Björn Kircheisen, Johannes Rydzek, Eric Frenzel und Fabian Riessle
Björn Kircheisen, Johannes Rydzek, Eric Frenzel und Fabian Riessle Bildrechte: IMAGO

Leistungssport Mehr Geld für Trainer in Sachsen gefordert

In zwei Tagen werden die olympischen Winterspiele in Pyeongchang in Südkorea eröffnet. Die deutschen Sportler sind schon ins olympische Dorf eingezogen. 15 Sportler aus Sachsen sind dabei, vor vier Jahren in Sotschi waren es noch 20. Wie steht es um die Sportförderung in Sachsen? Wo muss nachgebessert werden?

von Ine Dippmann, MDR AKTUELL Landeskorrespondentin für Sachsen

Björn Kircheisen, Johannes Rydzek, Eric Frenzel und Fabian Riessle
Björn Kircheisen, Johannes Rydzek, Eric Frenzel und Fabian Riessle Bildrechte: IMAGO

Seit Freitag blicken 15 Athletinnen und Athleten von einem großen Banner am Chemnitzer Rathaus. Sie werden Sachsen bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea vertreten. Der Nordischen Kombinierer Björn Kircheisen vom Wintersportverein Johanngeorgenstadt ist schon zum fünften Mal dabei. Für Skilangläufein Katharina Hennig vom Wintersportclub Erzgebirge Oberwiesenthal wird Pyeongchang olympische Premiere. Besonders intensiv verfolgen werden die 15 wohl die Trainer, die diese Sportler während ihrer Karriere begleitet haben, sei es im Heimatverein oder auf dem Olympiastützpunkt. Genau diese Leute müssten endlich besser bezahlt werden, fordert Jörg Vieweg, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und früher selbst Leichtathlet. "Zu den Trainingsbedingungen gehört natürlich auch, dass es gute Trainer und Übungsleiter in den Leistungszentren gibt. Hier geht es mir und meiner Fraktion um eine gerechte Bezahlung."

Keine eindeutiges Berufsbild

Denn was Trainer verdienten, sei ganz unterschiedlich, erklärt Christian Dahms, Geschäftsführer des Landessportbundes Sachsen. Es gebe zwar ein paar nebulöse Erklärungen zum Berufsbild eines Trainers. Was ein Bundestrainer, ein Landestrainer oder jemand mit Verantwortung in dem Bereich, auch ein Übungsleiter, dann wirklich zu verdienen hätten, sei aber sehr unterschiedlich.

Hier wäre es schön, wenn man eine Angleichung finden könnte, dass ein Landestrainer wie ein Gymnasiallehrer bezahlt werden kann.

Christian Dahms | Landessportbund Sachsen

Geringer Verdienst

Derzeit klaffe da ein Gehaltsunterschied von mehreren hundert Euro pro Monat. Trainer würden zu schlecht bezahlt und überhaupt zu wenig geschätzt, findet auch die Grünen-Politikerin Petra Zais. "Wenn ich Nachwuchssportförderung der Junioren mache, können diese Trainerinnen und Trainer diesen Job, der mit drei, vier Trainingseinheiten in der Woche verbunden ist, nicht mehr ehrenamtlich machen. Das heißt, wir müssen hier Geld reinstecken." Der Freistaat allein könne das aber nicht leisten, sagt Wolf-Dietrich Rost, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: "Da sind alle Partner gefordert, das ist ein wichtiger Punkt der Leistungssportreform. Die Bedeutung der Trainer muss in der gesellschaftlichen Wahrnehmung, aber auch in der finanziellen Ausstattung, stärker unterstützt werden."

Konzentration auf wenige Orte

Neue Großschanze in Klingenthal
Neue Großschanze in Klingenthal Bildrechte: dpa

Schon seit Jahren diskutieren Bund, Länder und DOSB, wie der Spitzensport in Deutschland besser gefördert werden kann. Derzeitiger Plan: Pro Bundesland soll es nur noch einen Olympiastützpunkt geben. Ziel ist es, Zentren zu etablieren, in denen die leistungsstärksten Sportler aus ganz Deutschland zusammen trainieren. In Sachsen gibt es derzeit noch die Olympiastützpunkte Leipzig und Chemnitz/Dresden. Für die sächsischen Winterspitzensportler solle sich aber nichts ändern, verspricht SPD-Politiker Vieweg: "Insoweit kann ich wenige Tage vor Pyeongchang Entwarnung geben. Unsere Wintersportleistungszentren in Altenberg, Klingental und Oberwiesental sind nicht betroffen. Hier freue ich mich über ganz klare Signale aus Berlin. Da werden wir in Zukunft auch weiter auf dem hohen Niveau fortsetzen können, wie es im Moment funktioniert."

Freistaat investiert wieder in den Spitzensport

Sachsen wolle die Strukturen im Leistungssport auch dann erhalten, wenn vom Bund weniger Geld kommt. Der Freistaat hat nach Jahren des Sparens zuletzt wieder mehr Geld für den Sport ausgegeben. Allein vom Doppelhaushalt 2015/2016 auf den aktuellen wuchs das Budget um mehr als sieben Millionen auf rund 93 Millionen Euro. Zugute kommen soll das demnächst auch dem Eisschnelllaufstadion in Chemnitz. Dort hat unter anderem Eisschnellläufer Nico Ihle für Olympia in Südkorea trainiert.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Februar 2018 | 06:17 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2018, 10:11 Uhr

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2 Kommentare

08.02.2018 19:16 Stefan Hofmann 2

Tschuldigung ... Leistungssport ist -
mit Verlaub - kein Luxus, sondern BILDUNG und ERZIEHUNG junger Menschen mit den Mitteln und Möglichkeiten des Sports und insofern EINE gesamtgesellschaftliche Aufgabe, gleichberechtigt mit anderen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

07.02.2018 16:08 Spottdrossel 1

Leistungssport ist Luxus. So sollten die Sponsoren, und nicht Bund oder Länder, die sich ihr Geld beim Steierzahler nehmen, die Soläre für Trainer, Leistungssportler und weiteres Personal um den Leistungssport finanzieren.