Corona-Beschränkungen Hotelverband: Öffnung zu Weihnachten lohnt nicht

An Weihnachten die Familie besuchen und abends im Hotel übernachten: In Sachsen soll das möglich sein. Wie einige andere Bundesländer hat der Freistaat seine Corona-Verordnung entsprechend angepasst, offenbar gegen den Willen der Kanzlerin. Angela Merkel soll in einer Sitzung des CDU-Präsidiums bemängelt haben, dass sich nicht kontrollieren lasse, ob nur Gäste in den Hotels übernachteten, die auch wirklich Verwandte in der Region besuchten.

Eine Hausdame, legt einen in Folie verpackten Bademantel auf ein Bett
Touristische Übernachtungen bleiben auch in Sachsen verboten. Bildrechte: dpa

Auch wenn man es vielleicht nicht erwarten würde – beim sächsischen Hotel- und Gaststättenverband hat die Nachricht keine sonderlich großen Freudenstürme ausgelöst. Das hat den einfachen Grund, dass sich das abgespeckte Weihnachtsgeschäft für die wenigsten Hoteliers lohnen werde, sagt der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Sachsen, Axel Klein. Die eine Seite werde nicht extra für Weihnachten aufmachen, weil das Personal freigestellt oder in Kurzarbeit sei. "Für die andere Seite, die ohnehin schon betriebliche Übernachtungen hat, ist das die ein oder andere Person mehr im Haus, auf die man achten muss. Mehr aber auch nicht", erklärt Klein.

Kontrolle noch unklar

Und so viele Gäste sollen es auch gar nicht sein. Sozialministerin Petra Köpping hat bei der jüngsten Kabinettspressekonferenz noch mal klar gemacht: Die Hotels sollten Familienangehörigen offenstehen, die ihre Nächsten besuchen wollen, aber nicht in deren Wohnung oder Haus unterkommen könnten. Es gehe nicht um Tourismus. Aber lässt sich das kontrollieren? Auf Nachfrage von MDR AKTUELL sagt Köpping: "Sicher geht das. Das ist ohnehin ein Thema für Sachsen, das wir besonders im Augenmerk haben müssen". So ein Aufenthalt jedenfalls solle eben zwei bis drei Übernachtungen betreffen und nicht den gesamten Bereich zwischen Weihnachten und Neujahr.

Man könne zwar nicht alles kontrollieren, man werde die Kontrolltätigkeit in diesen Bereichen aber verstärken, so Köpping. Dazu, wie und durch wen das allerdings umgesetzt werden soll, sagte die Ministerin nichts. Das Hotelgewerbe sehe sich jedenfalls nicht in der Pflicht, sagt Dehoga-Chef Axel Klein: "Es ist generell natürlich klar, dass es nicht die Aufgabe des Hoteliers sein kann, zu kontrollieren, wer bei ihm übernachtet oder was für ein Ziel er hat." Der Hotelier habe nur die Möglichkeit, den Gast abzufragen und müsse darauf vertrauen, was ihm derjenige sage, findet Klein.

Opposition befürwortet Regelung

Auch wenn unklar ist, wer die Weihnachtsregelung für Hotelübernachtungen kontrollieren soll: Die Staatsregierung muss keinen Widerstand aus der Opposition befürchten. Die Hotels für Angehörige zu öffnen sei ein logischer Schritt, heißt es von der Linkspartei. Dazu die Landeschefin und gesundheitspolitische Sprecherin der sächsischen Linksfraktion Susanne Schaper: "Wenn ich dann schon zulasse, dass sich mehrere Familienmitglieder aus unterschiedlichen Haushalten treffen können, ist die Variante, eben nicht noch zu Hause auf dem Sofa schlafen zu müssen oder abends noch nach Hause fahren zu müssen, eine konsequente."

Und auch der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Dietmar Frank Schaufel, signalisiert Zustimmung. Die Branche sei vorbildlich in Sachen Hygienemaßnahmen, so Schaufel. Sollten die gegenwärtigen Maßnahmen greifen und die Infektionszahlen sinken, begrüße Schaufel eine Öffnung für Familienmitglieder.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Dezember 2020 | 06:10 Uhr

12 Kommentare

Normalbuerger vor 7 Wochen

@Dietmar, so wie sie kann nur jemand reden der mit Geld verdienen müssen nichts mehr am Hut hat. Etwas weniger Egoismus und Rücksicht wäre hier ratsam. Auch Ihre Rente ( sofern sie Rentner sind) muss von der jetzt arbeitenden Bevölkerung verdient werden. Die Zahlen explodieren nicht , weil Leute sich nicht dran gehalten haben , sondern weil Winter ist und damit die reguläre Saison für Viruserkrankungen jeglicher Art . Es braucht hier ab Januar ein Konzept wie wir endlich mit dem Virus leben können ohne die Wirtschaft ständig herunterzufahren! Hotels und Restaurants sind doch keine Garagen die man nach Lust und Laune auf und zusperren kann. Viele Beherbergungsbetriebe werden diesen Zusperrpopulismus nicht überleben! Denn eins zeigen die Zahlen , dieser Lockdown hat 0,0 Wirkung.

Anni22 vor 7 Wochen

@ Dietmar Wir warten jetzt bis nach Weihnachte und Silvester, sonst ist das alles eh umsonst. Dann wohl im Januar und dann kommen vielleicht bis Ostern hin und hoffentlich gibt es bis dahin genügend Impfstoff.

Altmeister 50 vor 7 Wochen

" Hoffe nicht auf bessere Zeiten"
Ist ein bemerkenswerter Artikel, den man im Netz unter dieser Überschrift finden kann. Die Branche der Gastronomie und des Hotelgewerbes ist in weiten Teilen insolvent und wird nur noch wegen der Aussetzung der Insolvenz-Pflicht noch nicht komplett zerschlagen. Wenn erst der Insolvenzverwalter die Immobilien und das Inventar verwertet, werden sich vermutlich diejenigen freuen, die Dank staatlicher Gehälter an günstige Schnäppchen kommen. Wäre auch nicht das erste Mal, dass sich die Verwalter selbst oder Strohmänner gern bedienen und politisch konforme Bürger davon profitieren.