Wählerwanderung in Sachsen AfD holt viele Stimmen von Nichtwählern und der CDU

Wie haben Wähler vor fünf Jahren gewählt und diesmal? Für welche Partei haben sich Neuwähler entschieden? Warum hat die CDU mehr Stimmen im Vergleich zu 2014 bekommen, aber prozentual kräftig eingebüßt? Die Antworten liefern Daten zur Wählerwanderung.

Die CDU erzielte bei der Landtagswahl 2019 in Sachsen laut vorläufigem Ergebnis 32,1 Prozent und lag damit 7,3 Punkte unter ihrem Ergebnis von 2014. Dennoch konnte sie sich als stärkste Kraft behaupten und holte wegen der höheren Wahlbeteiligung sogar mehr Stimmen als vor fünf Jahren. Neue CDU-Wähler rekrutierten sich vor allem aus der großen Zahl der Nichtwähler 2014 - 162.000. 34.000 kamen vom Koalitionspartner SPD. Nach Daten von infratest-dimap verlor die CDU etwa 84.000 Wähler an die AfD. 61.000 CDU-Wähler von 2014 starben inzwischen, 23.000 wurden zu Nichtwählern.

Die AfD (27,5 Prozent) konnte vor allem Nichtwähler mobilisieren: 246.000 stimmten diesmal für die Rechtsaußen. Außerdem wechselten etwa 84.000 damalige CDU-Anhänger zur AfD, je 38.000 kamen von kleineren Parteien oder zogen nach Sachsen, 27.000 AfD-Stimmen kamen von ehemaligen Linke-Anhängern. Der Schwund war bei der AfD relativ gering. 11.000 Anhänger verstarben in den vergangen fünf Jahren, 8.000 zogen weg, 3.000 wählten diesmal die CDU.

Die Linke (10,4 Prozent) büßte mit 8,5 Punkten bei der Wahl zum Neuen Landtag in Dresden am stärksten ein. 32.000 Anhänger starben seit 2014, 30.000 verlor die Linke an die CDU, circa 27.000 an die AfD und 19.000 an die SPD sowie 15.000 an die Grünen. Dagegen entschieden sich vorherige 37.000 Nichtwähler für die Linke, 13.000 wählten vor fünf Jahren noch die SPD.

Die Grünen (8,6 Prozent) konnten diesmal viele Nichtwähler mobilisieren - 32.000, daneben aber auch viele Neu- bzw. Jungwähler - 20.000. Eine weitere große Gruppe sind 27.000 Wahlberechtigte, die in den letzten fünf Jahren nach Sachsen gezogen sind. Jeweils etwa 15.000 bis 18.000 Grünenwähler machten 2014 ihre Kreuze noch bei Linken, CDU und SPD. Zweistellig verloren haben die Grünen nur an die CDU, 13.000 stimmten diesmal für die Christdemokraten.

Die SPD (7,7 Prozent) verlor binnen fünf Jahren 34.000 Anhänger an die CDU, je 18.000 an die Grünen und die Nichtwähler sowie 13.000 an die Linke und etwa 10.000 an die AfD. Neue Anhänger kamen vor allem aus Reihen der Nichtwähler (41.000), von der Linken (19.000) und der CDU (12.000).

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. September 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. September 2019, 19:05 Uhr