Aufkleber mit dem Aufdruck Wir wollen keine Moschee in Erfurt haben
Die Landeskriminalämter registrieren mehr Angriffe auf Gotteshäuser. Bildrechte: dpa

Politisch motivierte Straftaten Mehr Angriffe auf Glaubenseinrichtungen

Die Angriffe auf Kirchen, islamische Einrichtungen und Synagogen in Mitteldeutschland haben 2017 wieder leicht zugenommen. Die Polizei registrierte 42 Attacken nach zuvor 38 Fällen im Jahr 2016. Meist handelte es sich um Neonazi-Schmierereien, Sachbeschädigung und Volksverhetzung.

von Anja Neubert, MDR AKTUELL

Aufkleber mit dem Aufdruck Wir wollen keine Moschee in Erfurt haben
Die Landeskriminalämter registrieren mehr Angriffe auf Gotteshäuser. Bildrechte: dpa

Die Zahl der Angriffe auf Glaubenseinrichtungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Das ergab eine Umfrage von MDR AKTUELL unter den Landeskriminalämtern. Danach wurden Kirchen, Synagogen und Moscheen im Jahr 2017 insgesamt 42 Mal attackiert. 2016 hatte die Polizei 38 Vorfälle registriert. 2015 waren es 49 und 29 im Jahr 2014.

Ein Drittel aller Straftaten richtete sich gegen Einrichtungen islamischen und jüdischen Glaubens. In zwölf Fällen wurden islamische Einrichtungen und Grundstücke angegriffen. Zwei Drittel der Straftaten betrafen evangelische und katholische Kirchen.

Bei den meisten Straftaten 2017 handelte es sich um Sachbeschädigung, Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole sowie Volksverhetzung. Es gab aber auch einen Anschlag auf eine islamische Einrichtung in Zwickau. Wiederholt wurde ein Grundstück der islamischen Ahmadiyya-Gemeinde im Erfurter Ortsteil Marbach angegriffen. Dort soll eine Moschee entstehen. Der Bau wurde im Januar 2018 genehmigt.

Die meisten Anschläge gegen Glaubenseinrichtungen wurden in Städten verübt. In Leipzig registrierte die Polizei sechs Übergriffe, in Erfurt fünf, in Dresden, Magdeburg, Mühlhausen und Zwickau jeweils drei, in Chemnitz zwei. Besonders häufig traf es Einrichtungen in Sachsen: 22 Mal. In Sachsen-Anhalt wurden neun Angriffe erfasst, in Thüringen elf.

Bundesinnenminister Horst Seehofer stellt am Dienstag in Berlin die polizeiliche Kriminalstatistik und die Fallzahlen für politisch motivierte Kriminalität 2017 vor.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 08. Mai 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Mai 2018, 05:00 Uhr

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2 Kommentare

08.05.2018 12:15 Denkschnecke 2

Warum, da müssen Sie wohl die Täter fragen. Ich gehe davon aus, dass die in einem wesentlichen Teil der Fälle nicht bekannt sind. Die Aufgabe von Journalisten ist es auch nicht, die Strafverfolgungsbehörden zu ersetzen.

08.05.2018 09:42 Michael Möller 1

interessanter Artikel nur fehlt hier für mich persönlich warum diese Gotteshäuer angegriffen egal welcher Religion werden oder wird das nicht ermittelt. man muss doch wissen um was es hier geht bevor man sich zu einen Artikel oder Thema äußert . und wenn etwas fehlt kommen Zweifel auf ob der/die Journalisten ordentlich nachgehackt haben . den ich würde schon gerne wissen warum diese Personen Gotteshäuser angegriffen haben . aber gleichzeitig sollte der Rechtstaat mit härte dagegen vorgehen. denn es kann nicht sein das man fremdes Eigentum beschädigt oder zerstört. egal ob Gotteshaus oder Autos oder andere Einrichtungen.

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