Ausgefallener Unterricht Mitteldeutsche Länder prüfen Sommerschulen

Trotz Heimunterricht haben viele Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Wochen nicht den kompletten Unterrichtsstoff gelernt. Um die Defizite auszugleichen, planen Bundesländer wie Berlin, Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz jetzt freiwillige Lernangebote für die Sommerferien. Auch die mitteldeutschen Ländern überlegen derzeit, ob sie solche Sommerschulen anbieten. In Sachsen-Anhalt läuft in den Pfingstferien sogar schon ein Testlauf.

Ein Schüler einer vierten Grundschulklasse schaut auf seinen Stundenplan und hat vor sich seine Schulmappe und einen Mundschutz liegen
Die Schulen in Mitteldeutschland könnten im Sommer zusätzliche Unterrichtsangebote machen, um verpassten Stoff nachzuholen. Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt gibt es sie schon jetzt: Lernangebote, die Schüler freiwillig wahrnehmen können. Denn hier sind gerade 14-tägige Pfingstferien. Über 90 Prozent der Schulen haben ein freiwilliges Lernangebot auf die Beine gestellt.

Das sei auch eine mögliche Blaupause für ein ähnliches Angebot in den Sommerferien, sagt Stefan Thurmann, Sprecher des Bildungsministeriums Sachsen-Anhalt: "Ja, das war ein ganz bewusster Testlauf, um zu schauen, welche organisatorischen Schwierigkeiten gibt es, wie viele Lehrkräfte stehen auch zur Verfügung, wird das Angebot überhaupt angenommen."

Ob es eine Art der Sommerschule geben wird, soll im Lichte der Erfahrungen nach den Pfingstferien entschieden werden. Lehrer zum Ferienunterricht verpflichten will Sachsen-Anhalt aber nicht.

Beratungen in Sachsen und Thüringen

In Sachsen arbeitet das Kultusministerium ebenfalls schon an Konzepten, sagt Sprecherin Susann Meerheim:

Die Köpfe rauchen, wir überlegen uns, wie für Schüler, die die Unterstützung jetzt brauchen, freiwillige Förderangebote von uns bekommen.

Susann Meerheim Kultusministerium Sachsen

Wie genau das aussehen werde, könne momentan aber noch nicht gesagt werden.

In Thüringen ist man mit Blick auf ein mögliches Sommerschul-Angebot noch zurückhaltend. Darüber, wie man die Sommerferien hinsichtlich der Aufnahme von weiteren Bildungs- und Freizeitangeboten sinnvoll gestalten könne, werde derzeit beraten, teilte das Bildungsministerium MDR AKTUELL schriftlich mit.

Schülervertretung lobt Vorhaben

Die Schülerschaft würde ein Lernangebot in den Ferien begrüßen. Joanna Kesicka, Vorsitzende des Landesschülerrats in Sachsen findet: "Eine hervorragende Idee, um eben Wiederholung und Festigung von Unterrichtseinheiten festzustellen, für Schülerinnen und Schüler, die Probleme in der Corona-Zeit hatten."

Allerdings müsse dieses Angebot unbedingt auf Freiwilligkeit beruhen: "Es muss verkürzt von dem Stundendeputat sein als normaler Unterricht, selbstverständlich. Und der Fokus sollte auch am Anfang der Sommerferien liegen, weil natürlich auch die Erholungszeit von den Schülerinnen und Schülern später in den Sommerferien nicht geraubt werden sollte."

Und noch etwas anderes fände der sächsische Landesschülerrat hilfreich: Ein Online-Ferienlernangebot für die Schülerinnen und Schüler, die in den Sommerferien nicht anwesend sein können oder wollen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Mai 2020 | 07:09 Uhr

7 Kommentare

CrizzleMyNizzle vor 21 Wochen

"Glauben Sie wirklich das mein Enkel Schulstoff nachholen soll, oderdas andere ihren Deutschstoff nachholen sollen.
Meinen Enkel wird seine Zukunft genommen weil man ihm Bildung verweigert!"
man kann es auch übertreiben! Zukunft genommen wegen wenigen bis 6 Monaten...
Scheint so dass jeglicher Ihrer Kompasse nicht mehr funktioniert. Peter hat schon recht: "Sie lamentieren um des Lamentierens willen."
Und hoffenltich werden Sie nicht als Ersatzlehrerin herangezogen, das kann dem Kind nur schaden (wenn man Ihre Beiträge hier über die Zeit verfolgt), damit meine ich nicht Ihre Liebe für Ihren Enkel. Sondern Ihre Einstellung und Ihre begrenze Sicht zur echten Welt.

Atheist vor 22 Wochen

Glauben Sie wirklich das mein Enkel Schulstoff nachholen soll, oderdas andere ihren Deutschstoff nachholen sollen.
Meinen Enkel wird seine Zukunft genommen weil man ihm Bildung verweigert!

Peter vor 22 Wochen

Da lamentieren Sie an anderer Stelle, dass Ihr Enkel das 2. Schuljahr keinen Geschichtsunterricht hat. Andererseits regen Sie sich auch auf, dass nach Wegen gesucht wird, verpassten Schulstoff nachzuholen.
Mir scheint, Sie lamentieren um des Lamentierens willen.