Der Fraktionsvorsitzende der AfD in Sachsen-Anhalt, Andre Poggenburg, dreht sich am 19.12.2017 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) im Plenarsaal des Landtages nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses zu seiner Fraktion um.
Ein Bild von Dezember 2017 zeigt Poggenburg im Plenarsaal des Landtages. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalt André Poggenburg verlässt die AfD

Der Ex-Landeschef der Partei in Sachsen-Anhalt begründete den Schritt mit unüberbrückbaren Differenzen zwischen sich und der Berliner AfD-Führung. Poggenburg habe bereits eine neue Partei gegründet, berichtet die "Welt".

Der Fraktionsvorsitzende der AfD in Sachsen-Anhalt, Andre Poggenburg, dreht sich am 19.12.2017 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) im Plenarsaal des Landtages nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses zu seiner Fraktion um.
Ein Bild von Dezember 2017 zeigt Poggenburg im Plenarsaal des Landtages. Bildrechte: dpa

Der ehemalige Partei- und Fraktionschef der AfD in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, verlässt die Partei. Nach einem Bericht der Tageszeitung "Welt" hat Poggenburg bereits eine neue Partei gegründet, die bei den Landtagswahlen im Herbst in Sachsen, Thüringen und Brandenburg antreten soll.

In der Zeitung äußerte sich Poggenburg zu den Beweggründen seines Austritts: Die Differenzen mit der AfD-Parteiführung in Berlin hätten "letztlich ein unüberbrückbares Ausmaß angenommen", so Poggenburg.

Ämtersperrung im Gespräch

Der 43-Jährige war von 2014 bis Anfang 2018 Landesparteichef der AfD in Sachsen-Anhalt. Nach umstrittenen Reden und dem Vorwurf der Vetternwirtschaft trat er auf internen Druck als Partei- und Fraktionschef zurück. Zuletzt wollte der AfD-Bundesvorstand den Weißenfelser zwei Jahre für alle Parteiämter sperren lassen. Anlass waren wiederum umstrittene Aussagen des Politikers. So hatte er am Silvestertag auf Twitter den "Mitbürgern unserer Volksgemeinschaft ein gesundes, friedliches und patriotisches 2019" gewünscht.

Neue Partei gegründet

In der "Welt" sagte Poggenburg, er wolle seinen "politischen Kampf" nun außerhalb der AfD weiterführen. Deshalb habe er die Partei "Aufbruch deutscher Patrioten - Mitteldeutschland" gegründet. Diese soll im Herbst bei den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg antreten. Weitere enttäuschte AfD-Mitglieder hätten sich der Partei bereits angeschlossen. Im Vorstand der neuen Partei sitzen demnach Egbert Ermer und Benjamin Przybylla, die bisher der sächsischen AfD angehörten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Januar 2019 | 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2019, 07:08 Uhr