Ein CH-53 Hubschrauber mit Feuerlöschbehälter der Bundeswehr
Ein Löschhubschrauber der Bundeswehr im Einsatz. Bildrechte: imago/imagebroker

Waldbrände Thüringer Innenminister fordert Hubschrauber-Pool

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hat eine Art schnelle Eingreiftruppe zur Brandbekämpfung gefordert.  Maier sagte MDR AKTUELL, gebraucht werde ein Pool von Löschhubschraubern, die bundesweit verfügbar seien. Wenn Menschen und Gebäude in Gefahr seien, müsse schnell etwas passieren. Es sei derzeit zu umständlich und langwierig, Hubschrauber für die Bekämpfung von Waldbränden zu organisieren.

Ein CH-53 Hubschrauber mit Feuerlöschbehälter der Bundeswehr
Ein Löschhubschrauber der Bundeswehr im Einsatz. Bildrechte: imago/imagebroker

Deutschland braucht nach Einschätzung von Thüringens Innenminister Georg Maier eine Eingreiftruppe zur Bekämpfung von Waldbränden. Angesichts der jüngsten Waldbrände im Saale-Orla-Kreis und Ilm-Kreis sagte der SPD-Politiker MDR AKTUELL: "Was wir brauchen ist ein Pool von Löschhubschraubern, der bundesweit verfügbar ist."

Die Abläufe seien derzeit zu umständlich und langwierig, erklärte Maier. Wertvolle Zeit werde damit vergeudet, den Notstand formell auszurufen, um dann erst umfangreiche Hilfe zu erhalten. Maier sagte weiter:

Wir müssen uns in Deutschland Gedanken machen, ob der Zivilschutz vor dem Hintergrund des Klimawandels noch zeitgemäß aufgestellt ist.

Georg Maier, SPD Innenminister Thüringen

Bundesregierung sieht sich nur bedingt zuständig

Die Bundesregierung verwies am Mittwoch auf die Zuständigkeit von Ländern und Kommunen. "Der Bund hat eine ganz schmale Zuständigkeit nur für den Zivilschutz", sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Allerdings helfe der Bund Ländern und Kommunen mit Ausrüstung. Der Bundestag habe 100 Millionen Euro für weitere Aufstockungen bei Brand- und Katastrophenschutz im Zeitraum von 2019 bis 2022 bewilligt.

Feuerwehrverband will ebenfalls mehr Hubschrauber

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) forderte am Mittwoch vor dem Hintergrund der erhöhten Waldbrandgefahr ebenfalls mehr und größere Löschhubschrauber. DFV-Präsident Hartmut Ziebs sagte, jedes Flächenbundesland müsse im Schnitt einen Löschhubschrauber zur Verfügung haben, "um in der diesjährigen Waldbrandsaison adäquat auf Vegetationsbrände reagieren zu können".

Die beiden Brände in Thüringen an der Bleiloch-Talsperre und in Plaue waren am Donnerstagmorgen indes weitgehend unter Kontrolle.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. April 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. April 2019, 09:37 Uhr

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32 Kommentare

26.04.2019 19:44 martin 32

@31 querdenker: Na ja, seit unsere Bundeswehr nicht mehr auf Landesverteidigung sondern auf Auslandseinsätze getrimmt wird, kann die "Heimatbelegschaft" ja dann auch pünktlich in den Feierabend gehen ....

Vermutlich wird der Effekt durch die "Familienfreundlichkeits-Kampagne" der aktuellen Verteidigungsministerin noch befördert.

Apropos Beförderung: Vielleicht soll mit dem Bürokratie-Irrsinn ja nur vertuscht werden, dass Gerät und/oder Besatzung nicht einsatzbereit sind und die Löschbehälter gar nicht befördert werden können.

Böse Zungen könnten auch behaupten: Seit die ehemaligen Heeres-Flieger zur Luftwaffe gehören ... nein, es denkt niemand an die Flugbereitschaft.

26.04.2019 18:34 Querdenker 31

Der Dilettantismus in Deutschland bzgl. Brandbekämpfung aus der Luft:

1. Die Bundesländer haben oft unzureichend ausgestattete und zu kleine Mehrzweckhubschrauber, die teilweise noch nicht mal einsatzbereit sind.

2. Die Anforderung von großen effektiven Bundeswehrhubschraubern ist stark bürokratisch, dauert zu lange und ist nicht gut geregelt.

siehe „tlz Zu spät angefragt: Deshalb löscht Bundeswehr-Hubschrauber Waldbrände erst seit Donnerstag“

Zitat: „Bundeswehr: Nicht unsere Aufgabe, Hubschrauber bei Waldbränden vorzuhalten“

Zitat: „Zudem könnten Bundeswehr-Hubschrauber nur dann zum Einsatz kommen, wenn sie erstens verfügbar seien und zweitens das Kommando Territoriale Aufgaben in Berlin dem Einsatz zugestimmt habe. Im Falle der aktuellen Brände sei es am Mittwochabend zu spät gewesen, noch Bundeswehr-Hubschrauber und eine Besatzung ...“

Der Waldbrand muss sich nach der Bundeswehr richten und nicht die Bundeswehr nach dem Waldbrand? Irrsinn!

26.04.2019 12:45 martin 30

@29 querdenker: Danke für die Übersicht. Den Skycrane mit festem Tank und Rüssel kannte ich nicht.

26.04.2019 08:10 Querdenker 29

Hier eine grobe Liste von Hubschraubern mit entsprechend ca. möglichem Wassertransport.

