Nahaufnahme: Einwurf eines Stimmzettels
Bis zur Wahlentscheidung im Oktober bleibt noch Zeit - und die wollen die Thüringer Parteien nutzen. Bildrechte: dpa

Landtagswahl in Thüringen Welche Themen wichtig werden

Nach den Kommunal- und Europawahlen im Mai steht in Thüringen am 27. Oktober die Landtagswahl an. Ob danach rot-rot-grün weiterregieren kann oder ob es die CDU zurück an die Macht schafft, ist noch völlig offen. Wir haben nachgefragt, mit welchen Themen die Parteien im Wahljahr punkten wollen.

von Lily Meyer, MDR AKTUELL Landeskorrespondentin für Thüringen

Nahaufnahme: Einwurf eines Stimmzettels
Bis zur Wahlentscheidung im Oktober bleibt noch Zeit - und die wollen die Thüringer Parteien nutzen. Bildrechte: dpa

Durch die Wahlprogramme aller Parteien werden die Thüringer erst im Spätsommer blättern können. Die Themenauswahl ist aber schon in vollem Gange. Die CDU zum Beispiel hat Ende 2017 eine Programmkommission ins Leben gerufen. Derzeit feilt die zwar noch am Wahlprogramm. Es zeichnen sich aber schon Themen ab, an denen die CDU nicht vorbeikommen wird, sagt Raymond Walk, Generalsekretär der Thüringer CDU. Bildung, Sicherheit und gleichwertige Lebensverhältnisse für den ländlichen Raum würden im Wahlkampf voraussichtlich eine Rolle spielen.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD)
Wolfgang Tiefensee, SPD Bildrechte: dpa

Das sind Themen, die auch die SPD beschäftigen. Bildung bleibe für seine Partei aber die Nummer eins, sagt Wolfgang Tiefensee, Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der Thüringer SPD. So wolle die SPD nicht nur das zweite Kita-Jahr gebührenfrei machen, sondern auch eine bessere personelle und sachliche Ausstattung in Einrichtungen mit besonderen Herausforderungen durchsetzen: "Damit wir den Kindern, die nicht aus den begüterten Elternhäusern kommen, die gleichen Chancen geben wie denjenigen, die sehr gute Startchancen haben.“

Bildung, Sicherheit und Asylpolitik

Das Wahlprogramm der Linkspartei wird von den Oberthemen soziale Gerechtigkeit und Sicherheit bestimmt. Steffen Dittes, der Wahlkampfleiter und Landesvize der Linkspartei, ist sich sicher: Auch die Frage der Benachteiligung, gerade in ostdeutschen Biografien und deren Erfahrungen und Lebensleistungen würden eine große Rolle im Wahlkampf spielen.

"Markenkernprägend" für die AfD sei natürlich das Asylthema, sagt Stefan Möller, Landessprecher der Thüringer AfD: "Dort können wir uns am Allerstärksten von allen Altparteien abgrenzen. Und natürlich in den Bereichen, die mit den Folgeproblemen der fehlgeschlagenen Asylpolitik zu tun haben, wie der inneren Sicherheit.“

Klimaschutz und Bürokratieabbau

Für die Grünen steht, na klar, der Klimaschutz im Mittelpunkt. Landesvorsitzende Stephanie Erben findet: "Wir brauchen eine andere Mobilität, ökologischere Herangehensweisen in der Verkehrspolitik. Und in der Landwirtschaft auf jeden Fall ökologischeres Wirtschaften." Auch die Frage der Energieerzeugung müsse geklärt werden. Thüringen sei zwar mit dem Klimagesetz gut vorbereitet. Das müsse jetzt allerdings umgesetzt werden.

Stephanie Erben
Stephanie Erben, die Grünen Bildrechte: dpa

Die FDP will im Oktober mindestens acht Prozent der Wähler für sich gewinnen und es damit nach fünf Jahren Zwangspause zurück in den Landtag schaffen. Landesvorsitzender und Spitzenkandidat der FDP, Thomas Kemmerich, erklärt: "Diese acht Prozent bieten nach heutiger Konstellation die Möglichkeit, in Thüringen wieder Regierungsverantwortung zu übernehmen."

Und der würden sie sich gerne stellen. Als Themen der FDP nennt Kemmerich Bildung, Wirtschaft, Rechtsstaatlichkeit und ein "modernes Thüringen" mit weniger Bürokratie und mehr Digitalisierung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Januar 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Januar 2019, 05:00 Uhr

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26 Kommentare

07.01.2019 16:14 Fakt 26

>>S., #18:
"Die Grünen scheinen nicht zu kapieren, das nicht Weltklima eine Rolle spielt, sondern vorrangig sollten soziale Themen eine Rolle spielen."<<

Wenn für Sie das Weltklima keine Rolle spielt, zeugt das von der Einstellung "Nach mir die Sintflut" - und das vielleicht sogar im wahrsten Wortsinn. Auch nicht gerade eine soziale Einstellung, oder?

