Lichtfest auf dem Leipziger Augustusplat
Mit dem Lichtfest erinnern die Leipziger an die Friedliche Revolution. Bildrechte: dpa

Lichtfest Leipzig feiert 30 Jahre Friedliche Revolution

Vor drei Jahrzehnten versammelten sich in Leipzig rund 70.000 Menschen und liefen über den Innenstadtring. Einen Monat später fiel die Mauer. Eine Lichtinstallation auf dem Ring soll an die entscheidende Montagsdemonstration erinnern.

Lichtfest auf dem Leipziger Augustusplat
Mit dem Lichtfest erinnern die Leipziger an die Friedliche Revolution. Bildrechte: dpa

In Leipzig wird heute an die entscheidende Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989 gedacht. Damals versammelten sich in der Stadt rund 70.000 Menschen und liefen gemeinsam über den Innenstadtring, um für Freiheit und Demokratie zu demonstrieren. Einen Monat später fiel die Mauer, Deutschland beendete die jahrzehntelange Teilung. Experten werten die gewaltfreien Proteste am 9. Oktober als entscheidenden Durchbruch für die Friedliche Revolution.

Filmaufnahmen von der entscheidenden Montagsdemo Bilder von der damaligen Demonstration fanden auch ihren Weg in den Westen und darüber wiederum auf die Bildschirme in Ostdeutschland - obwohl westliche Medien in Leipzig nicht zugelassen waren. Herausgeschmuggelt hatten sie die Filmemacher Siegbert Schefke und Aram Radomski. Die Aufnahmen von Schefke und Radomski wurden am Tag nach der Demo in den "Tagesthemen" ausgestrahlt. Schefke hat dazu gerade das Buch "Als die Angst die Seite wechselte" veröffentlicht. (Transit-Verlag, 160 Seiten, 16,00 Euro)

Zum offiziellen Festakt kommen am Mittwochvormittag unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Michael Kretschmer sowie Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung ins Gewandhaus. Steinmeier hält dann die traditionelle "Rede zur Demokratie".

Am Nachmittag wird in der Nikolaikirche das Friedensgebet abgehalten – und dabei das erste Mal das sanierte Geläut der Kirche zu hören sein. Die Nikolaikirche ist einer der bedeutendsten Schauplätze der Friedlichen Revolution. Von dort gingen die ersten Montagsdemonstrationen aus.

Lichtinstallation auf dem Ring

Am Mittwochabend beginnt auf dem Augustusplatz ein weiterer offizieller Programmpunkt: das Lichtfest. Dort soll mit Tausenden Kerzen der Schriftzug "Leipzig 89" geformt werden. Daneben sind für dieses Jahr Licht- und Toninstallationen der Wiener Künstlerin Victoria Coeln auf der historischen Demonstrationsstrecke am Innenstadtring geplant. Es gehe darum, zu feiern und zu erinnern, was am 9. Oktober vor 30 Jahren gelungen sei, so Coeln.

Leipzig: Montagsdemonstration auf dem Karl-Marx-Platz in Leipzig am 30.10.1989
Rund 70.000 Menschen kam am 9. Oktober 1989 in der Leipziger Innenstadt zusammen. Bildrechte: dpa

MDR AKTUELL zeigt zum Lichtfest ab 16:50 Uhr eine Sondersendung. Das "MDR extra" beleuchtet noch einmal die Ereignisse des Wendeherbstes vor 30 Jahren, trifft sogenannte Wendekinder und blickt nach vorn. Zudem überträgt MDR FERNSEHEN ab 17:00 Uhr das Friedensgebet aus der Nikolaikirche.

Wirbel um Gysi-Auftritt

Aufregung gab es in diesem Jahr um einen geplanten öffentlichen Auftritt des Linken-Politikers Gregor Gysi. Die Philharmonie Leipzig hat Gysi für den 9. Oktober zu einer Veranstaltung in der Peterskirche als Gastredner eingeladen. Kritiker, darunter etwa Wolf Biermann und Marianne Birthler, bemängelten, dass es dem letzten SED-Vorsitzenden nicht zustehe, im Rahmen des Gedenkens zu sprechen. Nun wird neben Gysi auch der frühere Bürgerrechtler und derzeitge Landtagsabgeordnete Frank Richter sprechen.  

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 08. Oktober 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2019, 05:00 Uhr

19 Kommentare

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 9 Wochen

"Die DDR pauschal als "Unrechtsstaat" zu beschimpfen, diskreditiert pauschal."

sie als Hasser der Deutschen Demokratischen Republik und den ehemaligen Bürgern der Deutschen Demokratischen Republik bringt ihren Beitrag ad absurdum

Wessi vor 9 Wochen

Das sagen Sie.Ich bin der Meinung von Frau Schwesig.Zu einem Staat gehören seine Bürger+die haben viel Rechtmäßiges getan.Die DDR pauschal als "Unrechtsstaat" zu beschimpfen, diskreditiert pauschal.Das ist Unrecht, denn dadurch wird auch der Enthusiasmus+die Überzeugung vieler Bürger pauschalisiert mies gemacht.Sie werden so dargestellt als sei die Treue zu ihrem Land etwas Schlechtes.Auch das ist nicht recht.Das ist nicht gut+zeigt leider auch mit welcher unbedachten Motivation die westl. Konservativen nach '89 agiert haben, um kaputt zu machen.Und noch etwas: die dt.Teilung war eine Folge des dt. Terrors+das war Rechtsauffassung, ganz gleich was sich im kalten Krieg dann entwikelt hat.Die DDR war kein Unrechtsstaat.

Preusse vor 9 Wochen

Warum man 30 Jahre nach der friedlichen Revolution nicht auch andere demokratische Kräfte, wie Herrn Gysi sprechen lassen will, zeugt von Engstirnigkeit! Gerade diese Engstirnigkeit hat die Undemokraten in der DDR zu Fall gebracht. Biermann sollte sich vom Volk schulen lassen. Seine Wahrheit ist nicht die Wahrheit des Volkes!!!! Es gibt viele Wahrheiten!!!