Ein junger Mann sitze auf einer Stufe und schaut auf sein Smartphone
Musikhören, Nachrichten schreiben oder E-Mails checken: Viele Menschen gehen unterwegs ins Internet. Kostenlose WLAN-Netzwerke werden dabei gerne genutzt. Bildrechte: IMAGO

Freier Internetzugang Öffentliches WLAN oft langsam und unsicher

Viele Kommunen richten inzwischen kostenloses WLAN ein. In Dresden etwa fasste der Stadtrat vergangene Woche einen entsprechenden Beschluss. Bei Bürgern ist der kostenlose öffentliche Internetzugang beliebt. Doch die Hotspots sind auch teuer, dazu oftmals langsam und unsicher.

von Carolin Fröhlich, MDR AKTUELL

Ein junger Mann sitze auf einer Stufe und schaut auf sein Smartphone
Musikhören, Nachrichten schreiben oder E-Mails checken: Viele Menschen gehen unterwegs ins Internet. Kostenlose WLAN-Netzwerke werden dabei gerne genutzt. Bildrechte: IMAGO

Ist es erstmal da, geht es ganz einfach: Einmal einloggen und schon ist man im kostenlosen WLAN der Kommune. Einfach umzusetzen ist das aber nicht, erklärt Urs Mansmann vom Computermagazin c't: "Weil die Reichweite von diesen Basisstationen nicht allzu hoch ist. Man muss an höhere Standorte gehen, zum Beispiel an einen Lichtmast, dort braucht man eine schnelle Internetverbindung, man muss genug WLAN-Antennen montieren, um ein Gebiet abzudecken. Das geht dann auch ins Geld, denn jede Einrichtung kostet natürlich."

Jede Kommune handhabt die Umsetzung und Finanzierung von freiem WLAN anders. So entstanden in den letzten Monaten in Bad Schandau oder im Erzgebirgskreis Netzwerke mit öffentlichen WLAN-Hotspots, die direkt vom Freistaat gefördert wurden – unter der Richtlinie "Digitale Offensive Sachsen". Auch in der Oberlausitz entstehen seit Jahresbeginn neue Hotspots.

Hotspots an Haltestellen

In größeren Städten wie etwa Leipzig schließt man sich stattdessen mit Gewerbetreibenden zusammen, um ein kostenloses WLAN zur Verfügung zu stellen, erzählt Peter Krutsch, Sprecher der städtischen Unternehmen in Leipzig: "Wir haben 118 Hotspots. Wir haben unsere eigene Infrastruktur, nämlich die von den Verkehrsbetrieben, die nutzen wir dafür. Entlang der Haltestellen und Fahrstrecken können wir da ins Erdreich gehen, aber auch oberirdische Infrastruktur nutzen."

Das kostenlose WLAN der Stadt wird dabei gut angenommen, vor allem von Touristen und Jugendlichen. "Ich finde, es ist sehr praktisch, einfach nur, wenn man Nachrichten versenden möchte. Es gibt ja auch Leute, die nicht so viel Geld haben, während sie außer Haus sind", sagte etwa eine Frau auf der Straße.

Schwache Abdeckung und unsicher

Wie gut das Netz ist, ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Da der Betreiber selbst am kostenlosen WLAN nichts verdient, darf es oft auch nicht viel kosten, weiß c't-Redakteur Urs Mansmann. Die Folge: schwache Abdeckung und langsame Verbindungen. Das wird zum Beispiel in Wittenberg beklagt.

Außerdem sind die öffentlichen Netzwerke zur Zeit noch sehr unsicher, sagt Mansmann: "Das Problem ist, die sind unverschlüsselt und theoretisch kann jeder mit relativ einfachen Mitteln die gesamte Kommunikation, die ich da drüber führe mitschneiden". Sinnvoll sei es deshalb, wenn sich die Nutzer ins öffentliche WLAN einloggen und eine verschlüsselte Verbindung aufbauen könnten. Im Ausland gebe es solche öffentlichen Netzwerke. In Deutschland biete diese Möglichkeit aber bis jetzt kein öffentliches WLAN an.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Mai 2019 | 08:24 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Mai 2019, 11:34 Uhr

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2 Kommentare

13.05.2019 20:04 Mediator 2

Wer solche öffentlichen Hotspots nutzen möchte und seinen Apps nicht traut alle Datenströme und Kennwörter gut verschlüsselt zu übertragen, der muss halt eine VPN Verbindung aufbauen.

Die weit verbreiteten Router von AVM erlauben es auch dem Laien ein VPN zum heimischen Router aufzubauen und von dort seine Daten dann ins Internet zu senden.

13.05.2019 12:08 Anton 1

Mit öffentlichen WLAN ist es schon etwas zu spät. Sowieso langsam und unsicher. Für nur 4 € kann man bei Aldi vergleichbare Verbindung kaufen, mit 500 MB - mehr schaffen diese öffentliche WLAN-Netze auch kaum. Dafür kann diese 5€-Variante wenigstens etwas mehr Sicherheit bringen, ganz zu schweigen von Reichweite...
WLAN-Netze sollte man vor 15 Jahren einrichten, damals wären sie sehr, sehr nützlich. Heute schon zu spät.