Verrostete VW-Käfer auf einem Schrottplatz
Bildrechte: imago images / Overstreet

Teure Fehler vermeiden Worauf man beim Oldtimerkauf achten sollte

Sie sind mehr als nur eine simple Leidenschaft und werden immer beliebter: Oldtimer. Worauf man beim Kauf unbedingt achten sollte und welche Klassiker sich als "Einsteigerauto" eignen, das erklärt Experte Andreas Keßler.

Verrostete VW-Käfer auf einem Schrottplatz
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Das rostigste Hobby der Welt

Fast jeder dreht sich auf der Straße nach ihnen um: nach schönen, alten Autos. Viele träumen davon, eines zu besitzen, eines aufzubauen. Wenn da nicht der Preis für diese Wagen wäre. Doch es gibt sie, die Oldtimer-Schnäppchen, Exoten, die fast niemand auf dem Schirm hat – und die deshalb weniger kosten. Nicht nur in der Anschaffung, auch im Unterhalt. Für den Opel Kadett D, Mercedes W124, Toyota Celica und Peugeot 205 beispielsweise lassen sich Ersatzteile ohne Probleme auftreiben.

Sind Oldtimer eine gute Wertanlage?

Zur Erzielung sagenhafter Renditen und als Baustein der privaten Altersvorsorge taugen alte Autos – um es ganz deutlich zu sagen – nicht! Wenn nach großen Versteigerungen von Millionenerlösen die Rede ist, gilt das nur für ganz wenige, extrem seltene und schon immer hochpreisige Automobile.

Eine Ente (Citroën 2CV)
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Die Mona Lisa ist ja auch deutlich teurer als der liebevoll in Szene gesetzte röhrende Hirsch oder der Seeschinken mit dem 3-Master im tosenden Nordatlantik. Trotzdem haben letztere auch ihre Fans, die sich nach Feierabend gerne vor "ihr" Bild setzen und ein wenig träumen. Und genau hier liegt der Sinn der Oldtimerei: Es geht um die "Spaßrendite"! Und die ist unermesslich.

Die Goldenen Regeln beim Oldtimerkauf

  • Information ist alles! Aktuelle Tipps und attraktive Angebote findet man in den einschlägigen Marken-Foren im Internet und auf den Seiten der großen Markenclubs. Die Hersteller sind weit weniger hilfreich.
  • Als "Erstling" immer ein Modell mit großem Verbreitungsgrad und gesicherter Ersatzteilversorgung wählen.
  • Der "bessere" Oldtimer ist immer der preiswertere! Lieber etwas mehr Geld in den Kauf stecken, als später hohe Werkstattrechnungen bezahlen.
  • Die Restauration eines alten Käfers kostet fast genau so viel wie die eines Porsche 356! Den Wert beider Autos nach der Restauration trennen aber Welten.
  • Nie allein und unvorbereitet zum Oldtimerkauf gehen.

Welche Oldtimer eignen sich als "Einsteigerauto"?

Die Kurve der Wertentwicklung ist bei allen Autos ähnlich: Zuerst fällt der Zeitwert rapide, nach etwa vier Jahren flacht die Kurve ab und nach weiteren 15 Jahren ist ein Auto fast nichts mehr wert.

Ein blauer Trabant
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Dann ist es bereits ein "Youngtimer", bekommt dadurch unter Umständen bereits günstigere Versicherungstarife und könnte im Wert wieder etwas steigen. Das passiert immer dann, wenn es sich um ein Auto handelt, welches schon zu Bauzeiten attraktiv oder das Spitzenmodell einer Baureihe war. Wenn es dann bereits in der Szene angekommen ist oder einen guten Namen trägt, sollte man zuschlagen.

Billiger wird es nicht mehr, das Interesse in der Szene sorgt aber für zukünftige Nachfrage und eine gesicherte Ersatzteilversorgung. Wenn man im Preistief ein gut erhaltenes Exemplar eines Autos kauft, es sorgfältig behandelt und pflegt und schließlich die höheren Weihen des "H-Kennzeichens" (offizieller Oldtimer) erhält, kompensiert die Wertsteigerung in der Regel die bis dahin aufgelaufenen Kosten (Versicherung, Steuer, Garage, Ersatzteile). Mehr aber auch nicht! Und: Es muss nicht immer so bleiben, mit der Oldtimerei! Ein Federstrich des Gesetzgebers kann den Wert des gehätschelten Altautos ganz schnell in Richtung "Null" verschieben!

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 21. August 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2019, 19:12 Uhr