Marco Tullner
Marco Tullner (CDU) fordert ein bundesweit einheitliches Bildungssystem. Bildrechte: dpa

Bildung Tullner fordert deutschlandweites Zentralabitur

Seit Jahren ringen die Länder um eine bessere Vergleichbarkeit von Abiturnoten. Nun fordert auch Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner bundesweit einheitliche Abiturprüfungen.

Marco Tullner
Marco Tullner (CDU) fordert ein bundesweit einheitliches Bildungssystem. Bildrechte: dpa

Seit Jahren ringen die Länder um eine größere Vergleichbarkeit der Abiturnoten, jetzt wird wieder der Ruf nach einem echten Zentralabitur laut: Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hat sich für eine Vereinheitlichung der bundesweiten Abiturprüfungen ausgesprochen. Das Ziel müsse letztlich ein "inhaltlich zentral vorgegebenes Abitur" sein.

Damit sprang Tullner seiner Amts- und Parteikollegin Susanne Eisenmann aus Baden-Württemberg bei. Sie sprach sich dafür aus, dass in wenigen Jahren deutschlandweit die gleichen Prüfungsaufgaben gestellt und Notenregelungen vereinheitlicht werden. Auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) begrüßte den Vorstoß.

Aufgabenpools für Mathe, Deutsche und Englisch

Bisher entscheiden die Länder in jeweils eigener Hoheit über ihre Schulsysteme und Bildungsinhalte. Doch beim Kampf um begehrte Studienplätze wie Medizin und Jura zählt nur der Abidurchschnitt - auch wenn je Land dafür unterschiedliche Prüfungen und Anforderungen gelten.

Seit wenigen Jahren gibt es deswegen die Verabredung, dass die Länder sich für die Abitests in Mathe, Deutsch und Englisch aus gemeinsamen Aufgabenpools bedienen. Diese Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeit werden von den Ländern eingereicht, von einer Expertengruppe überprüft und dann die Endfassungen mit ausgewählten Aufgaben freigegeben. Das Verfahren könnte für mehr Vergleichbarkeit der Abschlussnoten sorgen - eigentlich.

Langer Weg zu einheitlichen Standards

Eine Debatte um anspruchsvolle Matheaufgaben aus dem diesjährigen Pool ergab, dass die Länder die Verabredung unterschiedlich auslegen. Nachdem Schülerinnen und Schüler in mehreren Bundesländern, darunter vereinzelt auch in Sachsen-Anhalt, monierten, die Aufgaben seien zu schwer gewesen, kam heraus: Einige Länder verwenden nur Aufgaben aus dem Pool, andere verwenden sie nur teilweise oder gar nicht.

Erreichen wir dieses Ziel nicht, machen wir uns überflüssig.

Marco Tullner (CDU), Bildungsminister Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt nutzte einem Ministeriumssprecher zufolge für das Mathe-Abi ausschließlich Pool-Aufgaben. Bildungsminister Tullner kritisierte die Abweichler. «Klar ist, dass Sonderwege unterbleiben müssen, wollen wir unsere jahrelangen Bemühungen nicht selbst torpedieren», sagte er. Stattdessen müsse der Weg zu mehr einheitlichen Standards weiterverfolgt werden - bis das Ziel Zentralabitur erreicht ist.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Juli 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juli 2019, 12:17 Uhr

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14 Kommentare

15.07.2019 20:27 Klein 14

Seit Gründung der BRD überfällig.

15.07.2019 11:01 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 13

@ Atheist aus Mangel an Beweisen 12
Schulbildung ist inzwischen ein Lotteriespiel
##
Richtig und sehr viele Kinder ziehen inzwischen eine Niete.
Armes Deutschland zum Untergang verurteilt.

14.07.2019 22:09 Atheist aus Mangel an Beweisen 12

Schafft erstmal in einen Bundesland einheitliche Benotungen!
Jeder Schule darf diese Benotung festlegen, Einblick haben die Eltern nicht
So kann man in einer Stadt an Schule a bei 22,5 Punkten von 23 eine Eins in Schule b eine Zwei bekommen.
Schulbildung ist inzwischen ein Lotteriespiel

14.07.2019 19:07 Orrnee 11

Entweder in Sachsen gibt es fast nur noch 1er Avis, oder in Berlin, Bremen...schaffen die Schüler das Abi nicht mehr. Je nachdem, welche Messlatte angelegt wird.

14.07.2019 18:29 colditzer 10

Ein Zentralabitur wäre nicht schlecht.
Siehe DDR.
Ist aber schlicht und einfach in einem föderealen System
nicht möglich.
Unterschiedliche Schulbücher,
unterschiedliche Lehrpläne,
Ferien zu unterschiedlichen Zeiten,
unterschiedliche Lehrkabinette und Technik ,
selbst Prüfungsfragen aus einem Tool können unterschiedlich schwer sein.
In der DDR war im Bildungswesen alles einheitlich und vorgegeben.

14.07.2019 18:27 susanne 9

"Erreichen wir dieses Ziel nicht, machen wir uns überflüssig."

Was ist dieser Satz? Eine Drohung oder eine frohe Botschaft?

14.07.2019 17:22 No Branding 8

Klar, wer das Niveau der Bildungssysteme in SPD regierten Ländern, insbesondere Berlin und Bremen, haben will, gerne.
Aber vielleicht kann man dann in Sachsen, Bayern und Baden-Würtemberg ein Jahr Schule einsparen oder den Lehrermangel vergrößern.

14.07.2019 15:06 VERÄNGSTIGTE 7

sehr gut ^^ und überfällig damit Azubis aus Pirna im Allgäu, Ostfriesland oder am Bodensee problemlos Ausbildung bekommt

14.07.2019 13:28 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 6

@ Franz Deutsch 4
Zentralabitur guter Anfang
Zentralisierung der 16 Bundesländer auf etwa die Hälfe,würde jährlich riesige Summen einsparen.
##
Die Frage die man dabei stellen muß,kriegen die das mit weniger bewältigt,der Zeit bekommen sie doch gar nicht mehr geregelt.Alle ÖD sind unter besetzt (tot gespart),wenn man die noch mal halbiert glauben sie das wird dann besser?
Ich glaube nicht.
Waren sie derzeit mal auf dem Straßenverkehrsamt oder
ähnlichen Behörden?

[Lieber Ekkehard Kohfeld,
bitte bleiben Sie beim Thema. Hier geht es nicht um die generelle Aufstellung der deutschen Behörden, sondern um das Zentralabitur. Der nächste themenfremde Kommentar wird entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]


14.07.2019 12:37 Schneemann - lieber "rechts" als käuflich 5

Man will und fordert mal wieder was. Was am Ende dabei rauskommt wissen wir Alle jetzt schon. Mutmaßlich wird's wieder ne übliche teure Nullnummer.