Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Bereits im Januar streikten Schüler in Leipzig im Rahmen der "Fridays for Future"-Bewegung. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Fridays for Future Leipziger Schüler beteiligen sich an Demonstrationen

Seit einigen Wochen demonstrieren Schüler auf der ganzen Welt für den Klimaschutz. Dafür lassen sie freitags sogar den Unterricht sausen. Für den heutigen Freitag hat die "Fridays for Future"-Bewegung wieder in mehr als 100 Ländern Proteste angekündigt. Allein in Deutschland sind 200 Kundgebungen geplant, unter anderem in Leipzig. An dem Streik beteiligen sich auch die Schüler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums. Und die Schulleitung steht hinter ihnen.

von Lydia Jakobi, MDR AKTUELL

Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Bereits im Januar streikten Schüler in Leipzig im Rahmen der "Fridays for Future"-Bewegung. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Hofpause am Friedrich-Schiller-Gymnasium. Ein paar Mädchen und Jungen packen auf der Eingangstreppe ihre Brote aus. Hinter ihnen klebt ein kopierter Zettel an der Glastür: "Schiller hätte Klimaschutz auch gut gefunden", steht darauf. Darunter eine Einladung zur "Fridays for Future"-Kundgebung mittags zur fünften, sechsten Stunde.

Einer der Organisatoren ist der Zwölftklässler und Landesschülersprecher Noah Wehn. Der Schülerrat habe sich fast einstimmig für die Teilnahme an der Demonstration entschieden, erklärt er.

"Uns wurde ja oft gesagt, Ihr als Jugend, Ihr seid doch unpolitisch. Wir sind damals noch auf die Straße gegangen, ja, wir waren das, wir sind die Großen. So ist es nicht. Wenn es danach geht, sind wir jetzt auch ganz schön groß. Wir haben viele Jugendliche auf die Straße gebracht. Und zweitens: Das ist eines der Zukunftsthemen, also wie schaffen wir es, den Klimawandel aufzuhalten?"

Keine Maßnahmen der Schulleitung gegen Demonstration

Wehn erzählt, dass die Schüler ihre Proteste mit der Schulleitung abgestimmt hätten. Direktor Franz Walther kann kurzfristig kein Interview geben. Am Telefon sagt er aber, die Schüler seien bei dem Thema ohnehin kompetenter.

Strafen haben sie jedenfalls nicht zu befürchten, erzählt Noah Wehn: "Herr Walther sagt, das ist ein wichtiges Thema, ich kann Euch da nachvollziehen. Aber das ist ein Thema, für das Eure Generation kämpfen muss. Und deshalb hat er gesagt, dass es keine disziplinarischen Maßnahmen gibt für die, die an der Demonstration teilnehmen. Und das ist eigentlich die beste Unterstützung, die ein Schulleiter geben kann."

Es gehe ohnehin nicht darum, jeden Freitag zu streiken, sondern nur heute, ergänzt Wehn. Und es müssten auch nicht alle Schüler mitkommen. Wer zum Beispiel eine Klassenarbeit schreibe, bleibe in der Schule.

Sächsisches Kultusministerium zeigt Verständnis

Dass die Klimaproteste trotzdem offiziell als Schwänzen gewertet werden, ist dem Landesschülersprecher bewusst. Er räumt ein, dass die Rechtslage eindeutig ist: "Weshalb wir die Schülerinnen und Schüler bitten, sich freistellen lassen, oder das über den Schülerrat kommunikativ anzugehen. Weil das ist kein Kampf Schulleitung gegen Schülerinnen und Schüler, sondern Schulleitung, Schüler und die ganze Gesellschaft für ein großes Thema."

Christian Piwarz
Christian Piwarz, Kultusminister Sachsen (CDU) Bildrechte: dpa

Im Sächsischen Kultusministerium hat man überraschend viel Verständnis für die streikenden Schüler. Minister Christian Piwarz sagte MDR AKTUELL: "Ich finde das erstmal sehr bemerkenswert, dass sich junge Menschen so um ihre Zukunft Gedanken machen. Und ich glaube, es ist auch das Vorrecht der Jugend, das einzufordern und vielleicht die eine oder andere Grenze zu übertreten. Ich sage aber auch deutlich: Das Problem, das dort angesprochen wird, löst man nicht, indem man auf der Straße ist, sondern indem man miteinander in Diskurs tritt." Deshalb appelliert Piwarz an die Schüler: Nutzt auch den Unterricht, um über den Klimawandel zu diskutieren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. März 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. März 2019, 05:00 Uhr

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92 Kommentare

16.03.2019 22:34 Fakt 92

@NRW-18, #91:

Es gibt keinen Klimaschwindel-Karren. Oder halten Sie sich wirklich für so intelligent, dass Sie das Gros der Wissenschaftler, insbesondere der Klimaforscher, in die Tasche stecken können? Es zeigt, dass die Jugendlichen vermutlich einiges mehr zwischen den Ohren haben.

