Die Veste Heldburg in Thüringen
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Thüringen und Sachsen-Anhalt 200 Millionen vom Bund für Schlösser, Burgen und Gärten

Für die Sanierung von Schlösser und Gärten in Thüringen und Sachsen-Anhalt gibt es mehr Geld vom Bund. Der Bundestag beschloss, sich an einer neuen Stiftung der Länder und an einem Investitionsprogramm zu beteiligen.

Die Veste Heldburg in Thüringen
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Thüringen und Sachsen-Anhalt können sich über zusätzliches Geld vom Bund für die Sanierung von Schlössern und Gärten freuen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages beschloss, dass sich der Bund an einer neuen Stiftung der beiden Länder beteiligt.

"Stiftung Mitteldeutsche Schlösser und Gärten" wird gegründet

Sachsen-Anhalt und Thüringen haben die Gründung der "Stiftung Mitteldeutsche Schlösser und Gärten" vorgeschlagen. Sie bringen dann Schlösser und Gärten aus ihren Ländern in die Stiftung ein. Welche das sein werden, steht bislang nicht fest.

Diese sollen dann von einem Sonderinvestitionsprogramm profitieren. Der Haushaltsausschuss des Bundestages beschloss nun, dass sich der Bund gemeinsam mit den beiden Ländern an dem Programm beteiligt.

Danach stellt der Bund 200 Millionen Euro in den kommenden acht Jahren bereit. Sachsen-Anhalt und Thüringen stellen jeweils 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Bund beteiligt sich an Betriebskosten

Die Orangerie Gotha ist eine zum Schlosspark des Schlosses Friedenstein im thüringischen Gotha gehörende, spätbarocke Gartenanlage.
Der Bund beteiligt sich auch an den Betriebskosten. Bildrechte: dpa

Nach Gründung der "Stiftung Mitteldeutsche Schlösser und Gärten" will sich der Bund zudem zur Hälfte an den Betriebskosten der in die Stiftung eingebrachten Objekte beteiligen. Das wären noch einmal 100 Millionen Euro in den kommenden Jahren.

Damit die Gründung der Stiftung und der Start des Investitionsprogramms rasch vollzogen werden können, wurden durch den Ausschuss bereits zehn Prozent der Bundesmittel freigegeben.

"Schub für Schlösser und Burgen"

Carsten Schneider
Schneider: "Kulturelles Erbe bekommt Stellung, die es verdient hat." Bildrechte: IMAGO

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, sagte: "Die Schlösser und Burgen bekommen so einen richtigen Schub. Das kulturelle Erbe bekommt die Stellung, die es wirklich verdient und es ist nicht nur Berlin das strahlt, sondern auch Sachsen-Anhalt und Thüringen." Der aus Erfurt stammende Schneider hatte das Stiftungsprojekt vor elf Jahren selbst angeregt und daran gearbeitet.

Bestehende Stiftungen bleiben

Die bestehende "Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten" sowie die "Kulturstiftung Sachsen-Anhalt" bleiben trotz der neu zu gründenden mitteldeutschen Stiftung erhalten. Sie kümmern sich wie bisher um die Pflege, den Erhalt und die Sanierung von Schlössern und Gärten in ihren Ländern.

Sachsen nicht beteiligt

Sachsen ist nicht an der neuen "Stiftung Mitteldeutsche Schlösser und Gärten" beteiligt. Der Haushaltsausschuss geht davon aus, dass Sachsen finanzkräftig genug ist, seine Schlösser, Burgen und Gärten selbst zu erhalten. Darum kümmert sich im Freistaat die "Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gemeinnützige GmbH". Bei Thüringen und Sachsen-Anhalt berücksichtigte der Haushaltsausschuss die finanzielle Belastung der beiden Länder durch die Vielzahl an Schlössern, Burgen und Gärten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. November 2018 | 18:35 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2018, 17:39 Uhr