Innere Sicherheit Brauchen Sachsen-Anhalts Städte Waffenverbotszonen?

Anfang der Woche hat Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht Waffenverbotszonen für das Land angekündigt. Damit will der Minister der Straßenkriminalität begegnen. In diesen Waffenverbotszonen können zum Beispiel Waffen leichter sichergestellt werden, die normalerweise nicht unter das Waffengesetz fallen, wie zum Beispiel Messer. Brauchen Sachsen-Anhalts Städte Waffenverbotszonen?

Hinweisschild zu Waffenverbotszone in Leipzig
Im Gebiet um die Eisenbahnstraße in Leipzig gibt es sie schon, in Sachsen-Anhalt könnten sie auch bald eingerichtet werden: Waffenverbotszonen. Bildrechte: imago/PicturePoint

Waffenverbotszonen für Sachsen-Anhalt? Gut so, heißt es aus Sachsen-Anhalts Norden. Man begrüße, dass endlich Waffenverbotszonen eingerichtet würden, teilt das Büro von Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper schriftlich mit. Die Forderung danach gäbe es schon länger. Die Zonen seien ein notwendiges Instrument, um Gewaltdelikte eindämmen zu können.

Aus dem Stendaler Rathaus kommt ebenso Zustimmung, auch wenn man die Notwendigkeit für Stendal selbst nicht sehe, erklärt Armin Fischbach von der Stadt Stendal: "Für uns selbst halten wir Waffenverbotszonen eigentlich nicht für notwendig. Da wir eigentlich kaum bekannte Fälle hatten in den letzten Jahren, wo es mal wirklich zu Auseinandersetzungen kam, wo Waffen involviert waren."

In Halle verhält man sich zurückhaltend. Sind Waffenverbotszonen notwendig oder nicht? Die Frage könne man erst beantworten, wenn der genaue Wortlaut der Verordnung vorliege.

Polizei begrüßt Überlegungen

Innenminister Stahlknecht kündigte an, dass eine solche Zone in vier bis sechs Wochen da sein solle. Dabei hat er den Hasselbachplatz in Magdeburg und den Riebeckplatz in Halle als Beispiele für mögliche Waffenverbotszonen im Land genannt.

Dessau und Halberstadt äußerten sich auch auf wiederholte Nachfrage von MDR AKTUELL nicht. Anders verhält sich das bei der Gewerkschaft der Polizei. Hier wird die Ankündigung des Innenministers positiv aufgenommen. Wichtig sei aber ausreichendes Personal und eine genaue Festlegung, nach welchen Bedingungen die Waffenverbotszonen ausgerufen werden, erklärt der Gewerkschaftsvorsitzende Uwe Bachmann:

"Wir haben in Sachsen-Anhalt ja schon 22 Orte, die wir als gefährliche Orte einklassifiziert haben. Da fallen natürlich auch alle Orte drunter, wo es auch mit dem Betäubungsmittelgesetz Probleme gibt, die Probleme haben bei der Gewaltanwendung, auch Eigentumsprobleme oder wo ganz viele Wohnungseinbruchsdiebstähle vonstatten gegangen sind. Das unterscheidet sich natürlich von diesen Waffenverbotszonen. Da muss man dann genau schauen: Sind das Orte, wo schon Waffen zum Einsatz gekommen sind oder wo möglicherweise die Gefahr besteht, dass Waffen zum Einsatz kommen. Das werden natürlich deutlich weniger sein als gefährliche Orte."

SPD-Innenexperte mahnt zu gesundem Augenmaß

Der SPD-Innenexperte Rüdiger Erben fordert schon lange die Einführung von Waffenverbotszonen. Dennoch könnten diese nur ein Baustein sein und müssten mit Augenmaß eingesetzt werden, erklärt Erben: "Ich rate eher dazu, etwas zurückhaltend mit dem Ausrufen von Waffenverbotszonen zu agieren." Denn es trete schnell eine Stigmatisierung von Plätzen oder öffentlichen Einrichtungen ein. Deshalb sollte man zwar die Möglichkeiten nutzen, "aber nicht zu extensiv".

Denn auch die beste Waffenverbotszone nütze nichts, wenn nicht genügend Polizei da sei, die regelmäßige Kontrollen durchführt, erläutert Erben weiter.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. März 2020 | 05:00 Uhr

31 Kommentare

Mooie geest vor 27 Wochen

warum verbreitet MDR immer und immer wieder @frankd's themenfremdes off-topic haftes?
hier geht es um .../waffenverbotszone-sachsen-anhalt-innenminister-stahlknecht ...
alle Brennpunkte und vor allem mörderische Rechte sollten zu Waffenverbotszonen erklärt werden; gut wäre bundeseinheitliche statt föderale Länderebene, Radikale sind vernetzt und rotten sich dort zusammen wo Länder noch nicht reagiert haben

frank d vor 27 Wochen

@MDR Redaktion: Würden sie mir bitte einen Wiederspruch in ihrer Berichterstattung erläutern?
sie vertreten doch hier seit längerem die These, dass es immer immer sicherer wird in diesem Land. Alles sei nur gefühlt alle würden sich täuschen. Sie haben Experten zugezogen die ihren Standpunkt untermauerten. Allerdings sollen mehr Polizisten und nun Waffenverbotszonen bitte was?
Die absolute ober innere Sicherheit bringen? Ist das nicht ein antagonistischer Wiederspruch? Beides soll stimmen oder verkaufen sie ihre Financiers für dumm? Wie man in den letzten Tagen sehen konnte gibt es sogar nicht grenzen und ganz offensichtlich kann man diese sogar schützen. Haben da ihre Senderverantwortlichen nicht jahrelang gepredigt, dass solches einfach unmöglich sei? Wenn sie schon mal dabei sind könnten sie doch auch mal einen Kotau hinlegen, es liegt ja auf der Hand, dass ihre Berichterstatter auch hier daneben lagen.
Sapere Aude

Les joueurs d echecs vor 27 Wochen

wenn sonst niemand das @D..schnegge grabscht ^^

Sicherungsschleusen wie am Flughafen könnten vor jeder Verwaltung und Veranstaltung ja sogar Kaufhallen und Einkaufszentren - uns schützen. Super wäre wenn dabei gleich Temperatur gecheckt wird um Ansteckungen zu verhindern.