Martin Dulig, Landesvorsitzender der sächsischen SPD
Martin Dulig, Landesvorsitzender der sächsischen SPD, spricht beim Landesparteitag im Oktober 2018. Bildrechte: dpa

Porträt: Martin Dulig Ein redseliger Kandidat für die Landtagswahl

Am Wochenende trifft sich die sächsische SPD in Dresden zum Landesparteitag. Dort wird auch der Spitzenkandidat für den anstehenden Landtagswahlkampf gewählt. Martin Dulig ist der einzige Kandidat. Er hatte die Partei auch schon in den letzten Wahlkampf und dann in die Koalition mit der CDU geführt.

von Ine Dippmann, MDR AKTUELL Landeskorrespondentin Sachsen

Martin Dulig, Landesvorsitzender der sächsischen SPD
Martin Dulig, Landesvorsitzender der sächsischen SPD, spricht beim Landesparteitag im Oktober 2018. Bildrechte: dpa

Mit mehreren Stadträten, drei Bürgermeistern und dem sächsischen Polizeipräsidenten hat Martin Dulig schon gesprochen, da läuft der Neujahrsempfang des Dresdener Energieversorgers Drewag noch keine Stunde. Mit Leuten ins Gespräch kommen, das liegt Martin Dulig. Vor drei Jahren hat die SPD aus seinem Talent eine Veranstaltung gemacht.

Duligs Küchentischtour wurde zum Vorbild für andere Dialogforen, in denen sich Politiker den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern auf Augenhöhe stellen. Dulig nutzte Facebook, Twitter und Co. schon, als das in der sächsischen Staatskanzlei noch mit großer Skepsis betrachtet wurde.

Bilder sagen viel

"Als Spitzenpolitiker ist man ja eigentlich immer ein öffentlicher Mensch.", erzählt Dulig. "Da ist es auch gar nicht so einfach, Grenzen zu halten. Sehr häufig sind Facebook und Twitter zu einer Müllkippe verkommen. Ich persönlich nutze am liebsten Instagram, weil – ich glaube – Bilder viel sagen."

Seinen Followern zeigt sich der 44-jährige Dulig da auch in den Arbeitsklamotten von Müllmännern, Bergleuten, Reinigungskräften und Dachdeckern. Er erklärt: "Ich habe ein Projekt, wo ich einen Tag sozusagen undercover arbeite, um direkt mit Leuten zu reden, in ihrer Arbeitswelt. Das sind alles so Dinge, die ich wahnsinnig gerne tue, weil ich einfach neugierig bin, was mir Leute erzählen, und zwar ungefiltert."

Für andere Parteien ein dünnhäutiger Politiker

Letztlich sind das aber Wohlfühltermine, in der politischen Auseinandersetzung wird mit härteren Bandagen gekämpft. Und da reagiere er eher dünnhäutig auf Kritik, so die Grünen-Abgeordnete Katja Meier. In einer Auseinandersetzung habe er zu ihr gesagt, sie sei eine gute Theoretikerin, die aber von der Praxis überhaupt keine Ahnung habe.

Das ist noch einer von den charmanten Angriffen, die man da hört und andere stehen da einfach drüber.

Katja Meier, Beisitzerin im Landesvorstand der sächsischen Grünen

Für den Stilwechsel, den die SPD nach eigenem Bekunden zu Beginn der Legislatur im Umgang mit der Opposition im Landtag einführen wollte, stehe Dulig nicht. Sachsens Linken-Chef Rico Gebhardt hat das immer wieder kritisiert:

Rico Gebhardt
Rico Gebhardt (Die Linke) Bildrechte: dpa

Da kommt eine gewisse Arroganz rüber, die ich bei anderen Ministern, auch von der CDU, nicht spüre. Das finde ich bissel schade, auch für die SPD.

Rico Gebhardt, Fraktionsvorsitzender der sächsichen Linken

Dulig trotz SPD-Umfragetief optimistisch

Rückschläge nimmt Dulig persönlich. Das ist in den vergangenen Wochen deutlich geworden, als er ankündigte, eine Landesverkehrsgesellschaft zu gründen, um in Sachsen ein Bildungsticket einführen zu können.

Dass die Landräte die Aufgabe nicht annahmen, ärgere ihn sehr: "Und am Schluss musste ich dann entscheiden. Ich habe gesagt, ich gehe hier nicht ohne Bildungsticket vom Platz. Das steht im Koalitionsvertrag, ist eine der prioritären Maßnahmen. Von daher ist das mein Weg, mein Bildungsticket zu bekommen."

Dass sich Dulig in dieser Sache mit den Landräten, die alle der CDU angehören, verbissen hat, ist für ihn aber kein Grund, die Koalition mit der Union grundsätzlich anzuzweifeln. Zumal unklar ist, ob sie in der jetzigen Konstellation fortgesetzt werden kann. Die Umfragen sehen schon lange keine Mehrheit für Schwarz-Rot in Sachsen.

