Mitteldeutschland Sicherheit wegen Pompeo-Besuch erhöht

Der amerikanische Außenminister, Mike Pompeo, ist zu Gast in Mitteldeutschland. Zusammen mit Heiko Maas wird er Veranstaltungen zum Mauerfall-Jubiläum besuchen. Die beiden Außenminister werden unter anderem in Mödlareuth in Thüringen erwartet, weil dort die innerdeutsche Grenze mitten durch den Ort verlief. Pompeo wird zudem die Synagoge in Halle besuchen, die das ausgesuchte Ziel eines Attentäters war. Die Sicherheitsvorkehrungen sind an so einem Tag extrem hoch.

Mike Pompeo (r) Außenminister der USA trifft Heiko Maas (SPD), Bundesaußenminister aus Deutschland, im Außenministerium.
Ihr Besuch wirft seinen Schatten voraus: Der deutsche Außenminister Heiko Maas (l.) und sein US-Kollege Mike Pompeo reisen durch Mitteldeutschland. Bildrechte: dpa

Am Tag vor dem Besuch von Mike Pompeo herrschte noch Normalbetrieb im Café Polenka, ganz in der Nähe der Synagoge in Halle. Denise Lenders arbeitet dort. Was heute geplant ist, weiß sie nicht. Zwar seien an den Häusern in der Umgebung Zettel ausgehangen worden, sonst habe man aber nichts mitbekommen, erzählt Lenders.

Dank der Zettel weiß sie aber, dass in einem großen Gebiet rund um die Synagoge am Donnerstag absolutes Halteverbot besteht. Von sieben bis 22 Uhr dürfen in vielen Straßen im Paulusviertel keine Autos stehen. Ob sie Gäste im Café empfangen kann und "wer hier überhaupt langlaufen darf", weiß sie nicht.

Währenddessen verteilen Beamte der Polizei in Halle noch mehr Zettel mit Anwohnerinformationen zum Besuch des US-Ministers. Ab dem späten Nachmittag kommt es zu starken Einschränkungen im Personen- und Fahrzeugverkehr, steht auf dem Zettel. Anwohner werden gebeten, einen Personalausweis dabei zu haben.

Erhöhte Sicherheit auch in Leipzig

Auch die Polizei in Leipzig bereitet sich auf den Besuch der Außenminister Pompeo und Maas vor. Es ist nicht der erste Besuch eines ranghohen US Politikers  in Sachsen – vor zehn Jahren war Barack Obama in Dresden zu Gast - und auch heute gelten besondere Sicherheitsstandards, sagt Andreas Loepki von der Polizeiinspektion Leipzig.

Immerhin hätten die USA gerade entschieden, aus dem Pariser Klimaabkommen auszutreten. Außerdem spielten sie im Konflikt mit Syrien eine wichtige Rolle. Durch solche politischen Entscheidungen werde Pompeo zu einer Person von besonderer Bedeutung, sagt Loepki.

Zudem steht eine Person der US-Regierung potenziell und latent immer im Fokus von Extremisten und Terroristen.

Andreas Loepki, Polizeiinspektion Leipzig

Für Leipzig sehe Loepki zwar keine konkrete Gefahr, dennoch müsse man sich mit dem Thema auseinandersetzen. Deswegen bringe Pompeo auch Mitarbeiter aus seinem eigenen Personalbestand nach Deutschland mit, erklärt Loepki weiter.

Das bedeutet: Pompeo wird mit eigenem Fahrzeug-Konvoi anreisen und auch vom eigenen Sicherheitspersonal geschützt. Wie viele sächsische Polizisten in Leipzig im Einsatz sind, darüber gibt die Polizei keine Auskunft. Sie werden zusätzlich von der Bereitschaftspolizei Dresden unterstützt.

Sperrungen in Thüringen

Auch in Thüringen funktioniert dieser Tag nur mit Teamwork. Dort werden Pompeo und Maas am Mittag Mödlareuth besuchen, einen kleinen Ort, durch den zu DDR-Zeiten eine innerdeutsche Grenze verlief. Am Donnerstag arbeiten Polizeikollegen aus Thüringen und Bayern eng zusammen, sagt Stefanie Kurrat von der zuständigen Landespolizeiinspektion Saalfeld.

Seit Mittwoch wurden Vorkontrollen im Bereich Mödlareuth durchgeführt und seit Donnerstagmorgen Sperrungen an den Zufahrtsstraßen durch Mödlareuth vorgenommen.

Stefanie Kurrat, Landespolizeiinspektion Saalfeld

Das könne voraussichtlich bis zum Nachmittag dauern, erklärt Kurrat. Nach seinem Besuch in Mitteldeutschland wird Pompeo in Berlin erwartet. Dort spricht er mit Politikern der Großen Koalition über die weltweite Sicherheitspolitik.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. November 2019 | 08:09 Uhr

3 Kommentare

Leachim-21 vor 39 Wochen

nach meiner Meinung ist dieser Aufwand nicht gerechtfertigt, denn die USA erpressen unsere Wirtschaft und unser Land bei Geschäften mit anderen Ländern. also sollte nicht der Deutsche Steuerzahler für diese Sicherungsmaßnahmen auf kommen, sondern die USA selber.

Atheist vor 39 Wochen

Unglaublich wer da heute alles Feiern und sich auf die Schulter klopfen darf.
Russland wird ganz weggelassen und im Fernsehen treten nur die auf die der aktuelle Politik Haltung zeigen.

Fuerst Myschkin vor 39 Wochen

Einschränkungen wegen dem Pompeobesuch kann man nur mit einen täglich wiederkehrenden MDR Slogan kommentieren. "So schön ist Sachsen Anhalt" - das Land der Frühaufsteher.