Eine Frauenhand gießt Apfelsaftschorle in Plastikbecher.
Fertig gemixte Apfelschorlen genügen Qualitätsansprüchen oft nicht. Bildrechte: dpa

Verdorbene Früchte und unsaubere Verarbeitung Stiftung Warentest rät vom Kauf fertiger Apfelschorlen ab

Stiftung Warentest hat 24 Apfelschorlen getestet - vom teuren Bio-Produkt bis zur Discounter-Ware. Das Ergebnis ist verheerend: Sieben Schorlen bekamen die Note "mangelhaft". Die beste Schorle kommt vom Discounter.

Eine Frauenhand gießt Apfelsaftschorle in Plastikbecher.
Fertig gemixte Apfelschorlen genügen Qualitätsansprüchen oft nicht. Bildrechte: dpa

Fertige Apfelschorle ist laut Stiftung Warentest nicht zu empfehlen: Im Test von 24 Produkten schnitt nur eines mit der Note "gut" ab. Es handelt sich um die Wiesgart Apfelschorle von Aldi Nord, die mit 39 Cent pro Liter zu den günstigsten Angeboten gehört.

Die Bestnote "sehr gut" wurde gar nicht vergeben. Bei den anderen Schorlen kritisierten die Tester unter anderem zu wenig Aroma oder unsaubere Verarbeitung. Bei der Herstellung seien chemischen Untersuchungen zufolge zum Teil verdorbene Früchte verarbeitet worden. Das traf vor allem bei Schorlen aus Direktsäften zu.

Sieben Mal mangelhaft

Sieben Schorlen im Test bekamen die Note "mangelhaft", zwei davon, weil sie Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen wie Hefe enthielten. Eine Gefahr für die Gesundheit bestehe jedoch nicht. In keiner der Schorlen wurden Keime nachgewiesen.

Bei den anderen fünf mangelhaften Produkten fehlte es an Apfelaroma, weil die Hersteller Apfelsaftkonzentrat nicht zuerst zu Saft verdünnten und dann Schorle daraus machten.

Stiftung Warentest warnte zugleich, Fertigschorlen seien sehr zuckerhaltig. Ein halber Liter weist demnach im Schnitt 28 Gramm Zucker auf - das seien neun Zuckerwürfel. Als Durstlöscher taugten Apfelschorlen daher nur hin und wieder.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 27. März 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. März 2019, 13:52 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

9 Kommentare

29.03.2019 01:19 part 9

Lohnmostdienstleistung von einem Thüringer Baumarkt vor ein paar Jahren, Annahme von Fallobst und Normalobst in einer frei stehende Schüttmulde über der schon die Fliegen kreisten. Den Zustand des Obstes zur Weiterverarbeitung mag ich mir bis heute nicht vorstellen, wobei insektizide Proteinanteile im Obst wohl den Zusatz von Gelantinen zur Klärung verringern soll...

27.03.2019 21:35 Stealer 8

Dass Apfelschorlen (wie auch andere Schorlen und Säfte sowieso) nicht als Durstlöscher sinnvoll sind sollte zwar eigentlich bekannt sein, aber es ist schon gut innerhalb der Studie noch einmal darauf hinzuweisen. Im Endeffekt sind sie so etwas wie flüssige Süßigkeiten und sollten auch so konsumiert werden.

Selbiges gilt auch für süßes Obst - in einer Zeit in der selbst Lebensmitteln, in denen man es nicht vermutet, Zucker beigesetzt wird, sind Früchte schon lange nicht mehr einer der wenigen Lieferanten dafür.

27.03.2019 21:16 Stealer 7

Bezüglich der "Fäulnis"-Spuren in Direktsaftprodukten: die sind mehr oder weniger normal und man wird sie auch in den Säften finden, die die Leute im Video so begeistert aus dem Getränkemarkt schleppen. In jedem halbwegs reifen Apfel findet bereits Gärung statt, das ist ganz natürlich. Man kann das natürlich reduzieren, indem man saure Äpfel nimmt, aber das reduziert auch den Konsumentenkreis...

Äpfel aus dem Garten oder von Streuobstwiesen würden in dieser Hinsicht bei Stiftung Warentest wohl durchfallen (Fallobst sozusagen... ähm... Entschuldigung...).

27.03.2019 18:24 Susanne 6

@ Sabrina
Behördliche Labore testen sehr wohl, nur veröffentlichen sie ihre Ergebnisse selten (und wenn, dann anonymisiert). Der Verbraucher bekommt davon kaum was mit.
Lebensmittelüberwachung ist Ländersache und jedes Bundesland untersucht eine festgelegte Anzahl an Proben.

27.03.2019 17:10 Anton 5

Alles ist giftig und ungesund. Am besten gar nichts mehr essen und nichts mehr trinken.

27.03.2019 15:24 Phrasenhasser 4

Apfelsaft habe ich schon als Kind nie gemocht. Dieser ekligen Süße, die jedoch auch einen säuerlichen Nachgeschmack hat, konnte ich nichts abgewinnen. Viele Gleichaltrige konnten das nicht verstehen. Wie auch jetzt etliche Mitbürger zu gern Apfelsaft und -schorle trinken. Ich verweigere mich (trotz häufiger Kritik) dem Genuss jeglicher Natursäfte oder Konzentrate, indem ich konsequent Wasser trinke. Die in allen Säften enthaltene Menge an Fruchtzucker erzeugt bei mir immer noch Widerwillen.Wenn es denn mal was "Besonderes" sein muss, wird zum Radler gegriffen oder zur mit Wasser gestreckten Cola light. So blieb und bleibt mein Zuckerwert immer im normalen Bereich.

27.03.2019 15:13 pkeszler 3

Ich mische mir schon seit einigen Jahren die Apfelschorle selbst. 1/2 Apfelsaft und 1/2 Mineralwasser.

27.03.2019 14:55 Gerd Müller 2

Alle sind Durchfallbeschleuniger, mehr nicht.

27.03.2019 14:19 Sabrina 1

Da ist wohl zu befürchten, dass bei Säften generell verdorbene Früchte mit verarbeitet werden, man sich den Aufwand einfach spart, diese auszusortieren.
.
Wieso muss hier gelegentlich so ein Testinstitut was testen?
Wieso tun das nicht regelmäßig behördliche Labore?
.
Gibt es in diesem Land überhaupt nach etwas, was funktioniert?