ist allerdings fraglich. Was, wenn es nur für eine Minderheitsregierung reicht? Vor dem 27. Oktober 18 Uhr wüsste niemand, wie die Verhältnisse dann aussehen würden, sagt Hennig-Wellsow.

Hennig-Wellsow vermutet, dass die Menschen durch die aktuellen Umfrage-Ergebnisse noch mal darüber nachdächten, was sie wirklich wollten.

Minderheitsregierung als mögliches Modell

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hatte Ende August in einem Zeitungsinterview dafür plädiert, das Modell einer Minderheitsregierung weniger als Stabilitätsrisiko zu betrachten. Man solle es vielmehr als Chance ansehen, über neue Wege auch neue, zeitgemäße politische Ideen zu entwickeln.

Auf Twitter ergänzte Ramelow allerdings, eine Minderheitsregierung sei weder sein Ziel noch kämpfe er für ein solches Modell.

CDU: Keine Koalition mit AfD und Linke

Für die CDU sei eine Minderheitsregierung keine Option, sagt Raymond Walk, der Generalsekretär der Thüringer CDU. Das Ziel der CDU sei es, die Mitte zu stärken und als bürgerliche Mitte wieder über 50 Prozent zu kommen.

Walk gibt sich optimistisch. Unter anderem, weil CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring bei der Frage nach der Politikerzufriedenheit 40 Prozent einfahren konnte. Einen Koalitionswahlkampf führe die CDU nicht, sagt Walk.

Jeder muss für sich alleine kämpfen, das tun wir. Und unser Gesagtes bleibt natürlich bestehen: Wir grenzen uns klar nach rechts und nach links ab.

Raymond Walk Generalsekretär der CDU Thüringen

Am Ende müssten die Menschen in Thüringen entscheiden, wie es weitergehen soll, sagt Walk. Heißt, die CDU bleibt bei ihrer Ansage: Keine Koalition mit der AfD oder der Linken.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. September 2019 | 06:07 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2019, 05:00 Uhr

55 Kommentare

JanoschausLE vor 4 Wochen

Der Thüringen Trend sagt auch, dass ca. 75% der Thüringer keine Koalition mit der "Alternativen" wollen und 60% der AfD Wähler Protestwähler sind. Ihr Kommentar wird auch nicht wahrhaftiger, wenn Sie es in Latain versuchen

JanoschausLE vor 4 Wochen

Glauben Sie den Stuss eigentlich selbst? Den Sie schreiben? Ich meine, viele glauben auch an Allah. Das Interview Höcke s zeigte ja ganz eindeutig, wie man sich blamieren kann, befragt zum eigenen Buch, mit einem Pressesprecher, der, so Höcke, wohl seinen Chef falsch zum geplanten Interview informierte. Jeder Buchautor wäre froh, wenn er im TV sein Buch werben erklären könnte. Und was die eigenen Parteikollegen nur zu dem EINEN Zitat daraus sagten. Wer denkt, wie H. H., der will keine Demokratie mit FDGO.

aus Elbflorenz vor 4 Wochen

aha, gestern CDU oder SPD
und
heute nichtdemokratisch, Gegner der FDGO, für Einschränkungen der Pressefreiheit, Hetze der üblesten Art, Drohungen gegen Andersdenkende, gegen alles, was undeutsch ist (vgl. Desiderius-Erasmus-Stiftung und gilt das auch für die Lega Nord, Brexit-Party, Rassemblement National, dass die gegen alles sind, was undeutsch ist?)....alles klar.

Der Grund für die Diffamierung der AfD ein anderer: mit der Aufgabe rein wirtschaftsliberaler Positionen und der Annahme einer Politik für das Volk (lat. populares, dt. Populisten) ist die AfD eine Konkurrenz für die Altparteien geworden und steht deren NWO-Politik entgegen. Mit einer starken AfD werden Koalitionen für die Altparteien immer schwieriger. Darum wählen Linke jetzt wahltaktisch CDU und CDU-Stammwähler wahltaktisch die Linke.