Poggenburg beim Neujahrsempfang der neuen Partei "Aufbruch deutscher Patrioten"
André Poggenburg am Mittwochabend bei der Vorstellung der neuen Partei. Bildrechte: dpa

Ex-AfD Politiker André Poggenburg stellt neue Partei vor

"Aufbruch deutscher Patrioten" heißt die neue Partei, die vergangene Woche von dem ehemaligen AfD-Politiker André Poggenburg aus Sachsens-Anhalt gegründet worden ist. Am Mittwoch hat sich diese Partei erstmals vorgestellt - in Sachsen bei einem Neujahrsempfang.

von Ine Dippmann, MDR AKTUELL Landeskorrespondentin Sachsen

Poggenburg beim Neujahrsempfang der neuen Partei "Aufbruch deutscher Patrioten"
André Poggenburg am Mittwochabend bei der Vorstellung der neuen Partei. Bildrechte: dpa

Blaue Kunst-Kornblumen liegen bereit für die Leute, die sich für die Partei "Aufbruch Deutscher Patrioten" interessieren. Das Symbol ist umstritten, weil es in Österreich in den 30er Jahren von Nationalsozialisten genutzt wurde. André Poggenburg hält das für linke Propaganda. Er will unter der blauen Blume Kräfte bündeln, für die die AfD nicht patriotisch genug ist.

Rund 150 Leute folgen der Einladung zum Neujahrsempfang in einen Landgasthof in der Sächsischen Schweiz, so wie eine Frau aus Dresden: "Eigentlich interessiert mich Pegida", sagt sie. "Weil wir da hingehen, seit über zwei Jahren schon. Und so wie ich informiert bin, versucht diese AdP das durchzusetzen, was auch Pegida möchte."

Vertreter von Pro Chemnitz dabei

Egbert Ermer führt durch den Abend. Bis vor wenigen Monaten war er Vorsitzender des ansässigen AfD-Kreisverbandes. Er  hatte schon den Schulterschluss mit Pegida in Dresden gesucht, als das in der AfD Sachsen noch verpönt war.

Wir werden mit allen Gespräche führen, mit allen Bürgerbewegungen, die uns sehr am Herzen liegen.

Egbert Ermer Ex-Chef des AfD-Kreisverbands Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Das hätten auch seine Äußerungen der letzten Jahre deutlich gezeigt, dass er für "diese Bewegungen der Straße" eine große Sympathie hege. "Dass wir als Partei der Meinung sind, dass eine verändernde Politik auch aus diesen Kreisen kommen wird", so Ermer.

Siegfried Däbritz aus dem Pegida-Organisations-Team ist im Publikum, ebenso Vertreter der Republikaner, ehemalige NPD-Funktionäre. Als Martin Kohlmann – der Chef von Pro Chemnitz - den Saal betritt, brandet Applaus auf. Er hatte nach dem Messerangriff auf einen Chemnitzer Ende August Demonstrationen organisiert, die Rechtsradikale aus vielen Teilen Deutschlands mobilisiert hatten. Dass Kohlmanns Wählervereinigung inzwischen vom Verfassungsschutz beobachtet wird, hält die AdP-Spitze nicht davon ab, das Gespräch zu suchen.

Poggenburg erwartet sechs bis acht Prozent der Stimmen

Der Fraktionsvorsitzende der AfD in Sachsen-Anhalt, Andre Poggenburg, dreht sich am 19.12.2017 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) im Plenarsaal des Landtages nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses zu seiner Fraktion um.
Wegen interner Querelen hatte André Poggenburg die AfD verlassen. Bildrechte: dpa

André Poggenburg sagt, er wisse erst einmal, dass Pro Chemnitz es geschafft habe, viele Menschen auf die Straße zu bringen, was sehr lobenswert sei. "Und dann werden wir mal schauen, wie ist das denn gemeint, mit der Zusammenarbeit", so Poggenburg weiter. Im Vorstand werde man sich dann Gedanken dazu machen. Mit Pegida habe man sich ja auch unterhalten und gesprochen, man werde das alles sehr sachte angehen lassen. "Eins ist aber klar, eine pauschale Distanzeritis wie in der AfD wird es bei uns nicht geben."

