Auseinandersetzungen zu Silvester Linkenpolitikerin Nagel fordert "zurückhaltende Polizeipräsenz"

Die Diskussionen um die Ausschreitungen in Leipzig-Connewitz in der Silvesternacht gehen weiter: Die Linkenpolitikerin Juliane Nagel hält an ihrer Kritik an der Polizeistrategie fest und fordert mehr Zurückhaltung.

Polizisten stehen an einer Kreuzung im Stadtteil Connewitz.
In der Silvesternacht war es zu Gewalt am Connewitzer Kreuz im Leipiger Süden gekommen. Bildrechte: dpa

Die sächsische Linken-Landtagsabgeordnete Juliane Nagel hält an ihrer Kritik am Polizeieinsatz in der Silvesternacht in Leipzig-Connewitz fest. Nagel sagte MDR AKTUELL, es habe Gewalt von beiden Seiten gegeben. Die Strategie der Polizei sei nicht auf Deeskalation ausgelegt gewesen. Vielmehr sei die Situation durch die Präsenz der Beamten hochgekocht worden. Sie plädierte für eine "zurückhaltende Polizeipräsenz" am Connewitzer Kreuz. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass es dann ruhig bleiben werde.

Nagel sagte aber auch, sie finde es unmöglich, dass Silvester von einigen wenigen genutzt wird, um Gewalt gegen die Polizei auszuüben. Ihrer Meinung nach seien vor dem Hintergrund der aufgeregten Diskussion nun Treffen nötig, um darüber zu reden, wie das Zusammenleben gut gestaltet werden könne.

Kritik an Nagel-Tweet

Nagel war wegen eines Tweets in die Kritik geraten. In der Silvesternacht hatte sie von - so wörtlich - ekelhafter Polizeigewalt und kalkulierter Provokation geschrieben. Später sagte sie, sie habe unter dem Eindruck der Ereignisse gestanden und würde den Tweet so nicht noch einmal formulieren.

Unterschiedliche Angaben zu Verletzungen

In der Silvesternacht war es im Leipziger Süden zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Autonomen gekommen. Dabei war unter anderem ein Polizist am Kopf verletzt worden. Über die Schwere der Verletzungen hatte es allerdings unterschiedliche Aussagen gegeben. Gegenüber MDR AKTUELL hatte Polizeisprecher Andreas Loepki am Freitag eingeräumt, dass der verletzte Kollege nicht notoperiert werden musste.

Eine Polizeimitteilung vom Neujahrsmorgen habe fälschlicherweise den Eindruck erweckt, dass der Kollege lebensbedrohlich verletzt worden sei. Fakt sei aber, dass der betroffene Polizist in Connewitz so brutal attackiert worden sei, dass er stark geblutet habe und bewusstlos geworden sei. Danach sei er im Krankenhaus operiert worden. Inzwischen wurde der Beamte aus der Klinik entlassen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Januar 2020 | 17:30 Uhr

41 Kommentare

ElBuffo vor 25 Wochen

Wenn es Rechte gewesen wären, die sich nur versammelt hätten, würde man einen Riesenpopanz aufziehen. Man würde sie mindestens mit Rechtsextremen gleichsetzen.

Copper vor 25 Wochen

Es ist immer noch unglaublich das hier weiterhin Gewalt gegen die Exekutive des Staates von einer Partei offiziell verharmlost wird. Es wird sogar noch draufgelegt und verlangt, dass man doch bitte linken Rechtsbruch zu tolerieren und sich dabei zurückzuhalten hat. Neben der schleichenden Legalisierung des Drogenhandels in diversen Stadtparks ist dies ein weiterer Schritt in der Herbeiführung von Anarchie in unserem Staat. Wieso wird eine Partei, welche dies aktiv fördert und sich nicht von solchen Aussagen und Tun distanziert eigentlich nicht verboten. Bei der AfD ist man doch auch nicht so "tolerant" und bekommt schon Schnappatmung sobald mal wieder jemand was dummes sagt. Ist das beabsichtigt ?

Bernd_wb vor 26 Wochen

berlinAnmerkung der Kommentar des Politikwissenschaftlers aus Berlin trifft es. Daumen hoch. Das Problem die CDU hat da jemanden, die eher linksgrüne als Christdemokratische Werte vertritt. Hoffentlich merken die es bald mal