Dulig, der sich am Samstag von seiner Partei zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl aufstellen lassen will, lässt sich davon nicht verunsichern. Er sagt, es kämen immer mehr Leute zu ihm, die Angst vor der Wahl hätten.

Ich sag, es liegt aber doch an uns. Es ist doch dein Land. Komm, lass uns anpacken, wir haben doch was zu verteidigen.

Martin Dulig

Noch eine Runde für die SPD in der Regierung dranhängen – das ist das Ziel. Vielleicht übt Dulig an diesem Abend beim Neujahrsempfang der Drewag schon mal. Eigentlich wollte er nur eine Stunde bleiben. Es werden zwei.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Januar 2019 | 09:47 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2019, 05:00 Uhr

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24 Kommentare

13.01.2019 09:50 Ekkehard Kohfeld 24

@ Rotkehlchen 15 soviel Müll hat keiner seiner Vorgänger geplappert,seine tollen Erfolge unter null wird man nicht vermissen ##

So ist das halt bei uns in Politik und Wirtschaft die Untergeben dürfen nicht so schlau oder Schlauer wie der Chef sein,die könnten dem dann vorzeitig den Job weg nehmen,somit sorgen die alle dafür das die unter ihnen niemand so ist,das heißt jede nachfolgende Generation die ja dann doch irgendwann nachrückt ist dümmer als die Vorhergegangene,in der Natur geht das eigentlich anders herum weil man sonst nicht überleben kann.
Schauen sie sich doch hier in den Foren Klauspeterwessi an,armes Deutschland.Und von denen behaupten 2 sogar selbständig zu sein,das kann für Deutschland nur das Ende bedeuten wenn das so weiter geht,nur gut das ich das nicht mehr erleben muß.

12.01.2019 19:17 Sachse 23

Also wenn ich mir hier die Kommentare unter dem Beitrag durchlese, dann wird mir um meine sächsische Heimat Angst und Bange. Als junger Mensch, der wirklich gerne hier lebt, schäme ich mich immer mehr für diese verbalen Tiefschläge, diese Respektlosigkeit, diese vielen boshaften und beleidigenden Beiträge gegenüber anderen Menschen. Schämt ihr euch eigentlich nicht für diese Niveaulosigkeit? Redet ihr daheim am Tisch auch so mit euren Mitmenschen? Unfassbar, wirklich.

11.01.2019 18:14 Atze 22

Ein Beispiel:
Die derzeitigen Langlaufaktionen am Elbufer.
Wenn ich Eilig gegen wäre, hätte es einen Aufschrei in der Landesregierung gegeben. So ein Irrsinn und Wort und Tat müssen immer noch überein stimmen.
Was ist das für ein elitäres Verhalten....Es gibt ein paar Leute, die im Universum schweben und wir schauen von unten fassungslos zu.

11.01.2019 18:10 oppie 21

Auf geht's Martin ,hole dir mit deiner Partei 4,8 % ! Verdient wäre noch weniger ,aber einige alte Genossen werden ihr Kreuz schon machen .

11.01.2019 18:03 GEWY38 20

Es ist nicht nur die DB Verbindung Chemnitz - Berlin. Ganz Südwest Sachsen ist vom Fernverkehr der DB abgeschnitten. Was für Gera Herr Ramelow hinbekommt ist für CDU-SPD Versager in Dresden für die 1,5 Mill. Einwohner unmöglich. Garantiert kommt die Quittung.

11.01.2019 17:35 Stena an Klarheit (16) 19

"ein Schwätzer mit Null Ergebnissen , wird Zeit das er mit seiner SoziTruppe unter 5% verschwindet ........"

Selbst in Sachsen gibt es noch genug Irrlichter, die auf dieses Geschwätz hereinfallen. :-))))

11.01.2019 17:17 Sachse43 18

Welche Erfolge kann er denn vorweisen?
Reden kann der andere Martin von der selben Partei auch und ist ein Versager.

11.01.2019 16:53 Fakten-Jack 17

"Ich habe ein Projekt, wo ich einen Tag sozusagen undercover arbeite, um direkt mit Leuten zu reden, in ihrer Arbeitswelt. Das sind alles so Dinge, die ich wahnsinnig gerne tue, weil ich einfach neugierig bin, was mir Leute erzählen, und zwar ungefiltert."

Ich habe leider den Eindruck, daß das, was Genosse Dulig da hört entweder nicht versteht oder mißversteht. Denn auch er kann (und will) die SPD nicht wieder zu dem machen, was sie mal war, eine Arbeiterpartei.
16:53

11.01.2019 16:49 Klarheit 16

ein Schwätzer mit Null Ergebnissen , wird Zeit das er mit seiner SoziTruppe unter 5% verschwindet ........

11.01.2019 16:25 Rotkehlchen 15

soviel Müll hat keiner seiner Vorgänger geplappert,
seine tollen Erfolge unter null wird man nicht vermissen