Die kann sich Poggenburg auch nicht leisten. Denn er hat große Pläne. Sechs bis acht Prozent der Wählerstimmen will er mit der AdP bei der Landtagswahl in Sachsen im September gewinnen. Und das ohne Parteiapparat im Rücken. Die Herausforderung reize ihn, erklärt er.

"Wir werden einfach das Spektrum aufmachen", sagt Poggenburg. Die AfD könne sich jetzt sehr gelassen darum bemühen, die bürgerlich konservative Wählerschaft zu aktivieren, so wie sie es gern möchte. „Wir werden die nationalkonservative Wählerschaft bemühen und aktivieren und im Landtag wollen wir kooperieren und haben dann eine konservative Mehrheit“, sagte er.

Ermer: "Dann sind wir gerne rechts"

Inhaltlich will die AdP zuerst im Bereich der Inneren Sicherheit punkten. Dazu gehöre auch, Linksextremismus entschieden zu bekämpfen. Man müsse anerkennen, so heißt es in den ausgelegten Flyern, dass Multi-Kulti gescheitert sei. "Wir als AdP stehen für Vaterlandsliebe, für Heimattreue und Heimatschutz," erklärt Egbert Ermer. Umweltschutz gehöre dazu, die AdP wolle aber auch soziale Rahmenbedingungen im Osten verbessern, das gehe von der Rente bis zur Zeitarbeit. "Und wenn all dieser Einsatz, liebe Freunde, für unser Land, für unsere Kinder, unsere Enkel, wenn dieser Einsatz rechts ist, dann sind wir gerne rechts", sagt Ermer.

Dann werden Listen herumgereicht, in die sich eintragen kann, wer der AdP beitreten möchte. Man werde aber genau hinschauen, wer tatsächlich zur AdP passe, kündigt Poggenburg an. Die Hautfarbe der Anwärter spiele für die Mitgliedschaft beim "Aufbruch Deutscher Patrioten" keine Rolle, und auch wer vor Jahren mal vorübergehend vom Verfassungsschutz beobachtet worden sei, werde nicht sofort abgelehnt.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Januar 2019 | 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2019, 07:49 Uhr

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83 Kommentare

19.01.2019 13:39 Wo geht es hin? 83

@Peter - Zitat von Ihnen: "Welcher "aufrechte Patriot" mit "Mut zur Wahrheit" würde sich bei der "Ich will auch was vom großen Kuchen abhaben Partei" nicht angewiedert abwenden?" Zitat Ende. Welche Partei war das doch gleich noch mal, die zur BT - Wahl massiv abgestraft wurde und sich dann trotz besseren Wissens für die Fleischtöpfe und gegen Erneuerung entschieden hat? Richtig: IHRE SPD! Als bei SO einem Backround würde ich die Klappe nicht so weit aufreissen...

19.01.2019 11:26 007 82

@ Peter 75 ... Wie sie sehen zitiere ich deutsche- englische- russische- oder auch griechische Gelehrte, Philosophen oder Schriftsteller. Im Gegensatz zu ihnen interessiert es mich überhaupt nicht, in welche Zeit diese Menschen hinein geboren worden u welche Regierung damals an der Macht war. Ich habe eben nicht wie sie diesen ideologischen Stacheldraht im Kopp u bin in meinen Aussagen u Denken frei ...