Mehrzweckhubschrauber
Eurocopter 145 (EC 145) – 1500 Liter
Airbus Helikopter AS 332 „Super Puma“ - 2000 Liter

mittlere Transporthubschrauber
Sikorsky CH-53 Sea Stallion - 5000 Liter

schwere Transporthubschrauber
CH-47F Chinook – 10.000 Liter (Tandem-Rotor)
Sikorsky CH-53K King Stallion – 12.000 Liter

Löschhubschrauber mit festem Löschtank & Rüssel
Sikorsky S-64 Skycrane – 9000 Liter

Löschhubschrauber mit festem Löschtank sind eher Exoten. Wobei die meist auch in Modularbauweise sind und der Löschtank entfernt werden kann.

Die Mehrzweckhubschrauber mit Wärmebildkamera und Außenlasthaken können von den Bundesländern angeschafft werden. Da gibt es keine Ausreden, die werden für die Polizei sowieso gebraucht. Da fliegt derzeit zu viel altes, marodes oder ungeeignetes Zeug herum (siehe „wiki Liste der Hubschrauberstaffeln der Bundespolizei und Landespolizeien“).

25.04.2019 23:18 martin 28

Beim Betrachten der Bilder frage ich mich, weshalb eigentlich das THW nicht einbezogen wird - wenn schon der Katastrophenfall ausgerufen wird. Die haben Hochleistungspumpen auf Anhängern, mit denen man doch eine leistungsfähigere Wasserversorgung bauen kann, als mit der normalen Technik der FFW.

25.04.2019 23:10 martin 27

@26 purzel: Ich denke, dass sich die Wechsellader im Laufe der Zeit immer weiter verbreiten werden. Und ob man den AB Wasser auf dem WLF als Pendeltanker oder als Zwischenbassin verwendet, kann die Einsatzleitung dann immer noch entscheiden.

Ob es aber in Thüringen sinnvoll ausgegebenes Geld ist, jede FFW mit Waldgebiet mit einem großen Allradtanker auszustatten, erscheint mir fraglich. Bei uns verteilt die Landwirtschaft im Sommer diverse gefüllte 20.000 l Anhänger in der Gegend (hauptsächlich natürlich wegen Feldbrand) und mit den 45 km/h Treckern sind die beim Pendeln im Wald auch nicht viel langsamer als ein Großtanker.

25.04.2019 21:50 Purzel 26

Nr. 19 genau so sieht es aus. Eine FFW, in deren Einzugsgebiet Wälder sind, kann nicht mit einem TSF-W oder LF mit 500-1000 Liter Tank ,, in den Krieg ziehen". Da gehören Allrad-Tanker mit 4000 -5000 Liter Tank hin. Und die Stationierung eines WLF mit AB Wasser im Umkeis von 30 km wäre auch nicht verkehrt. Im Wald gibt es keine Hydranten! Den WLF als Pendelfahrzeug und gut.
Vielleicht sollten einige BL mal einen Blick nach Spanien, Italien, Kanada oder Australien werfen. Da fahren Waldbrandtanker mit ordentlich Wasservorrat und Allrad. Oder einfach mal nach Brandenburg schauen.

25.04.2019 21:43 Ossi 65 25

25.04.201921:13 Feuerbekämpfer Trump 24, Entschuldigung, Ich wollte niemanden Beleidigen, aber Sie schrieben im Kommentar 17 ,Kein Hubschrauber erblickt einzig und allein als LÖSCHHUBSCHRAUBER das Licht der Welt.
Und wenn ein x-beliebiger Hubschrauber auch mal
einen Behälter mit Löschwasser
am Haken hat, wird aus ihm
nicht gleich ein LÖSCHHUBSCHRAUBER!, aber erickson air-crane baut solche Hubschrauber. Diese Hubschrauber werden als Kranhubschrauber gebaut, als Löschhubschrauber und andere Varianten, und an Martin 23, Ich benutze Edge und Chrom als Suchmaschinen.

25.04.2019 21:13 Feuerbekämpfer Trump 24

@ Nr.21

Es mag sein, dass Sie nicht gelesen haben (oder haben wollen), aber es geht und ging hier lediglich um HUBSCHRAUBER und sonst
um gar nichts.

Es hat keinen Sinn, plötzlich ganz andere Dinge anzusprechen, die überhaupt nicht in Rede stehen.

Aber wir leben schließlich in Deutschland.
Und da ist Rechthaberei alles!

25.04.2019 20:23 martin 23

@21 ossi65: Hm, keine Ahnung welche Suchmaschine Sie verwenden.

Zutreffend ist, dass es spezielle Löschflugzeuge gibt. Bei den Helikoptern ist mir keiner bekannt. Das sind mittlere bis schwere Transport-Helis, die entweder einen Tank in die Zelle gesetzt bekommen oder - in dem meisten Fällen - den Löschwassertank am Seil tragen.

Meiner Meinung nach wäre es sinnvoll, wenn die Länderpolizeien mit einer ausreichenden Anzahl von (mittelschweren) Hubschraubern nebst Haken für Löschkübeln und von der Bundeswehr (einsatzbereite!) schwere Transporthubschrauber für die großen Kübel bereit hält. Dann können die Maschinen und Besatzungen in den Nicht-Brandeinsatz-Zeiten andere sinnvolle Dinge tun.

Und dass zwei Helis für Thüringen ausreichend sind (vor allem unter Beachtung der turnusmäßigen Wartungen), bezweifele ich sehr!