Sarah Wagenknecht (Franktionsvorsitzende DIE LINKE) bei ihrer Rede auf dem Parteitag.
Sahra Wagenknecht führt seit 2015 die Linksfraktion im Bundestag zusammen mit Dietmar Bartsch. Bildrechte: IMAGO

Interview Wagenknecht: Gespräche mit CDU kein Sakrileg

Linksfraktionschefin Wagenknecht befürwortet Gespräche zwischen der Linkspartei in Thüringen und der CDU. Es gebe zwar große politische Differenzen, aber man sollte zumindest über inhaltliche Positionen reden dürfen. Thüringen brauche eine stabile Regierung.

Sarah Wagenknecht (Franktionsvorsitzende DIE LINKE) bei ihrer Rede auf dem Parteitag.
Sahra Wagenknecht führt seit 2015 die Linksfraktion im Bundestag zusammen mit Dietmar Bartsch. Bildrechte: IMAGO

Die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, hat sich für Gespräche zwischen der Linkspartei in Thüringen und der CDU ausgesprochen. Wagenknecht sagte MDR AKTUELL, das müssten die Parteien in Thüringen klären. Es gebe zwar gravierende Differenzen, aber man sollte zumindest über inhaltliche und politische Positionen reden dürfen. Das sei kein Sakrileg.

Thüringen braucht stabile Regierung

Wagenknecht sagte, beide Parteien seien sicher kein Traumpaar für Koalitionen. Auf Bundesebene sei das undenkbar, weil die Union in der Sozial- und Steuerpolitik völlig andere Ziele verfolge. Aber in Thüringen gehe es um die Frage einer stabilen Regierung. Das Letzte, was die Menschen bräuchten, seien Neuwahlen.

CDU-Landeschef Mike Mohring hatte sich nach der Landtagswahl für Gespräche mit dem Linken-Ministerpräsident Bodo Ramelow offen gezeigt. Zuletzt hatte Mohring eine Minderheitsregierung zusammen mit SPD, Grünen und FDP vorgeschlagen. Während sich die SPD skeptisch äußerte, zeigte sich die FDP offen.

CDU mächtig blamiert

Die Linke in Thüringen hat Wagenknecht zufolge gezeigt, dass sie viel pragmatischer und realistischer Politik machen könne, als viele glaubten. Bodo Ramelow sei mit einem sehr starken Ergebnis bestätigt worden und rede mit allen, außer der AfD.

Die CDU hat sich aus Sicht von Wagenknecht mächtig blamiert mit ihrem merkwürdigen Spektakel. Die Linke als SED-Nachfolgepartei zu bezeichnen, sei der hilflose Versuch, vom eigenen Versagen abzulenken. Als Ramelow 2014 zum ersten Mal gewählt worden sei, habe ja auch gerade die Union gewarnt, jetzt gehe die Welt unter, alle Unternehmen wanderten aus Thüringen ab. Das habe sich eindeutig nicht bestätigt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. November 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2019, 08:37 Uhr

9 Kommentare

JanoschausLE vor 1 Wochen

In Thüringen kann es Höcke nicht, auf Landesebene, aber, wenn sein "Flügel" und er, Gott bewahre, in der Bundespolitik was zu sagen hätte, dann wäre es der Weg dahin.

JanoschausLE vor 1 Wochen

Die CDU haben Linksextremisten übernommen? Eine kühne Behauptung, die Sie mal konkretisieren sollten, ansonstsn ist Ihr Beitrag nicht die Zeit wert, die Sie dafür aufgebracht haben. Peinlich, peinlich. Wagenknecht ist eine "Realo", wie Ramelow, Gysi.... usw. Und, wie ein ehemaliger Links Wähler, Entschuldigung, dazu haben Sie schon zuviel Hasstriaden hier abgelassen, dass Ihnen jemand das abnimmt. Ihre Strategie, hier andere nach rechts zu ziehen, nach dem Motto "seht, ich habs auch getan" ist zu durchsichtig. Die Links Wähler, die nun ihr Kreuz rechts gemalt haben, das sind die Enttäuschten, aber deshalb Hasser? Wie Sie?

Strafrechts-Profit-eur vor 1 Wochen

Die Schnittmengen der Linkspartei mit den Ostdeutschen AfD-Verbänden mit Ausnahme von Berlin dürften deutlich größer sein, als mit den abgewählten Parteien.

Beispiel Rente
Beispiel Sozialpolitik