Auto in Corona-Zeiten Reifenwechsel, Inspektion, Pflege: Das müssen Autofahrer wissen

Das Coronavirus beeinflusst zurzeit viele Bereiche des Lebens. Auch Autofahrer kommen ins Grübeln: Kann man mit dem HU-Termin warten? Und wie sieht es mit der anstehenden Inspektion aus? Experte Andreas Keßler weiß Rat.

Symbolbild: Virus auf der Fahrbahn einer Autobahn mit fahrendem Auto
Bildrechte: imago images/Ralph Peters

Wer hätte das gedacht!

Noch vor sechs Wochen wurde erbittert über den Klimawandel vor dem Hintergrund der "Blechlawine" diskutiert, Fahrverbote beschworen und der Mobilitätswahn verteufelt. Heute steht ganz Deutschland faktisch still. Ganz Deutschland? Nein, ein paar unentwegte sind immer noch unterwegs, allerdings nur sehr selten in Bus und Bahn, sondern im eigenen Auto! Aus Sicherheitsgründen. Denn allein im Auto steckt man sich nicht bei anderen Fahrgästen an. Das Auto ist also wieder da, wo es schon mal war: Ganz vorn.

Es kann jeden treffen. Auch das Auto ...

  • Corona-Viren können auch auf Oberflächen im Auto überleben. Ein sauberer Innenraum ist deshalb jetzt noch erstrebenswerter als sonst.
  • Wenn das Auto jetzt zur Inspektion muss, wird das oft nicht termingerecht möglich sein. Wenn durch eine verpasste Inspektion die Herstellergarantie gefährdet sein könnte, unbedingt eine schriftliche Stellungnahme des Vertragshändlers einholen!
  • Läuft die Prüfplakette zur Hauptuntersuchung ab, kann es Probleme bei der Terminfindung bei den Prüfstellen bzw. der betreuenden Werkstatt geben. Das Bundes-Verkehrsministerium hat den Ländern deshalb empfohlen, bei Überziehungen statt zwei Monaten jetzt vier Monate verwarnungsgeldfrei zu stellen.
  • Wer Angst vor Ansteckung hat, kann sich zunächst einmal mit dem Wechsel des Pollenfilters seines Autos beschäftigen. Es gibt wesentlich mehr krankmachende Sporen und Bakterien als die Corona-Viren. Und viele davon feiern in zu alten Pollenfiltern Partys.
  • Echte Defekte, die aktuell auftreten, müssen ernst genommen werden! Wenn es beim Bremsen Geräusche gibt, kann nicht einfach weiter gefahren werden, weil die Werkstatt zu hat. Sicherheit geht immer vor, das Auto ist auch nur ein Mensch und ist dann eben krank. Auto-Corona.

Ist der Autoinnenraum vielleicht eine Art Viren-Brutkasten?

Viele Autobesitzer fragen sich, ob und gegebenenfalls wie sich Covid-19-Viren im Autoinnenraum und am Auto entfernen lassen. Desinfektionsmittel, die es zurzeit in vielen Drogerien und Supermärkten ohnehin kaum gibt, sind nach den Erfahrungen von Autopflegespezialisten für die Reinigung von Oberflächen im Auto nicht zu empfehlen. Sie können die empfindlichen Materialien beschädigen. Speziell moderne Kunststoffe, aus denen Armaturenverkleidungen bestehen, neigen zu Vermattungen, Flecken oder Versprödungen.

Sauberkeit und Hygiene sind trotzdem im Auto wichtiger denn je. Es wäre aber falsch, zu glauben, dass man gefährliche Erreger mit normalen Autopflegeprodukten unschädlich machen kann. Autopflege-Produkte sind so konzipiert, dass sie eine schonende Reinigung des Autoinnenraums und Sauberkeit bewirken – jedoch keine Desinfektion. Die allgemeinen Regeln für den Infektionsschutz wie der Abstand zu anderen Menschen und eine gründliche Händehygiene bleiben also auch im Auto oberstes Gebot.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 15. April 2020 | 17:00 Uhr