16.03.2019 19:24 NRW-18 91

Nach meinem Kenntnisstand kostet den Eltern die eigenmächtige Urlaubsverlängerung ihrer Kinder je nach Region bis zu 1000€. In den Zeugnissen werden entsprechende Fehlzeiten dokumentiert.
Ich denke, dass bei diesen Streiks ebenso verfahren werden sollte und Schüler nicht vor den Klimaschwindel-Karren gespannt werden dürfen.
Oder wird bald auch gegen die Gezeiten, gegen Jahreszeiten oder gegen die Erdrotation demonstriert, um den Unterricht zu schwänzen?

16.03.2019 16:54 Klaus 90

@007 #47: Mit dem korrekten Zitieren haben Sie wohl Probleme? Lernt man in der Schule :-) Respekt vor den Mitmenschen und anderen Meinungen auch.

Ich schrieb: "Richtig so, Kinder! Lasst die alten Säcke rumheulen, die können nicht anders. Aber irgendwann sind die alle tot, und ihr seid noch da und müsst in dieser Welt leben."

Herrlich wie sich hier manch eine/r echauffiert. Am Mauerfall können die nicht beteiligt gewesen sein, dazu bedurfte es Mut und Courage.

16.03.2019 16:46 Sonja 89

@ 8 8 , ja das stimmt beim Computer, beim Händy ................ und vieles mehr noch dazu !!
bei unserem klasse Bildungswesen sind das alle hoch intelligende Schüler................

16.03.2019 15:15 Fakt 88

Sonja, #87:
"...von den Politiker aus sich dummerweise mißbrauchen zu lassen."<<
--------
Da machen Sie sich mal keinen Kopf. Die überwiegende Mehrheit der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ist intelligent genug, sich nicht von der Politik missbrauchen zu lassen. Die werden auch nicht von irgendwem gesteuert, wie es Verschwörungstheoretiker immer wieder gerne behaupten. Die wissen schon von alleine, wo sie sich informieren können und was Sache ist.

16.03.2019 12:40 Sonja 87

@ 8 3 Peter, verdient haben diese das sie ordentlich lernen für ihr leben , anständige Bürger werden, und jetzt erstmals Kind sein zu können, das haben sie verdient aber nicht so eine Propaganda s. von den Politiker aus sich dummerweise mißbrauchen zu lassen.

16.03.2019 12:26 MC 86

Hört doch endlich mal auf, die Kinder anzukreiden. Wir habens 89 doch nicht anders gemacht. War nur ein anderes Thema! Und wir sind mit den Lehrern Klassenweise gegangen!!
Und weshalb jetten den die Kinder um die Welt und haben tolle Smartphones? GENAU: weils die Erwachsenen vorleben.

Wichtig ist nur, dass es eine Generation ist, die ihre Meinung auf bunten Schildern kund tun und nicht mit gelben Westen!!!

16.03.2019 12:16 Fakt 85

>>Ekkehard Kohfeld, #84:
"Komisch aber gestern schon geschrieben"<<
--------
Auch wenn es langsam OT wird, aber Ihnen muss man ja offenbar alles erklären:
Wie Sie wohl gelesen haben, schrieb ich "unter anderem". Lässt mit etwas Überlegung eigentlich darauf schließen, dass ich nicht zum ersten Mal mit Schülern über das Thema gesprochen habe, oder?

Und welche "Matte" ist in Ihrem Beruf gefragt? Die "Fußmatte" oder doch eher "Mathe"?

16.03.2019 10:59 Ekkehard Kohfeld 84

@ NoFakt 80 Dass es aus Kübeln geschüttet hat, war eine Antwort auf einen anderen Beitrag. Dies als Info für Sie, da Sie dem Verlauf ja anscheinend nicht folgen können.##

Doch habe ich nur interessieren tut es trotz dem nieman.

@ Nebenbei: Das "denn" bei "wann denn" schreibt sich mit Doppel-n. Zu viel Schule geschwänzt?##

Wissen sie nicht jeder kann in allem Perfekt sein so wie sie,
im meinem Beruf verdient man Millionen wo eher Matte wichtig ist und nicht Rechtschreibung und wenn einem die Argumente aus gehen kommt man hat damit,armselig lieber Krause.
##
Und gesprochen habe ich mit einigen Schülern unter anderem heute - auch wenn es Sie eigentlich nichts angeht.
##

Komisch aber gestern schon geschrieben,können sie hell sehen?Und wenn sie das hier öffentlich schreiben geht mich das schon was an,warum schreiben sie es sonst in der Öffentlichkeit?Dann geht sie das was da vom Wetter jemand geschrieben hat auch nichts an.

15.03.2019 22:08 Peter 83

Haufenweise Unterstellungen und Verunglimpfungen.
Das haben unsere Kinder und Enkel beileibe nicht verdient.