07.01.2019 11:50 martin 25

@16 wikreuz: Und wie erklären Sie (sich) dann, dass das Geld in den von Ihnen (zu Recht!) kritisierten Bereichen schon vor 2015 gefehlt hat?

07.01.2019 07:57 Meeters & Greeters 24

Gott vertrauen #14 Thüringen ist eine Bereicherung Deutschlands. Die Natur ein Geschenk. Dichter und Denker und Herbert Roth - selbst der Papst war hier. Stärken wir unser Land statt es schlecht zu Reden (hier schreiben) und schauen wir gottgläubig in die Zukunft.

07.01.2019 07:52 CDU Wählerin 23

marxsche (alp)Träume #6 im kapitalen Imperialismus den die ostdeutschen sich vor 30 Jahren anschlossen
das zur Stabilität, Wohlstand auch Frieden gehört waren die lehren aus zwei Weltkriegen und dem klug formuliertem Grundgesetz

07.01.2019 07:21 Wen... an Uwe Goldbach 22

Danke, Uwe. Sie haben Recht. Wenn schon kostenfreie Kita, dann auch kostenfreies Pflegeheim. Kita-Kinder haben Eltern, die sich fürchterlich aufregen, wenn sie sich selbst um ihre Kinder kümmern müssen und wenn sie auch noch fürs "Aufbewahren" Geld zahlen sollen. Kita-Eltern sind ja potentielle Wähler.
Bewohner von Pflegeeinrichtungen sind ja froh, dass sie überhaupt versorgt werden, die Qualität spielt da keine Rolle mehr.
Und kurz vor Wahlen kommen die Politiker, die gewählt werden wollen, mit bunten Bleistiften in die Pflegeeinrichtungen und "manipulieren" die Bewohner derart, dass sie auch tatsächlich gewählt werden. Das ist für mich "dummer Stimmenfang".
Ich habe dies selbst erlebt.

07.01.2019 06:45 kleinerfrontkaempfer 21

Wenn Wahlen etwas bewirken würden, so hätte man sie schon längst abgeschafft.
Aber es muß ja sein, Ablenkung und Zerstreueun tut dem Wahlvolk gut.
Alle 4 Jahre bestiimen die Schäfchen welche Farbe sein Weidegatter haben soll.

07.01.2019 06:31 Beate G. 20

Ich werde jedenfalls eine Partei wählen,die das Interesse am deutschen Volke nocht nicht verloren hat und ich hoffe,dass inzwischen viele Menschen in Deutschland so denken wie ich und wir dann auch irgenwann wieder normale Verhältnisse bekommen.

07.01.2019 06:27 Wo geht es hin? 19

@Die kurze Seite der Sonnenallee - Zitat von Ihnen: " Da kommen die Lieblingsfeinde als Ventil gerade recht und die AfD reitet auf dieser Welle." Zitat Ende. Und wer hat diese "Welle" denn erst ausgelöst? Ohne das von Ihnen gut beschriebene Totalversagen der Altparteien hätte es die AfD in der Größe nie gegeben und erst recht keine "Welle", auf der sie hätte reiten können. Insofern sollte sich Ihre Kritik hauptsächlich an die VERANTWORTLICHEN für die "Welle" richten - die AfD hat die URSACHEN dafür ja wohl nicht geschaffen. Ungeachtet dessen bin ich Ihrer Meinung, dass sich nichts ändern wird. Auch nicht mit der AfD. Aber zur Zeit erachte ich diese als wirksames Mittel, wenigstens etwas Bewegung in die Sache zu bringen.

07.01.2019 03:41 S. 18

Die Grünen scheinen nicht zu kapieren, das nicht Weltklima eine Rolle spielt, sondern vorrangig sollten soziale Themen eine Rolle spielen. Wer die Grünen wählt, der kann entweder nur Gutverdiener sein oder bildungstechnisch auf untersten Niveau. Finger Weg von einer Partei, die Umweltschutz auf Kosten der Ärmsten praktizieren will: denn durch Kohleausstieg oder andere Dinge, werden die höheren Kosten eh nur wieder Geringverdiener oder ALG II Empfänger treffen.

06.01.2019 19:56 Uwe Goldbach 17

Und wieder nichts begriffen: neben Bildung und Kita muss auch die Pflege von Alten und Kranken als Aufgeben mit einbezogen werden! Wisst ihr eigentlich was in den Pflegeeinrichtungen los ist? Wollt ihr euch mal wieder schuldig machen?
Eine Gesellschaft wird danach beurteilt, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht!