Vier Schafe im Stall
In Thüringen gibt es immer weniger Schafe. Bildrechte: MDR/Lily Meyer

Prämie für Tierhalter Thüringen braucht Schafe und Ziegen

In Thüringen kann noch bis Ende März eine sogenannte SchaZie-Prämie beantragt werden. Das hat nichts mit ihren Liebsten zu tun – die Prämie richtet sich an Schaf- und Ziegenhalter. Damit soll verhindert werden, dass es noch weniger Schafe und Ziegen gibt, als ohnehin schon. Denn die Tiere sind zum Beispiel für die Naturschutzgebiete in Thüringen wichtig.

von Lily Meyer, Landeskorrespondentin Thüringen MDR AKTUELL

Vier Schafe im Stall
In Thüringen gibt es immer weniger Schafe. Bildrechte: MDR/Lily Meyer

Jens-Uwe Otto ist Schäfer in Rohr im Landkreis Schmalkalden-Meinigen und Vorsitzender des Landesverbands Thüringer Schafzüchter. Von seinen rund 600 Schafen steht zur Zeit die Hälfte im Stall, die andere auf der Weide.

Schäfer freuen sich über Unterstützung

Über die neue Prämie, die das Thüringer Umweltministerium seit diesem Jahr vergibt, ist Otto froh: "Es gab ja vor gut 15 Jahren diese Kopfprämie noch für die Schafe und auch für andere Tierarten. Und seitdem das weggefallen ist, ist der Schafbestand allein in Thüringen um die Hälfte gesunken." Auf etwa 90.000 Mutterschafe, schätzt Otto.

Schäfer Jens-Uwe Otto mit seinen zwei Schafen
Jens-Uwe Otto ist seit über 30 Jahren Schäfer. Bildrechte: MDR/Lily Meyer

Damit es nicht noch weniger werden, haben er und seine Kollegen lange für die Prämie gekämpft: "Die Schafe machen ja auch Landschaftspflege und halten die Natur offen, so dass das Ökosystem funktioniert. Und wenn dann zu wenig Schafe da sind, ist der Verbiss nicht gegeben. Und dann wachsen auch offene Flächen zu."

Wer kann die Prämie beantragen?

Die SchaZie-Prämie richtet sich an alle Schaf- und Ziegenhalter in Thüringen, die mehr als 20 Tiere haben und mindestens zehn Prozent "naturschutzfachlich wertvolles Grünland" beweiden. Bei Otto sind das zum Beispiel Wiesen rund um den Thüringer Wald. Aufgrund einer EU-Regelung gibt es aber nicht mehr als 6.000 Euro pro Herde.

Besser als nichts, findet Otto: "Jede Mark bringt was. Ich meine, es sind Arbeitskräfte und Technik da, die bezahlt werden müssen. Allein Diesel und Benzin – die Spritkosten. Also, 6.000 Euro im Betrieb zu haben, das ist schon was." Rund 500 Schaf- und Ziegenhalter in Thüringen können die Prämie beantragen. Etwa 300 hätten es bereits getan, sagt der Staatssekretär des Thüringer Umweltministeriums, Olaf Möller.

Gründe für die SchaZie-Prämie

Er hofft, dass der Schafbestand in Thüringen damit nicht noch weiter zurückgeht. Neben dem Insektenschutz durch Schafköttel auf den Weiden und der Landschaftspflege gibt es laut Möller noch einen weiteren Grund für die Prämie.

Sie sei in gewisser Weise eine Provokation Richtung Bund. Deutschland sei das einzige EU-Land, das keine gekoppelten Prämien habe. "Gekoppelte Prämie heißt, es gibt eine Flächenprämie und es gibt für den Tierbesatz gleichzeitig noch eine gekoppelte Prämie. Und das macht Deutschland nicht, obwohl es die EU vorsieht", erklärt Möller.

Deutschland zahlt also nur für die Fläche. Deshalb stellt Thüringen eine Million Euro Landesmittel für Schafe und Ziegen im Land bereit. In der Hoffnung, dass sich auf Bundesebene bald etwas tut. Auch Schäfer Otto hofft, dass in Zukunft auch seine Kollegen in anderen Bundesländern wieder Prämien bekommen. Beziehungsweise deren Schafe und Ziegen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. März 2019 | 06:25 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 05:00 Uhr

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4 Kommentare

26.03.2019 10:55 Blumenfreund 4

Als erstes sollte der Wolf wieder zum Abschuss freigegeben werden. Den Räuber braucht kein Mensch.
Schafe und Ziegen schmecken viel besser.

26.03.2019 10:43 Fragender Rentner 3

Haben die die Wölfe vergessen beim Aufzählen?

26.03.2019 05:52 frank d 2

Ein altes Sprichwort sagt, Wölfe sind da wo Schafe sind.
Offensichtlich gilt das auch für Steuergeldverschwender. Man sollte Die Wölfe in den Hambacher Forst umsiedeln.

26.03.2019 05:30 Auf zum letzten Gefecht! 1

Jetzt ist es wohl soweit?

Esst Schweinefleisch!

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