Corona-Krise Sächsische Wirtschaft: Staatliche Maßnahmen reichen nicht aus

Das Land Sachsen hat Hilfen für die Wirtschaft beschlossen, um Unternehmen durch die Corona-Krise zu helfen. Doch Arbeitgeberpräsident Brückner gehen die Maßnahmem nicht weit genug. Heute nun gibt es ein Krisentreffen mit Ministerpräsident Michael Kretschmer. Wirtschaftsminister Martin Dulig versprach bereits, das nachgeschärft werde.

Metallbildner David Neustadt lötet Metallstäbe für Kristallzweige mit Kristallen von Swarovski in der Leuchtenmanufaktur Wurzen.
Sachsens Landesregierung will die finanziellen Hilfen für Unternehmen nachbessern. Bildrechte: dpa

In Sachsen hat Ministerpräsident Michael Kretschmer heute sächsische Unternehmen zu einem Krisentreffen eingeladen. Dabei soll es um die angespannte Lage der Wirtschaft durch das Coronavirus gehen.

Der sächsische Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner sagte MDR AKTUELL, er sehe gesunde Unternehmen vor die Existenzfrage gestellt. Er betonte, die Auswirkungen der Pandemie träfen mit voller Wucht auf eine Wirtschaft, die im Industriebereich schon seit Monaten in der strukturellen und konjunkturellen Krise sei. Es gehe nicht um ein paar Prozente oder irgendeine Maßnahme. Es gehe vielmehr "um Sicherung der wirtschaftlichen Grundlage unseres Gemeinwesen und unseres Wohlstandes", sagte Brückner.

Kleine Unternehmen brauchen kurzfristig Liquidität

Nach Angaben des Arbeitgeberpräsidenten werden fast 75 Prozent aller Arbeitsplätze in Sachsen von Firmen mit maximal 250 Mitarbeitern gestellt. Für deren Erhalt müssten die staatlichen Maßnahmen sehr zügig nachgeschärft werden. Die bisherigen staatlichen Maßnahmen würden nicht ausreichen. Großunternehmen über 250 Mitarbeiter könnten gegebenenfalls vom Staat über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds aufgefangen werden. Die kleineren müssten um Darlehen mit den Banken kämpfen und bräuchten sehr kurzfristig Liquidität.

Brückner erklärte, er gehe mit großen Erwartungen zu dem Gespräch mit Ministerpräsident Kretschmer. Die Zeit dränge, sowohl bei der gesundheitlichen Versorgung als auch dem Schutz der Bürger und ihrer Arbeitsplätze.

Wir brauchen auch den Erhalt der Wirtschaftsstrukturen, denn der Staat kann nicht allen alles endlos garantieren.

Jörg Brückner, Arbeitgeberpräsident in Sachsen.

Dulig: Werden nachschärfen

Ein Mann im Alter zwischen 40 und 50. Er trägt ein dunkles Sakko und einen blauen Schlips. Seine Augen sind blau und seine Haare braun mit grauen Schläfen. Er gibt ein Interview und schaut knapp an der Kameralinse vorbei. Es handelt sich um Martin Dulig, den Wirtschaftsminister von Sachsen.
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsens Wirtschaftsminister Martig Dulig sicherte bereits zu, die Hilfen für Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten zu verbessern. Dulig sagte am Morgen MDR AKTUELL, für kleine Unternehmen gebe es in der Corona-Krise mit dem Programm "Sachsen hilft sofort" und dem Zuschussprogramm des Bundes sehr effektive Hilfen. Für Unternehmen mit über zehn Mitarbeitern müssten die Programme geschärft werden.

Dulig verteidigte die Strategie Sachsens, auf Darlehen zu setzen. Keiner wisse, wie lange die Krise anhalte. Ein einmaliger Zuschuss habe eine Perspektive von vielleicht vier Wochen. Man müsse aber eine nachhaltige Strategie fahren und vielleicht drei oder vier Monate in den Blick nehmen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. April 2020 | 09:00 Uhr