Tipps vom Experten Altes Dieselauto umrüsten – lohnt sich das?

Nicht neu kaufen, sondern den alten nachrüsten – das geht beim Diesel mit einem bestimmten Fahrzeugkatalysator. Mit welchen Kosten man dafür rechnen muss ob sich das Umrüsten lohnt, erklärt Autoexperte Andreas Keßler.

Diesel Umrüstung
Bauteile im Motorraum eines Fahrzeugs für eine Diesel-Umrüstung. Bildrechte: dpa

Sauber fährt am längsten

Trotz der seit Jahren anhaltenden Suche nach schadstoff-minimierenden Nachrüst-Sätzen für die Abgasanlage älterer Dieselfahrzeuge war immer klar, dass sauberes Diesel-Abgas technisch möglich ist.

Theoretisch ist jedes Fahrzeug mit einem Dieselmotor unter der Haube sauberer zu kriegen. Limitierender Faktor hierbei sind – wie so oft – die Kosten für eine Nachrüstung, die in der EU vor allem durch Zertifizierungen und behördliche Auflagen in die Höhe getrieben werden. Irgendwann erreichen die Kosten einer Nachrüstung den Zeitwert des Autos. Damit wird der Einbau unattraktiv.

Dieselnachrüstung in fünf Schritten

Euro6 Eintrag eines Dieselfahrzeugs in der Zulassungsbescheinigung.
Bildrechte: imago/Jürgen Schwarz

  • Abschätzung von Restlaufzeit und Zeitwert des nachzurüstenden Autos
  • Suche nach einem geeignetem (technisch passenden und behördlich zugelassen) Nachrüstsatz
  • Angebot einer geeigneten Werkstatt für den Einbausatz und den Einbau einschließlich der gegebenenfalls nötigen Abnahme des nachgerüsteten Autos einholen
  • Nach dem Vergleich des aktuellem Zeitwerts des Autos mit den kalkulierten Kosten erfolgt der Nachrüstauftrag – oder auch nicht
  • "Legalisierung" der veränderten Abgasanlage, das heißt, Eintrag der Veränderungen in die Fahrzeugpapiere durch die Zulassungsstelle

Dieser fünfstufige Ablauf ist nur beispielhaft und kann im Einzelfall ganz anders aussehen.

Ist es sinnvoll, ein älteres Dieselfahrzeug nachzurüsten?

Es vergeht kaum ein Tag, ohne das Berichte von Verwaltungsgerichts-Urteilen zu Fahrverboten und zu eingerichteten Fahrverbotszonen in den Medien auftauchen.

Betroffen davon sind Fahrzeuge mit Dieselmotor und der Abgas-Schadstoffklasse Euro5 oder schlechter. Das sorgt für Verunsicherung.

In der Praxis gibt es in Deutschland zwar Fahrverbotszonen, allerdings nur in einigen Großstädten und auch dort nur auf sehr wenigen Straßenabschnitten. Nachrüstsätze gibt es bislang nur für einige wenige Großserienmodelle ab Schadstoffklasse Euro5. Daran wird sich kaum etwas ändern.

Autos mit Euro4 werden aus heutiger Sicht keine Nachrüstangebote bekommen, weil diese Fahrzeuge schon zu alt sind. Die Kosten einer Nachrüstung stünden in keinem vernünftigen Verhältnis zum Wert des Fahrzeuges. Wer also im Bereich einer Fahrverbotszone wohnt oder sie regelmäßig befahren muss, sollte über eine Nachrüstung seines Euro5-Diesels nachdenken. Für alle anderen lohnt das nicht.

Unter dem Strich bleibt das Thema ein Rechenexempel

Das gilt sowohl für diejenigen, die nachrüsten (Nachrüstkosten vs. Fahrzeugwert) als auch für die, die das nicht tun und trotzdem in Fahrverbotszonen einfahren (Bußgeldkosten vs. Nachrüstkosten). 

Weitere Themen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 18. Dezember 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2019, 11:10 Uhr