Mann mit Hut
Dieser LKA-Mitarbeiter geriet mit dem Kamerateam aneinander. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Verbal-Attacke auf Fernsehteam Innenministerium: Dresdner Pegida-Demonstrant ist Mitarbeiter des LKA

Bei einem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel vergangenen Donnerstag in Dresden wurde ein Kamerateam von einem Demonstranten verbal angegriffen. Nun steht fest: Der Demonstrant ist ein Mitarbeiter des LKA Sachsen.

Mann mit Hut
Dieser LKA-Mitarbeiter geriet mit dem Kamerateam aneinander. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das umstrittene Vorgehen der Polizei gegen ZDF-Reporter in Dresden ist von einem Mitarbeiter des Landeskriminalamtes Sachsen ausgelöst worden.

Der Mann hatte sich am vergangenen Donnerstag beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Dresden an einer Demonstration der AfD und der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung beteiligt und sich verbal heftig gegen Filmaufnahmen gewehrt. Daraufhin kontrollierte die Polizei das Team und hielt es etwa eine Dreiviertelstunde fest. Das löste scharfe Kritik aus.

LKA: Demonstrant war Mitarbeiter

Nun gab das sächsische Innenministerium bekannt, dass das LKA darüber informiert habe, "dass es sich bei dem Bürger, der sich am vergangenen Donnerstag in Dresden verbal heftig gegen Filmaufnahmen eines TV-Kamerateams des ZDF-Politikmagazins "Frontal 21" gewehrt hat, um einen Tarifbeschäftigten des LKA handelt", hieß es in einer Mitteilung des Sächsischen Innenministeriums.

LKA-Mitarbeiter derzeit im Urlaub

Demnach war der Mitarbeiter bei diesem Aufeinandertreffen nicht im Dienst gewesen, sondern habe als Privatperson an der Versammlung teilgenommen. Er befinde sich derzeit im Urlaub. Über mögliche Konsequenzen werde das LKA nach einer Anhörung des Betroffenen entscheiden, hieß es.

Roland Wöller, 2012
Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) Bildrechte: dpa

Selbstverständlich gilt für jeden Bürger in unserem Land das Recht auf freie Meinungsäußerung. Allerdings erwarte ich von allen Bediensteten meines Ressorts jederzeit, auch wenn sie sich privat in der Öffentlichkeit aufhalten und äußern, ein korrektes Auftreten.

Roland Wöller Sächsischer Innenminister

Kamerateam filmte Demonstranten

Zu der Auseinandersetzung in Dresden kam es Polizeiangaben zufolge beim Wechsel des Versammlungsortes der Demonstranten. Auf dem Weg über die Pieschener Allee habe das Filmteam Aufnahmen von Demonstranten gemacht - unter anderem von besagtem LKA-Mitarbeiter. Dieser sei vom Kameramann des ZDF-Teams im Weggehen von seitlich hinten gefilmt worden. Darauf habe er sich umgedreht und sei auf das Kamerateam offensiv zugetreten. In der Folge sei es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen.

Nach Aussage des ZDF-Reporters rief der LKA-Mitarbeiter dann die Polizei, weil er frontal gefilmt worden sei. Die Polizisten hätten das ZDF-Team danach rund 45 Minuten festgehalten. In dieser Zeit hätte das Kamerateam nicht seiner journalistischen Arbeit nachgehen können. Die Polizei begründete ihr Vorgehen mit einer Anzeige, die gegen das ZDF-Teams erstattet worden sei. In dem Zusammenhang hätten die Personalien der ZDF-Mitarbeiter festgestellt werden müssen.

Laut Angaben der Reporter ist die Anzeige aber erst gestellt worden, während das Kamerateam bereits durch die Polizei festgehalten worden sei. Die Anzeige hatte ein an der Auseinandersetzung nicht direkt beteiligter Umstehender gestellt, nicht der LKA-Mitarbeiter selbst. Die Anzeige wurde inzwischen zurückgezogen. Der Anzeigende entschuldigte sich bei dem ZDF-Reporter.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 22. August 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2018, 09:39 Uhr

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766 Kommentare

26.08.2018 22:31 wieder einer gestorben 766

Es ist doch prima, dass Leute auf die Straße gehen und gegen die Missstände demonstreieren und wenn jemand beim LKA arbeitet ist doch auch o.k. und sein gutes Recht.

26.08.2018 19:32 Ekkehard Kohfeld 765

@ Immanuel 751
Nochmal für alle:Eine Demo kann für die Berichterstattung gefilmt werden. Das gilt auch für An- und Abmarsch, insbesondere wenn dort auch bereits schon demonstriert wird. Es war also rechtmäßig die Menschengruppe mit dem Hutbürger zu filmen. Der Hutbürger wurde nicht herausgehoben.##Noch mal für sie ganz alleine schon ein Rechtsanwalt hat hier im Forum geschrieben das das was sie sagen falsch ist wollen sie uns jetzt weiß machen das sie schlauer sind als gemand der das studiert hat:-)))))Ich lach mir einen Ast wie viel Lindenstr. Folgen muß man dafür geschaut haben?Selbst die Öffentlich Rechtlichen Medien haben schon zugegeben das es keine Handhabe gegen diese Person gibt,warum gebt ihr euch nicht damit zufrieden habt ihr dann wieder nichts mehr zum Hetzen der Galgen hat doch auch nicht funktioniert,blöde wenn man dauert ins Leere läuft.:-)))Ich finde es lustig.Ist schon erstaunlich das man sich an so einer Bagatelle hoch ziehen muß.

