Acht Personen sitzen zusammen.
Acht Initiatoren der Imagekampagne "Wir sind der Osten", Gründerin Melanie Stein (2. v.r.) Bildrechte: MDR/Romy Gessner

Start für Initiative "Wir sind der Osten" will Mut machen

30 Jahre nach dem Mauerfall startet ein Projekt, das "ostdeutsche Helden" vorstellt. Es geht um Frauen und Männer der Wende- und Nachwendegeneration, die Ideen haben und ihren Regionen und Mitmenschen Mut machen wollen. Erklärtes Ziel ist es auch, dem Klischee des "rechten Jammer-Ossis" entgegenzuwirken.

Acht Personen sitzen zusammen.
Acht Initiatoren der Imagekampagne "Wir sind der Osten", Gründerin Melanie Stein (2. v.r.) Bildrechte: MDR/Romy Gessner

In Berlin ist das Projekt "Wir sind der Osten" an den Start gegangen. Mehr als 200 junge Frauen und Männer stellen sich und ihre Geschichten auf der Webseite der Kampagne vor. Damit wollen sie ein differenzierteres Bild der Ostdeutschen zeigen.

Entwickelt wurde das Projekt von der Journalistin und Psychologin Melanie Stein zusammen mit einem Team. Die Idee ist, Erfahrungen der Ostdeutschen nach dem Zusammenbruch der DDR positiv zu nutzen. Die Initiatoren sehen bei Ostdeutschen eine besondere Transformationskompetenz, die bislang wenig erkannt und genutzt werde. Aus ihrer Sicht könnten die massiven gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Mauerfall auch beim aktuellen digitalen Wandel von Arbeitswelt und Gesellschaft wichtig sein.

"Und der Zukunft zugewandt"

Dazu werden Unternehmerinnen und Macher aus den ostdeutschen Bundesländern vorgestellt, die Zukunft positiv gestalten wollen. Auf der Webseite des Projekts schildern sie in Texten und Videos ihre Beweggründe, individuellen Schicksale sowie Wünsche und Forderungen für Ostdeutsche und Ostdeutschland. Dabei werden die Teilnehmer in drei Gruppen aufgeteilt: Sie sind in den neuen Bundesländern "Geblieben",  in den Westen oder ins Ausland "Gegangen" oder von dort in den Osten "Zurückgekehrt".

Zum Auftakt der Kampagne war am 16. Oktober in Berlin am Gleisdreieck eine Diskussionsrunde zur Frage geplant: "Ostdeutsche ZukunftsgestalterInnen – Wirklich Mangelware oder unsichtbar?". Die Gäste: republica-Direktorin Jeannine Koch, Hendrik Bolz (Rapper "Testo" von "Zugezogen Maskulin"), Michael Nattke vom Kulturbüro Sachsen e.V. und Projektgründerin Melanie Stein.

"Wir sind der Osten" Die Initiative arbeitet mit Journalisten regionaler und überregionaler Medien zusammen. Finanziert wird das Projekt durch die Kooperation mit gemeinnützigen Stiftungen sowie ostdeutschen Unternehmen.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 16. Oktober 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2019, 19:00 Uhr