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19.01.2019 10:17 Günter Kromme an den Mediator 81

#34,48 Es ist mir immer wieder eine Freude zu lesen wie sie glasklar, ohne das es noch Beweise bedürfte, mit scharfen Verstand herausarbeiten das grün-rot-schwarzrot ständig die Welt rettet und die AfD nur "satanische Verse" verbreitet. Wenn man mit einem solchen Talent nicht geboren wird, wo kann man es erlernen? Ich würde gerne auch so hauptamtlich tätig werden, mein Vorbild wäre Claas Relotius. Im Übrigen, ihr meine lieben Gutmenschen, was regt ihr euch denn so auf, die Geschichte wird auch über diese neue Partei hinwegrollen wie über alle in der Vergangenheit, also schön locker bleiben, und bitte etwas mehr Gottvertrauen!

19.01.2019 09:32 Freiheit 80

18.01.2019 22:32 Fakt Ist dir dabei auch aufgefallen, daß der Einsturz des WTC 7 fehlte?

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19.01.2019 09:30 Freiheit 79

@ Peter "Sie nutzen Ihre alternative Propaganda mit Zitaten von überzeugten Nazis."---- Warum eigentlich nicht? Wenn die Aussage doch zutreffend ist? --- Ein Tip von mir: Wenn Sie Berufstätig sind, seien Sie konsequent und gehen am 1. Mai arbeiten und nehmen bitte keinen bezahlten Urlaub mehr! Danke.

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18.01.2019 23:17 007 78

Was mich brennend interessiert wie die Pegida Gründer zu Poggenburgs AdP stehen. Wenn sie weiter nach rechts zu Poggenburg rücken ist Pegida tot. Bachmann muss hier klare Kante zeigen u das ganze AfD Lager zusammen halten. Ich glaube die AdP wird ein Sammelsurium von ganz rechts, der NPD- den Rechten Pro Bewegungen- der Freiheit- den Republikanern, der DVU usw. Die werden sich irgendwie verbünden u neu organisieren. Trotzdem wird es für Poggenburg nicht reichen, nicht solange es die AfD gibt ...

18.01.2019 22:43 007 77

@ Peter 72 ... Sie haben wohl zu tief ins G...s geguckt? Vielleicht lesen sie meine Post besser mehrmals durch, wenn sie den Sinn nicht gleich beim ersten mal verstehen. Ein zu ihnen passendes Zitat von 007; "Die Historiker verfälschen die Vergangenheit, die Ideologen die Zukunft, u die Gutmenschen glauben es" ...

@ 73 ... Ach wissen sie, politische Feindbilder oder Deutungsmuster gibt es bei uns Patrioten nicht. Die entspringen immer nur Ideologien oder destruktiven Fanatikern ...

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18.01.2019 22:32 Fakt 76

007, #71:
"Im Reichstag tagt ein Parteienblock gegen die Opposition u verkündet mit dem Maaschen Meinungsfreiheitseinschränkungsgesetzt was gesagt u geschrieben werden darf im Land."<<

Geht´s noch kruder?
Irgendwie erinnern mich Ihre Beiträge an ein paar Sendungen, die ich heute auf ZDFneo gesehen habe. Dort ging es um Verschwörungstheorien, Reichsbürger, Burschenschaften etc. pp.

18.01.2019 22:23 Peter 75

@71 007: Habe ich mich verhört?
Sie nutzen Ihre alternative Propaganda mit Zitaten von überzeugten Nazis.
Und wenn der demokratische Rechtsstaat Maßnahmen ergreift, dass Nazipropaganda unterbunden wird, dann ist das Einschränkung der Meinungsfreiheit.
Hat irgend Jemand Zweifel, dass Herr Handenwang die richtige Entscheidung getroffen hat?

18.01.2019 22:04 007 74

@ Peter 67 ... Sie nazifizieren alles, absolut alles in ihrem einseitigen Tunnelblick. Ein passendes Zitat dazu von Sigmund Graff gefällig?
Zitat; "Eine der erstaunlichsten Erscheinungen ist, dass man sich einbildet, von abhängigen Menschen unabhängige Meinungen erwarten zu dürfen." Z. Ende.
Wie recht doch der Mann hat, gelle? Sie Genosse machen sich mit ihrem ewig gestrigen Käse nur noch lächerlich ...