26.08.2018 19:29 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 764

@ 752:
Zitat "Selbst wenn dieser Mann beim LKA zum Leeren der Papierkörbe zuständig wäre, so wüsste er, dass er mit seinen Aussagen vor der ZDF-Kamera falsch liegt.
Einem LKA-Beamten mit entsprechender Ausbildung dürfte dieses erst recht bewusst sein."

Und nun kommst Du zum Kern des Geschehens:
die mentale Kraft des "Hut-Bürgers".

Offenbar gibt es beim LKA Sachsen ein paar, die nicht nur fürs Ausleeren der Papierkörbe zuständig sind und trotzdem nicht wissen, daß sie mit solchen Aussagen falsch liegen.

Findest Du das nicht auch fürchterlich?

26.08.2018 19:24 Ekkehard Kohfeld 763

@Miethai 740
Sie müssen sich nur die Videos ansehen, da ist alles zu sehen.##Fake-News das wurde geschnitten da ist nicht alles zu sehen.

26.08.2018 19:20 Ekkehard Kohfeld 762

@ Janies 735 Sehr geehrter Herr oder Frau "zu viele Daten zum "Hutmann"gg. seinen Willen veröffentlicht"##Auch bei ihnen liebe ANTIFA wird es mal Zeit das ihnen jemand mal ganz kräftig die Leviten liest,so lange weder bei Pegida noch AFD ein Gericht etwas dergleichen tut haben sie das auch nicht zu tun und wenn sie die nur durch den Kakao ziehen,sie kennen doch einige der wichtigsten Aussagen des GG (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."Und wenn sie sich da nicht langsam dran halten wird es wohl mal für eine Anzeige zeit.

26.08.2018 19:09 duhastmichjainsgesichtgefilmt 761

ich denke ja, der Mann mit dem bunten Hütchen hat sich strafbar gemacht. Die Reporter haben ihn ja nur in der Gruppe im Vorbeigehen gefilmt.

Dann hat er die Reporter durch sein ins Kamera reinrennen zu einer Straftat (ins Gesicht filmen) angestiftet (§ 26 StGB) oder in gewisser Weise eine kriminelle Vereinigung mit den Reportern gegründet (§ 129 StGB) und dann mit ihnen die Straftat (ins Gesicht filmen) bandenmäßig begangen.

Sollten andere hier recht haben, dass das ins Gesicht filmen gar nicht strafbar war, dann,
ja dann,
hätte er die Reporter ja verleumdet als er sie einer Straftat bezichtigte - und das vor laufender Kamera....

26.08.2018 19:08 Klaus 760

@ { 26.08.2018 16:24 Lisa }
Sie bringen hier einiges durcheinander.
Was in Hamburg passiert ist, war viel schlimmer, weil dort massenhaft massive Gewalt ausgeübt wurde und die Polizei trotzt Großaufgebot zahlenmäßig überfordert war. Aber darum geht es hier nicht.
In Dresden ist man einfach nur auf den Trick des LKA-Mitarbeiters reingefallen und die Polizei hat sich mit unsinnigen Tätigkeiten beschäftigt und dabei die Pressearbeit massiv behindert.
Jetzt wird das von den Besorgten und der Presse aufgebauscht, das ist alles. Zur Aufbauschung gehört auch, dass man Verbindungen zu G20-Hamburg herstellt, die nicht der Realität entsprechen. Aber das ist alles kein Problem, die Besorgten werden trotzdem nie an die Regierung kommen, weil die Schlauen in der deutlichen Mehrheit sind. Und daran wird sich auch nichts ändern. :-)

26.08.2018 18:56 Mediator an NRW-18(744) 759

Na wenn ihr Schuß mal nicht nach hinten losgeht und dieser Mann den sie als "dick, dumm und lächerlich" bezeichnen sich nicht als ein waschechter Pegidaanhänger darstellt. Es ist ja nicht so, dass man den Herrn nicht schon öfters auf den Demos ausgemacht hat und er schien auch sehr gut integriert zu sein, was die Begleitung durch einen Rene S. aus Freital belegt. Der Herr war ja der Organisator der dortigen Anti-Asyl Proteste, an denen auch die Freitaler Terroristen beteiligt waren.

Ich fürchte bei Peigda ticken wirklich viele so und tun sich schwer neben ihrem Hass auf so einer Demo noch etwas vernünftiges zu artikulieren.

26.08.2018 18:51 Klaus 758

@ { 26.08.2018 16:35 NRW-18 }
Es weiß doch jeder, dass die Sache doch eher eine Werbung für die Besorgten-Partei ist. Das hängt auch damit zusammen, dass sich die weniger Schlauen eher mit den weniger Schlauen identifizieren. Das kann man auch hier im Forum beobachten. Jeder hat gesehen, dass sich der Besorgte in das Bild gedrängt hat, aber von einigen Diskutanten wird das hartnäckig ignoriert, bzw. die Sache sogar gegenteilig dargestellt.
Von daher fehlt für Ihre These jegliches Motiv, bzw. es gibt sogar ein Motiv eher nicht so zu handeln. Andersherum wird eher ein Schuh daraus. Die Situation wurde von der Besorgtenseite provoziert, was auch tatsächlich der Fall war, und die Polizei hat unwissentlich Beihilfe geleistet. Das hat man mittlerweile erkannt, wovon ich zumindest mal ausgehe, bzw. das wird man bei den nächsten Demonstrationen sehen. Ich gehe auch davon aus, dass das künftig öfter vorkommen wird. Ob sich das dann auch so aufbläht, hängt dann vom Verhalten der Polizei ab.

26.08.2018 18:42 Wolfgang Nawalny 757

@744 NRW-18 - Einer der besten Beiträge zu dem Thema und nichts ist ausgeschlossen. Diesem Machtsystem traue ich mittlerweile alles zu.