Mobilfunkmast
Bundesweit soll die Zahl der Mobilfunkmasten massiv erhöht werden. Bildrechte: Colourbox.de

Interview Landrat: Zwei Jahre reichen nicht, um Funklöcher zu schließen

Die Bundesregierung will mehr als eine Milliarde Euro bereitstellen, um Funklöcher zu stopfen. Der Landrat des Burgenlandkreises, Ulrich, begrüßt die Ankündigung. Er hält den eingeplanten Zeitraum allerdings nicht für realistisch.

Mobilfunkmast
Bundesweit soll die Zahl der Mobilfunkmasten massiv erhöht werden. Bildrechte: Colourbox.de

Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich, hat verhalten optimistisch auf die neue Mobilfunk-Strategie der Bundesregierung reagiert. Ulrich sagte MDR AKTUELL, es sei gut, dass die Mobilfunkversorgung im ländlichen Raum Thema werde. Es dürften aber nicht nur Wohngebiete versorgt werden, auch Verkehrsverbindungsstraßen müssten dringend einbezogen werden.

Ulrich bezweifelte zugleich, dass der eingeplante Zeitraum von zwei Jahren ausreicht, letzte weiße Flecken zu beseitigen. Schon beim Breitbandausbau zeige sich, es liege nicht am Geld. Die Mobilfunkbetreiber hätten vielmehr große Not, Bauunternehmen zu finden, die die Masten errichteten.

5.000 neue Mobilfunkmasten sollen kommen

Die Bundesregierung hatte am Sonntag angekündigt, dass sie 1,1 Milliarden Euro für den Netzausbau bereitstellen wird. Mit dem Geld sollen bis zu 5.000 Mobilfunkmasten gebaut werden, um Funklöcher zu schließen.

Bereits im Frühjahr hatte sich die Bundesregierung darauf verständigt, ein Staatsunternehmen zu gründen, um jene Gebiete zu erschließen, die für private Betreiber nicht attraktiv sind. Das Unternehmen soll seine Arbeit im kommenden Jahr aufnehmen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. November 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2019, 13:14 Uhr

7 Kommentare

Groni vor 3 Wochen

Mehr als 1 Milliarde € für den Mobilfunkausbau wird bereitgestellt. Hat jemand die "Initiativen" der letzten Jahre zu dieser Sache mitgezählt? Da können nun noch mehr Anbieter starten und das Geld unter sich verteilen. Die angedachte Kooperation der drei Mobilfunkbetreiber hätte längst verordnet werden müssen.

Ellen vor 3 Wochen

Netzbetreiber, Bund, kommunale Spitzenverbände haben sich am Sonntag zur bedingungslosen Förderung des Mobilfunkausbaus und zur Sicherung dieses riesigen Wachstumsmarktes verabredet. Man pfeift auf die von der internationalen Wissenschaft angemahnte Vorsorgepflicht und den längst überfälligen Beweis der Ungefährlichkeit der Mobilfunktechnik.
Aber:„Ein wirtschaftliches Interesse darf nicht mehr zählen, als das Interesse der Menschen körperlich unversehrt zu bleiben. ... Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ein Grundrecht während das Recht auf Geldverdienen kein Grundrecht ist.“ (Prof. Armin Grunewald, Leiter des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag)

Gerd Mueller vor 3 Wochen

boa so viel Geld für Minderheit die Städte kennen keine Störungen da überlappen sich die Frequenzen - die Windräder nutzen, die stehn ja überall rum und halbieren Kosten