Das sollten Sie wissen Tipps zum Autokauf: Kultautos und Exoten

Wer sich jetzt ein Auto kaufen möchte, egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen, steht vor einer schwierigen Entscheidung. Nicht nur der Diesel-Skandal und angedrohte Fahrverbote sorgen für Unsicherheit unter den Käufern. Es gibt auch immer mehr Pkws, die ziemlich neu und exotisch sind. Was die taugen, weiß Andreas Keßler.

Eine Ente (Citroën 2CV)
Bildrechte: IMAGO

Exoten – Einer wie keiner

Es gibt im Autobereich eigentlich nichts, was es nicht gibt: Kleine, große, hohe, flache, geschlossene, offene, schnelle, langsame und sogar Autos, die schwimmen können. Wenn man Autofahrer fragt, welches ihr Traumwagen ist, kommen oft völlig exotische Modelle und Marken als Antwort. Wenn es aber um die Unterschrift für einen Kaufvertrag geht, wird Bewährtes bevorzugt.

Dabei wollen doch alle aus der Masse hervorstechen. Individualität wird nur durch teure Extras erreicht: Der deutsche Autofahrer trägt den Pelz gerne nach innen!

Exoten? Lieber nicht!

  • Großserie macht Autos preiswert (im Wortsinne! Nicht etwa billig).
  • "Butter & Brot"-Autos sind in der Regel ausgereift und für "Otto Normalautofahrer" im täglichen Gebrauch problemlos.
  • Autos, die neu nur sehr selten gekauft werden, sind auch als Gebrauchtwagen nur schwer und mit hohem Wertverlust verkäuflich.
  • Exotische Automarken haben oft nur ein sehr dünnes Vertragswerkstatt-Netz. Das kann bei Garantie- und Gewährleistungsfragen für viel Fahrerei sorgen.
  • Wenn exotische Autos alt werden, kann es zu Ersatzteilproblemen kommen. Der Original-Hersteller ist oft nicht mehr am Markt und das Auto ist nur noch schwer reparabel (Daihatsu, Saab).
  • Die Exoten unter den Exoten sind nachträglich umgebaute Autos. Hier kommt zur Seltenheit in der Regel ein massives Qualitätsproblem.
  • Teure Exoten à la Ferrari, Lamborghini und Bentley sind irgendwann eher fahrbare Kunstwerke und fallen dann eigentlich nicht unter den Oberbegriff "Auto".

Die anderen Exoten: Traumautos

Exotisch wird in der Regel mit "selten" und "außergewöhnlich" übersetzt. Es gibt auch heute noch Autohersteller, die nur wenig bekannt sind und relativ wenige Autos herstellen. Dazu gehören britische Firmen wie Lotus und Morgan, aber auch deutsche Töchter der großen Autonamen wie Alpina und AMG. Autos dieser Marken sind neu fast unbezahlbar, aber als Gebrauchtwagen durchaus erschwinglich.

Ein Morgan Plus 4 Sportwagen
Morgan Plus 4 Sportwagen Bildrechte: IMAGO

Um mit solchen Sammler- und Liebhaberstücken glücklich zu werden, bedarf es aber entweder eigener Expertise oder einer auf diese Marken (und besser noch auf die jeweiligen Modelle!) spezialisierten Werkstatt. Ob man bei dieser Autokategorie dann von "preiswert" sprechen kann, wenn es um den Unterhalt des Fahrzeugs geht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Euro und Cent sind nämlich nicht alles im Zusammenhang mit Automobilen, es gibt auch die sogenannte "Spaßdividende", die man nach jeder Ausfahrt an den Augen des Fahrers ablesen kann.

Ausgezahlt wird die in der Regel aber nur nach einer nennenswerten Investition in den fahrbaren Untersatz.

Und was ist mit "Kultautos"?

"Kultische" Verehrung erfahren Auto-Modelle, welche zu ihren "Lebzeiten" schon Bestseller waren und von sehr vielen Leuten entweder gefahren wurden oder als Traumwagen gerne gefahren worden wären. Oder ein Auto wird zum "Kultauto", wenn es Siege auf den Rallye- und Rennpisten dieser Welt eingefahren hat und trotzdem (wenigstens theoretisch) auch vor der Türen der Häuser der Vorstadtsiedlung parken könnte.

Auto der Marke Mercedes Benz neben einem Trabant in Ost-Berlin (DDR)
Mercedes-Benz 200 und Trabant Bildrechte: IMAGO

Ein Beispiel dafür ist der Peugeot 205 GTI, der einige Zeit lang die Rallye "Paris-Dakar" dominierte und natürlich der Evergreen Porsche 911, der fast jeden Wettbewerb auf vier Rädern, bei dem es um Bestzeiten ging, schon gewonnen hat.

Ähnlich wie dem Peugeot 205 GTI geht es seinem Vorbild aus Deutschland, dem Golf GTI. Dieses Modell war 1976 der erste Kompaktwagen, der sportwagenähnlich bewegt werden konnte und als Urvater einer ganzen Fahrzeugkategorie gelten kann.

Übrigens: Nicht jedes "Kultauto" muss ein Old- oder Youngtimer sein! Es gibt auch aktuelle Fahrzeuge, die sich großer Verehrung erfreuen. Allerdings im Verhältnis zur unübersehbaren Modellvielfalt nur sehr wenige.

Eine kleine Auswahl von "Kultautos"

VW Käfer 1938–2003 Das Auto des Wirtschaftswunders
Citroen 2 CV (Ente) 1949–1990 Weniger Auto geht nicht / Mobil der französischen Lebensart
Sachsenring "Trabant" 1957–1991 Das Auto der Einheit / Rennpappe
Mercedes 200 D (W123) 1975–1986 Der Unzerstörbare (Dauerläufer), DAS Taxi
Porsche 911 (luftgekühlte Version) 1963–1998 Der Unbesiegbare (Sportwagen)
Ford Mustang I 1964–1973 Familiensportwagen / Dienstwagen von Frank Bullit (Steve McQueen)
Austin Mini 1959–2000 Auto der Beat-Generation, Sieger der Rallye Monte-Carlo

   

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 15. Juli 2020 | 17:00 Uhr