Kopfnoten
Kopfnoten bewerten Betragen, Fleiß, Ordnung und Mitarbeit von Schülern. Bildrechte: imago/Panthermedia

Gerichtsurteil Sächsischer Schüler kann Zeugnis ohne Kopfnoten verlangen

Mit Kopfnoten werden Betragen, Fleiß, Ordnung und Mitarbeit von Schülern bewertet. Ein sächsischer Schüler klagte dagegen – und bekam vor Gericht Recht. Kopfnoten seien ein Eingriff in die Freiheit der Berufswahl.

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Kopfnoten bewerten Betragen, Fleiß, Ordnung und Mitarbeit von Schülern. Bildrechte: imago/Panthermedia

Schüler, die sich in Sachsen auf einen Ausbildungsplatz bewerben, dürfen nicht mit Kopfnoten bewertet werden. Dafür fehle die Rechtsgrundlage, entschied am Montag das Verwaltungsgericht Dresden. Schüler der neunten Klasse, die sich auf einen Ausbildungsplatz bewerben, könnten damit ein Zeugnis ohne Kopfnoten verlangen.

Kopfnoten schränken Berufswahl ein

Geklagt hatte der Schüler einer neuen Klasse, der sich bei Unternehmen auf einen Ausbildungsplatz bewerben will. Er erhält nun vorläufig ein Zeugnis ohne Kopfnoten, mit denen Betragen, Fleiß, Ordnung und Mitarbeit bewertet werden. Gegen den Beschluss im Eilverfahren kann noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass Kopfnoten ein Eingriff in die Freiheit der Berufswahl eines Schülers darstellen. Über einen solch wesentlichen Eingriff in Grundrechte müsse der Gesetzgeber entscheiden, im Schulgesetz aber fehle eine Norm, die Kopfnoten ausdrücklich erwähnt.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26. November 2018 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. November 2018, 10:50 Uhr

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26 Kommentare

28.11.2018 22:49 Bernd L. 26

Gerd Müller:
Der erste Satz war als Ironie gemeint. Kopfnoten gehören selbstverständlich dazu, weil sei helfen, die Persönlichkeit jenseits der reinen Fachnoten einzuschätzen.
Meine Aussagen zum ständigen Niveauabfall sind richtig und längst vielfach bewiesen.

28.11.2018 13:59 Gerd Müller 25

niemand soll nach Äußerem beurteilt werden aber genau das könnte nach kopfnoten-gerichtsurteil passieren #24 übertreibt wie immer oder sind seine Kommentare gemeint

28.11.2018 10:44 Bernd L. 24

Warum nicht gleich alle Noten weglassen (denn die diskiminieren ohnehin nur)? Das Land der Dichter und Denker geht unbeirrt den Weg des Niveauabfalls und in die Dummheit (der Dieselhype zeigt es).

27.11.2018 19:50 Ricarda 23

kluges Kerlchen - Leute mit guten oder sehr guten Noten klagen nicht - und wenn da nichts steht weiß Karrierecoach wen er vor sich hat

27.11.2018 18:59 Ludwig 22

@18 Morchelchen
"Warum es noch Zensuren gibt, Bippus? Damit die Spreu vom Weizen getrennt werden kann und bald nicht 97 Prozent aller Jugendlichen studierfähig sind, wenn nur nach Wohlgefallen entschieden wird."
Sie haben ja noch die ganz veraltete Denkweise. Wie kommen Sie darauf, dass es Spreu und Weizen geben könne und das eine vom anderen getrennt werden müsse?
Es wird nicht mehr lange dauern, dann entscheidet ein Gericht, dass jeder junge Mensch unabhängig von seiner Vorbildung einen Rechtsanspruch auf einen Studienplatz hat. So ähnlich wie beim Anspruch auf ein Gymnasiumsplatz. Und dann hat der Staat für jede und jeden Studierwilligen einen entsprechenden Studienplatz vorzuhalten. Ich arbeite dafür gern bis 80. Aber ob meine Kollegen das so toll finden ? ;)

27.11.2018 18:21 Lyriklümmel 21

"Beschluss im Eilverfahren"
Da war die Kopfnotennot wohl groß?!

27.11.2018 17:12 Ludwig 20

@13 Danke mdr :)

27.11.2018 17:00 Wolfgang Nawalny 19

Der Grad der Dummheit der sich momentan in und vor allem durch diesen Staat ergießt, ist in Zahlen nicht mehr auszudrücken und kaum in Worte zu fassen. Schilda war dagegen eine weise Stadt.

27.11.2018 16:26 Morchelchen 18

Es ist schon so, die Menschheit wird immer merkwürdiger...
Warum es noch Zensuren gibt, Bippus? Damit die Spreu vom Weizen getrennt werden kann und bald nicht 97 Prozent aller Jugendlichen studierfähig sind, wenn nur nach Wohlgefallen entschieden wird (oder gar nach "ökonomischem Hebel"). Denn die deutschen Unis sind heutzutage schon voll genug...

27.11.2018 16:18 Frank 17

Die Urteilsbegründung ist an Naivität nicht zu überbieten. Leben die Richter unter uns oder vielleicht doch auf dem Mond?
Eingriff in die Freiheit der Berufswahl? Ach wirklich?
Wer sich bewirbt durchläuft in aller Regel ein Assessment. Dort wird dem Bewerber ganz schnell auf den Zahn gefühlt und durchleuchtet was er kann und welche Persönlichkeit er ist. Dort endet seine Freiheit und die unternehmerische Freiheit beginnt. Spätesten dort wird der Scharlatan geerdet und findet sich im realen Leben wieder. Gegen was möchte er dann klagen? Vielleicht dem Arbeitgeber zu verbieten ein Assessment in den Bewerbungsprozess zu integrieren?