Parteitag Thüringer CDU wählt neuen Landesvorstand

Die Thüringer CDU wählt auf ihrem Parteitag einen neuen Landesvorstand. Gesetzt zu sein schein der Bundestagsabgeordnete Christian Hirte: Einen Gegenkandidaten gibt es nicht. Ob er die Partei als Spitzenkandidat in den Landtagswahlkampf 2021 führt, bleibt aber offen.

Christian Hirte
Christian Hirte war bis Februar 2020 Ostbeauftragter der Bundesregierung – damals noch ohne Bart. Bildrechte: dpa

Im Februar musste Christian Hirte zunächst einen Posten abgeben. Er hatte dem FDP-Politiker Thomas Kemmerich zu dessen Wahl zum Ministerpräsidenten gratuliert, für den neben den CDU- und FDP-Abgeordneten auch die der AfD gestimmt hatten. Auf Druck von Bundeskanzlerin Angela Merkel verzichtete Hirte anschließend auf sein Amt als Ostbeauftragter der Bundesregierung.

Zusammenhalt in der Partei stärken

Nun soll Hirte als Landesvorsitzender die geschundene Thüringer CDU wieder aufbauen und einen neuen Teamgeist wecken. Als Motivationsredner, wenn man so möchte, hat Hirte deshalb Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zum Parteitag eingeladen: "Weil ich glaube, dass Michael Kretschmer in Sachsen beispielhaft das vorgemacht hat, was wir uns als CDU in Thüringen natürlich wünschen." Und zwar: Mit einem starken Auftritt glaubhaft Politik so zu gestalten, dass man am Ende nicht nur stärkste Partei werden könne – sondern auch einen Regierungsauftrag erhalte, um aktiver Politik gestalten zu können als das momentan in der schwierigen Situation der konstruktiven Opposition möglich sei, erläutert Hirte.

Besonders wichtig sei der Zusammenhalt. Das betonen CDU-Politiker dieser Tage immer wieder. Hirte hat in den vergangenen Wochen verschiedene CDU-Kreisverbände, Sommerfeste und andere Veranstaltungen besucht, um sich mit der Parteibasis auszutauschen.

Mario Voigt, der bereits im März den Posten des Fraktionsvorsitzenden übernommen hatte, lobt Hirtes "Kultur des Miteinanders". Man habe als Landtagsfraktion in den letzten Wochen und Monaten gezeigt, dass man, wenn man alles auf mehrere Schultern verteile, auch wieder Boden gutmachen könne. Das sei ein Beleg für den gemeinsamen Ansatz, den die Partei wählen wolle. Nach dem Parteitag wolle man, sagt Voigt, "in eine Phase eintreten, wo wir mit der Basis im aktiven Gespräch natürlich auch die Kräfte mobilisieren wollen, die es braucht für ein Wahljahr 2021".

"Über Spitzenkandidaten gemeinschaftlich beraten"

Hirte will deshalb "zeitnah" im neuen Landesvorstand Personalien diskutieren. Er lässt aber offen, ob er selbst als Spitzenkandidat antreten möchte. Bei einer Pressekonferenz fragten Journalisten und Journalistinnen mehrmals nach. Hirte beharrte auf seiner Antwort, dass man im neugewählten Landesvorstand miteinander gemeinschaftlich beraten und schauen werde, was sinnvoll sei.

Neuwahl voraussichtlich im April 2021

Während einige CDU-Mitglieder, wie die Europaabgeordnete Marion Walsmann, sich schon jetzt eine klare Aussage zur Spitzenkandidatur von Hirte wünschen würden, zeigen andere Verständnis: Gerade gebe es Wichtigeres für die CDU, wie zum Beispiel die Arbeit am Haushalt 2021. Ein Parteimitglied befürchtet, bis zur geplanten Neuwahl könnte der Spitzenkandidat "verbrannt" sein, wenn er jetzt schon feststehen würde. Denn der 25. April, das zwischen Rot-Rot-Grün und der CDU ausgemachte Datum für die Neuwahl, ist nicht in Stein gemeißelt. Ein anderer Wahltermin ist nicht ausgeschlossen. Auf Nachfrage beteuert Christian Hirte aber, der Termin sei vereinbart und er sehe keinen Grund, ihn in Frage zu stellen. Zuletzt zeigte sich Hirte allerdings noch offen für einen anderen Termin.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. September 2020 | 05:00 Uhr

3 Kommentare

Mitteldeutsch vor 6 Wochen

Endlich endlich was Lange währt wurde endlich gemacht und das sogar gut! Wenn man alles auf mehrere Schultern verteile, wird wieder Boden gutgemacht und wir CDU übernehmen im ersten Halbjahr, wenn uns Corona lässt und die WählerInnen es wollen, wieder.
Ich freue mich auch über unser bewährtes föderalistisches System, welches soziale Demokratie stärkt wie die Beschlüsse des Bundesrates belegen.

Leachim-21 vor 6 Wochen

sehr aufschlussreich dieser Artikel . jedoch zeigt Er aber auch auf wie die Parteien zu Abmachungen und Verträgen bzw. Gesetz stehen. wenn ihr im Artikel darüber spekuliert wird das der Wahltermin nicht eingehalten werden könnte zeugt das nicht gerade von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit der etablierten Parteien, in meinen Augen . damals wollte die Mehrheit der Bürger Neuwahlen nach dem Wahldebakel , was die etablierten Parteien schlicht verweigert haben und nun steht das selbe hier im Artikel erneut, eine Politik gegen den Souverän . was kommt als nächstes und warum hört man davon sowenig in der Presse.

aus Elbflorenz vor 6 Wochen

Ein neuer Vorstand für den Ramelow-Fanclub?