Sparpotenzial richtig nutzen Ersatzteile fürs Auto: Worauf es beim Kauf ankommt

Viele Autofahrer sparen an der falschen Stelle: Sie kaufen Ersatzteile zu Dumpingpreisen. Doch dies kann später teuer werden und sicher ist es auch nicht. Autoexperte Andreas Keßler erklärt, worauf es beim Kauf ankommt.

Ein Mechaniker schaut sich in einer Werkstatt ein Autoteil an.
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Warum Qualität der Maßstab ist

Wer beim Ersatzteilkauf nur auf den Preis schaut, zahlt am Ende oft drauf! Gerade bei kleineren Ersatzteilen ist der Teilepreis deutlich niedriger als die Einbaukosten.

Wenn man hier schlechte Qualität erwischt, muss bald wieder repariert werden und die Kosten für den Ein- und Ausbau fallen erneut an. Auf Gewährleistung kann man sich nur berufen, wenn die einbauende Werkstatt auch die Teile verkauft. Wer mitgebrachte Ersatzteile von der Werkstatt einbauen lässt, trägt das Risiko für die Ersatzteile selbst!

Worauf kommt es beim Auto-Ersatzteilkauf an?

Vater und Sohn nehmen Autoteile in einer Werkstatt auseinander.
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  • Das Auto, für welches die Teile bestimmt sind, muss eindeutig identifiziert sein. Am sichersten klappt das mit den Hersteller- und Typschlüsselnummern aus den Fahrzeugpapieren. Zusätzlich wird oft noch die Fahrgestellnummer benötigt, um Modelljahränderungen mit zu berücksichtigen.
  • Beim Vertragshändler der eigenen Marke kann man zu 95 Prozent sicher sein, passende und qualitativ hochwertige Ersatzteile zu bekommen. Diese Sicherheit ist aber kostspielig!
  • Beim Kauf im Internet sollte man sich auf bekannte Marken (Sachs, Lemförder, Bosch etc.) verlassen. Unbekannte Namen in Verbindung mit sehr niedrigen Preisen bieten in der Regel fabrikneuen Schrott.
  • Wenn Online gekauft wird, dann nur von den großen, weit bekannten Anbietern im Netz. Im Problemfall sind dort Mitarbeiter aus Fleisch und Blut am Telefon und keine Call-Center-Ratemoderatoren.
  • Es gibt immer mal wieder Schnäppchen (Restposten, Lagerräumungen ...).

Aber auch hier gilt: Qualität und Zulässigkeit steht immer über dem Preis!

Was steckt eigentlich wirklich in der Schachtel?

Statt zum teuren "Original-Ersatzteil" in der Schachtel mit dem Markenlogo könnte man zu einem identischen Teil direkt vom Teilehersteller greifen, auch wenn dieses in einer anderen Schachtel steckt.

Diese folgerichtig "Identteile" genannten Autokomponenten werden von den Zulieferern über den freien Kfz-Ersatzteilhandel vertrieben und sind dort in der Regel 20 bis 40 Prozent billiger als die anders verpackten Chargen der Produktion. Einmal ins Auto eingebaut, lässt sich das Identteil nicht mehr vom Original-Teil unterscheiden. Dieser Umstand ist längst kein Geheimtipp mehr, weshalb mit "Identteilen" viel Geld am Teiletresen gespart werden kann.

Der Autoindustrie ist das ein Dorn im Auge, weil der Teileverkauf deutlich lukrativer als der Verkauf von ganzen Autos ist und bemüht sich um die "Austrocknung" dieses Marktes. Bei manchen Autos verbieten die Hersteller deshalb ihren Zulieferern, bestimmte Teile als "Identteil" in die Kanäle des Teilemarktes zu bringen, die Teile sind zunächst "gesperrt" und nur als teures Original-Teil erhältlich.

In diese Lücke des "Aftermarktes" springen andere Hersteller, die mit den Autoherstellern nicht über Zuliefer-Verträge verbunden sind. Das können namhafte Firmen sein, die vielleicht in den harten Verhandlungen mit den OEMs (OEM = Original Equipment Manufacturer = Autohersteller) nicht als Zulieferer zum Zuge gekommen sind, aber in der Lage sind, entsprechende Teile zu produzieren.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 05. Februar 2020 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Februar 2020, 10:13 Uhr