Drei oder mehr Kinder Autos für Großfamilien: Darauf sollten Sie achten

In einen Pkw passen normalerweise fünf Personen – doch was machen eigentlich Großfamilien? Welches Auto am besten für Familien mit drei oder mehr Kindern passt und was beim Kauf wichtig ist, erklärt Experte Andreas Keßler.

Eine Familie steigt aus dem Auto
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Das ideale Wunschauto für alle Fälle gibt es nicht

Gesucht wird meistens das Vier-Meter-Parkraumwunder mit 5 Türen und 9 Sitzen, das für den Landstraßen-Spurt 300 PS unter der Haube hat aber unter 5 Liter Sprit auf 100 km verbraucht, steuerbefreit ist und eine Versicherungsklasse hat, deren Prämie mit Flaschenpfand bezahlbar ist.

Und, natürlich, gut aussehen soll die Kiste auch. Irgendeinen Tod muss man als Familienmensch auf Autosuche sterben, und der macht die Sache auch noch teuer.

Die Qual der Wahl

Eine Familie im Auto
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Dabei gibt es gerade im Segment "Familienkutsche" nichts, was es nicht gibt: Ford S-Max, Golf Kombi, E-Klasse, VW-Bus.

Ein unübersehbares Angebot an Kombis, Vans, SUVs und die "Crossover-Modelle" als Zwitter aus den genannten Kategorien. Die Wahl fällt schwer, wenn das Budget für Mobilität knapp ist. Ein sehr guter erster Anhaltspunkt für die Suche nach einem guten Kompromiss sind die "echten" Kosten pro km, die z.B. der ADAC für fast jedes Auto ermittelt hat.

Da sind die dicksten Kostenblöcke (Verbrauch, Wertverlust, Unterhaltskosten, Reparaturen) zusammen gefasst und auf die Laufstrecke bezogen ausgerechnet. Die besten sind dabei keineswegs die, die man als "Siegertypen" kennt.

Mit "Leasingrückläufern" sparen

Neuwagen fallen in den meisten Fällen wegen des zunächst extrem hohen Wertverlustes aus (in den ersten 3 Jahren circa 50 Prozent des Neupreises). Der "Neuwagen" für junge Familien heißt "Leasingrückläufer".

Wer im "Low-Budget"-Segment einsteigen will, muss von privaten Verkäufern kaufen. Das ist zwar riskanter, mit der richtigen Vorbereitung und Beratung kann man aber mit sensationell wenig Geld richtig gute Autos kaufen

Wer ein "Rundum-Sorglos-Paket" im Niedrigpreisbereich sucht, muss lange suchen. Qualität kostet, und gerade beim Gebrauchtwagenkauf lohnt es nie, am falschen Ende zu sparen.

Was Sie beim Kauf beachten sollten

  • Finger weg von Exoten!
  • Großserienautos sind leichter reparierbar, Ersatzteile sind billiger.
  • Vor dem Autokauf nach Autos mit günstigen Versicherungstypklassen suchen. Das spart Versicherungsprämie.
  • Der Kraftstoffverbrauch ist wichtig, aber nicht entscheidend. Wenn das Auto wenig gefahren wird, sind die Fixkosten wichtiger.

Hinweise für eine glückliche Auto-Ehe

Nichts kann einem den Spaß am gerade gekauften "neuen" Gebrauchten mehr vergällen, als hohe Werkstattrechnungen gleich nach dem Kauf. Wer das nicht möchte, muss beim Händler kaufen. Nur dort gibt es die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung. Dabei unbedingt darauf achten, dass im Kaufvertrag nicht "Verkauft im Auftrag" steht. Mit dieser Formulierung wollen sich Gebrauchtwagenhändler oft aus ihrer Gewährleistungspflicht heraus mogeln.

Sportlich sind Leute, die in die Internetsuchmaske beim Preis "max. 500 Euro", "TÜV neu" und als maximale Entfernung zum Wohnort "50 km" eingeben. Aber: Auch so kann man einen guten Gebrauchten finden. Es gibt immer wieder Leute, die ihren guten "Alten" an "normale" Leute verkaufen wollen, weil ihnen die Fähnchen-Händler und deren Mitarbeiter auf die Nerven gehen. Wer solche Angebote schnell und sympathisch beantwortet, macht vielleicht den "Schnapper des Tages". So ein Schnäppchen ist dann aber nicht blitzeblank und hat keine Fahrerassistenzsysteme. Aber das suchen ja manche Leute gerade.

Die fünf Gebote des Gebrauchtwagenkaufs

  1. Wer auf "Nummer Sicher" gehen will, kauft beim Händler! Der muss Gewährleistung geben.
  2. Händler, die "im Kundenauftrag" verkaufen, wollen sich in der Regel um die Gewährleistung herummogeln. Finger weg!
  3. Wer wenig Geld ausgeben will, muss von einem privaten Anbieter kaufen. Dann ist allerdings Sachverstand gefragt: Entweder der eigene oder der von einem bezahlten Fachmann oder Gutachter.
  4. Der km-Stand des Autos ist eigentlich nur eine Zahl. Wesentlich ist der technische Zustand des Autos. Ein Vielfahrerauto, das perfekt gepflegt wurde, ist besser als ein Rentnertraum mit Standschäden!
  5. Der Benzinverbrauch wird überschätzt! Lieber ein zuverlässiges, gut gewartetes Auto als den "Prospektsparkönig", der nur in der Werkstatt steht.

Rund ums Auto

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 03. Juni 2020 | 17:00 Uhr