Checkliste Hauptuntersuchung beim Auto: So sparen Sie Kosten

Jedes Auto muss sich regelmäßig der Hauptuntersuchung unterziehen. Wer dabei Kosten sparen will, sollte sein Fahrzeug vor der Überprüfung ganz genau unter die Lupe nehmen. Tipps dafür gibt es von Experte Andreas Keßler.

TÜV-Plakette
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Wie oft muss das Auto zur Hauptuntersuchung?

Der Gesetzgeber hat in § 29 der StvZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) geregelt, wie oft ein Fahrzeug zur Hauptuntersuchung (HU) muss. Wer sich ein neues Auto kauft, muss erst nach 3 Jahren "zum TÜV", danach dann wieder in 2 Jahren.

Wo wird die Hauptuntersuchung durchgeführt?

Die Hauptuntersuchung kann entweder in der Prüfstelle einer der Prüforganisationen – TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS – oder in der Stammwerkstatt durchgeführt werden. In diese kommt dann der Prüfer und arbeitet an einem Tag die vorgeführten Fahrzeuge ab. Welche Methode die "bessere" ist, hängt stark vom Einzelfall und den Wünschen des jeweiligen Fahrzeughalters ab.

Das Symbol einer TÜV-Plakette, aufgenommen am 03.11.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen) über einer Prüfstelle.
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Der "Selbermacher" sollte mit seinem Auto am besten direkt unter Umgehung einer Werkstatt selbst zu einer Prüforganisation seiner Wahl fahren. Dazu sollte das Auto wenigstens gewaschen, mit einer funktionierenden Beleuchtungsanlage ausgerüstet und "komplett" (also mit Warndreieck und Verbandskasten ausgerüstet) sein. Das ist vorher leicht zu prüfen und sorgt für einen guten Eindruck.

Wer sein Auto im Vorfeld checkt, kann Kosten sparen

Wichtige Punkte, die jeder feststellen kann

  • Gibt es einen Verbandskasten mit aktivem Haltbarkeitsdatum?
  • Funktioniert die Hupe?
  • Alle Spiegel intakt und ohne Schäden?
  • Sind eine Warnweste und ein Warndreieck vorhanden?
  • Ist die Frontscheibe ohne Sprünge oder andere Schäden?
  • Sitzt die Autobatterie fest?
  • Sind die Kennzeichen sauber und gut lesbar?

Beleuchtung

  • Leuchten alle Lampen? Auch mit gleicher Stärke?
  • Leuchtgehäuse in Ordnung? (blind, gebrochen, Kondenswasser, etc.)
  • Sind alle Leuchten und Anzeigen im Armaturen Bereich funktionsfähig?

Reifen und Räder

  • Sind die Felgen unbeschädigt?
  • Sind die Reifen unbeschädigt? (Einschnitte, Risse, Beulen oder andere Schäden?)
  • Profiltiefe okay?

Flüssigkeiten

  • Bremsflüssigkeit und Scheibenwischflüssigkeit ausreichend vorhanden?
  • Sind Getriebe und Motor dicht? Oder tritt irgendwo Öl aus?

Bremsen

  • Ist die Handbremse sicher anzuziehen und leicht zu lösen?
  • Reagiert die Fußbremse frühzeitig?
  • Sind die Gummibeläge auf den Bremspedalen noch intakt und rutschfest?
  • Bleibt der Wagen auch beim kräftigen Bremsen in der Spur? (Testen bitte nur auf verkehrsfreien Straßen)

Papiere

  • Wurden eventuelle Veränderungen am Fahrzeug in die Fahrzeugpapiere eingetragen? Bzw. liegen entsprechende Prüf- Zeugnisse vor?
  • Werden diese zur Vorlage bei der HU vergessen, entsteht unnötige Kosten.

Eventuelle Mängel

Wurden früher in "der Grube" die "teuren" Mängel gefunden, ist heute der Elektronik-Test der am meisten gefürchtete Teil der Hauptuntersuchung: Wenn das ABS, das ESP oder die Abgasreinigung Fehlermeldungen im Fehlerspeicher abgelegt haben, gibt es keine neue Plakette.

Wie geht es nach der Hauptuntersuchung weiter?

Nach dem Abschluss der Hauptuntersuchung kommt die Zusammenfassung: Der Prüfer füllt den Prüfbericht aus und erläutert dem Autofahrer, ob und welche Mängel er gefunden hat und ob das Auto die Hauptuntersuchung erfolgreich bestanden hat oder nicht. Wenn das nicht der Fall sein sollte, müssen Auto und Fahrer (nach den nötigen Reparaturen) noch einmal "vorfahren". Liegen nur "geringe Mängel" vor, quittiert der Fahrer diese und sichert dadurch deren umgehende Beseitigung zu. Streng genommen dürfte er auch mit diesen geringen Mängeln nicht am Straßenverkehr teilnehmen, eine Nachprüfung findet jedoch nicht statt.

Wurden "erhebliche Mängel" gefunden, verweigert der Prüfer die Prüfplakette und das Auto muss nach der Reparatur der mangelhaften Bereiche des Autos noch einmal vorgeführt werden. Diese "Nachprüfung" muss innerhalb eines Monats erfolgen, weil die Prüforganisation sonst wieder den vollen Gebührensatz für eine Hauptuntersuchung verlangt. Innerhalb von vier Wochen nach dem "ersten" Versuch werden davon nur 50 Prozent fällig.

Mit dem Prüfbericht kann man sich jetzt mit Fachleuten zusammensetzen und die nötigen Reparaturen kalkulieren oder auch selbst zum Werkzeugkasten greifen, um Geld zu sparen. Ist der nötige Reparaturumfang festgelegt, holt man sich mindestens drei Kostenvoranschläge von Fachfirmen und wundert sich dann über die oft deftigen Preisunterschiede.

Zusammenfassend ist die Hauptuntersuchung ein sehr gut geeignetes Mittel, um den technischen Zustand der Autos auf Deutschlands Straßen auf einem hohen Niveau zu halten. Wer jemals in Ländern der Südhalbkugel unterwegs war und den oft beklagenswerten Zustand der dort im Betrieb befindlichen Vehikel betrachtet, wird verstehen warum.

HU-Termin überzogen – welche Strafen drohen?

Wer den HU-Termin um mehr als vier Monate überzieht, zahlt ein Bußgeld von 25 Euro.
Und wer mehr als acht Monate wartet, zahlt noch mehr – nämlich 60 Euro und bekommt auch noch einen Punkt in der "Verkehrssünderkartei" in Flensburg.

Wie liest man die HU-Plakette richtig ab?

TÜV - Plakette
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Wenn man weiß wie, ist es nicht schwer, die HU-Plakette am hinteren Nummernschild richtig zu lesen. Und schon weiß der Autobesitzer, wann die nächste Hauptuntersuchung fällig ist.  

Die Farbe informiert über das Jahr (im Bild orange für 2019) und die "Uhrzeit 12 Uhr" über den Monat, in dem die HU abläuft. In diesem Beispiel ist das Jahr der Prüfung 2019 und da die Zahl "11" auf 12 Uhr steht, ist der nächste Prüftermin also im November 2019.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 24. Juli 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2019, 11:19 Uhr