Ein Mann mit einer Jacke über dem Kopf wird von zwei Polizisten abgeführt
Ein Verdächtiger in Arnstadt wird festgenommen. Bildrechte: MDR/Florian Farken

Einsatz am Dienstag Polizei geht gegen Ausbeutung illegaler Arbeitskräfte vor

Die Bundespolizei ist gegen eine mutmaßliche Bande vorgegangen, die osteuropäische Arbeitskräfte ausgebeutet haben soll. Schwerpunkte der Razzia am Dienstagmorgen lagen in Thüringen und in Sachsen-Anhalt. Zwei Hauptbeschuldigte wurden festgenommen und weitere vermutlich illegal eingereiste Arbeiter.

Ein Mann mit einer Jacke über dem Kopf wird von zwei Polizisten abgeführt
Ein Verdächtiger in Arnstadt wird festgenommen. Bildrechte: MDR/Florian Farken

Mit einem Großaufgebot ist die Bundespolizei am Dienstag gegen gewerbsmäßige Ausbeutung osteuropäischer Arbeitskräfte vergegangen. Nach Informationen von MDR AKTUELL waren rund 800 Beamte im Einsatz. Schwerpunkt der Razzia war demnach Arnstadt, neben Erfurt, Ilmenau und Ichtershausen in Thüringen und Braunsbedra in Sachsen-Anhalt. Die Ermittlungen dazu waren im Herbst 2018 angelaufen.

Viehzuchtanlage im Fokus

Durchsucht wurden Büros, eine große Viehzuchtanlage und Unterkünfte von mutmaßlich illegalen Arbeitskräften, die mit gefälschten Papieren beschäftigt worden sein sollen. Es war einer der bisher größten Einsätze in Mitteldeutschland gegen diese Form der Kriminalität. Zahlreiche Ermittler, Bereitschaftspolizisten und Spezialkräfte suchten vor allem Beweismittel und illegal eingereiste Arbeitnehmer.

Zuerst wurden zwölf Objekte durchsucht. Wegen neuer Hinweise kamen aber am Vormittag in Thüringen noch drei hinzu. Computer, Unterlagen und Bargeld wurden beschlagnahmt. Bis zum Mittag nahm die Bundespolizei zudem acht Personen ohne legalen Aufenthalt fest, die hier für einen "Hungerlohn" gearbeitet haben sollen.

Hauptbeschuldigte gefunden

Polizist mit Schutzweste vor Toreinfahrt
Die Razzia begann in den frühen Morgenstunden. Bildrechte: MDR/Florian Farken

Insgesamt wurden nach MDR-Informationen die Aufenthalts- und Arbeitspapiere von rund 100 Personen überprüft, die meisten aus der Ukraine, Moldawien und Mazedonien. Sie kamen im Verdachtsfall nach Erfurt oder Halle, wo die Polizei "Bearbeitungsstraßen" eingerichtet hatte.

Auch zwei Hauptbeschuldigte sind festgenommen worden – in Arnstadt. Das Ehepaar aus der Ukraine, 35 und 39 Jahre alt, soll Arbeiter aus Osteuropa vor allem an Viehzucht- und Fleisch verarbeitende Betriebe verliehen haben. Betroffen seien aber auch andere Branchen. Gegen das Paar lag ein Untersuchungshaft-Befehl vor.

Der Sprecher des Hauptzollamts Dresden, Maximilian Hempel, sagte MDR AKTUELL, Schwarzarbeit komme vor allem in Branchen mit hoher Personal-Fluktuaktion vor – am Bau, in der Gastronomie, im Sicherheitsgewerbe. Ausländische Arbeitnehmer würden oft nicht nur illegal beschäftigt, sondern auch menschenunwürdig untergebracht.

Haftbefehl am Mittwoch außer Vollzug

Am Mittwochmittag teilte die Bundespolizei mit, das festgenommene Ehepaar sei wieder auf freiem Fuß. Zwar sei gegen die Verdächtigen Haftbefehl erlassen worden. Dieser sei jedoch außer Vollzug gesetzt worden. Der Mann und die Frau müssten sich regelmäßig bei der Polizei melden. Mehr Details wurden nicht genannt.

Bei einem weiteren Großeinsatz gegen organisierte Schwarzarbeit haben am Dienstagmorgen rund 1.200 Beamte in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gegen Verantwortliche von Bau-Unternehmen ermittelt. Auch hier geht es um Sozialversicherungsbetrug, um Steuerhinterziehung, das Einschleusen von Ausländern und Passfälschungen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. August 2019 | 11:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. August 2019, 12:28 Uhr

1 Kommentar

Silver Ager vor 15 Wochen

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he he habe bereits kommentiert und dabei nicht gegen Regeln verstossen