Archivierte Akten lagern in den Räumen der Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin.
Alle Stasi-Akten aus Thüringen sollen demnächst in einem Archivzweckbau gebündelt werden. Bildrechte: dpa

Aufarbeitung Stasi-Akten Thüringen behält drei Standorte der Stasi-Behörde

In Thüringen sollen alle drei Standorte der Stasi-Unterlagenbehörde erhalten bleiben. Der Bundesauftragte Jahn sagte MDR AKTUELL, die Stasi-Dokumente seien ein Teil des Kulturguts in Thüringen.

von Lily Meyer, MDR AKTUELL Landeskorrespondentin Thüringen

Archivierte Akten lagern in den Räumen der Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin.
Alle Stasi-Akten aus Thüringen sollen demnächst in einem Archivzweckbau gebündelt werden. Bildrechte: dpa

Drei Außenstellen der Stasi-Unterlagenbehörde gibt es in Thüringen: in Erfurt, Gera und Suhl. Alle drei Standorte sollen auch erhalten bleiben, betont der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn: "Wir werden aber, um die Zukunft der Stasi-Akten zu sichern, eine archivgerechte Lagerung herstellen und werden einen Archivzweckbau errichten, wo die Unterlagen aus Thüringen gebündelt werden."

Erfurt spielt wichtige Rolle

Das zentrale Archiv könnte in Erfurt gebaut werden. In Absprache mit der Landesregierung werde der Standort gerade geprüft, sagt Jahn. Erfurt sei ein wichtiger Ort, "der bundesweit von Bedeutung ist, weil dort die erste Besetzung einer Stasi-Bezirksverwaltung stattgefunden hat und die Akten gesichert worden sind."

Verbleib im Land als Symbol

Thüringens Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Peter Wurschi, ist mit Jahns Plänen zufrieden. Er sagt: "Und mit dem haptischen Verbleib der Akten in den Bundesländern, werden sie da natürlich zu einem Symbol und können einen Beitrag zur Aufarbeitung leisten." Sie an einem Ort im Land zu archivieren hält Wurschi daher für sinnvoll.

Außenstellen Gera und Suhl bleiben erhalten

Sollte das zentrale Archiv für die Stasi-Akten in Erfurt entstehen, werden Suhl und Gera nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken. An den beiden Außenstellen soll weiterhin informiert und beraten werden und auch Anträge auf Akteneinsicht sollen dort in Zukunft gestellt werden können.

Das begrüßt der Chef der Thüringer Staatskanzlei, Benjamin-Immanuel Hoff: "Mir geht es darum, dass nicht der Eindruck erweckt wird, dass von drei früheren Standorten an zweien nichts mehr passiert." Jetzt sei es wichtig, dass das, was im Bericht stehe, auch umgesetzt werde.

Finanzierung durch den Bund

Das Ganze muss auch finanziert werden und das müsse der Bund übernehmen, fordert Hoff. Da die Stasi-Unterlagen Eigentum der Bundesrepublik Deutschland sind, werde auch der Bund für die Arbeiten aufkommen, verspricht Jahn. Über das Konzept muss jetzt der Bundestag beraten und in letzter Instanz auch entscheiden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. März 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2019, 05:00 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

4 Kommentare

14.03.2019 13:40 Pfingstrose 4

Deshalb sollte jeder seine Akte einsehen können um zu sehen welcher Spitzel sein Ohren an die Tür gelegt hat. Heute wird genau so gespitzelt zum Beispiel der Nachbar der dem Vermieter alles weiter erzählt oder der Kollege der dem AG guter Zuträger ist. Wenn man dies weiß sollte man weniger erzählen und sagen.

14.03.2019 11:29 Peter 3

Ein alter Hut der immer wieder von der jetzigen Zeit die Realität entfernt. Werte Unterlagenbehörde, werte Politiker, werte Pfingstrose warum stellt Ihr euch nicht mal der heutigen Situation. Ich behaupte das das Bespitzeln, und das Ausspionieren von Daten heute 10 x stärker ist als zu DDR Zeiten. Jeder kleine Finanzbeamte, jeder kleine Polizist weis mehr als es in der DDR/ Stasi möglich war. Heute werden ganze Dosis angelegt um den Menschen zu lenken und zu leiten. Das jedoch will die Gesellschaft nicht sehen im Gegenteil dies ist heute gewollt, im Sinne der Marktwirtschaft und im Sinne des Ablenkens der Wirklichkeit ein absoluter
Überwachungsstaat in seinen schlimmsten Formen.

14.03.2019 09:36 Pfingstrose 2

Sehr positiv.

14.03.2019 09:15 Willy 1

das lengt wunderbar ab von den ganzen Miststände die es jetzt gibt, das interessiert keine Sau mehr, sollten sich um den verkommenen Staat jetzt kümmern da haben diese genügend zu tun.